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Zaciski transformatorowe Energeks – rodzina zacisków TOC na tle rysunków
Transformatorklemme richtig auswählen: M12, M20 oder M30 – Auswahl nach Transformatorleistung

Eine Transformatorklemme ist ein kleines Bauteil, das den gesamten NS-Strom führt – bei einem 630-kVA-Transformator über 900 A pro Phase. Ist sie falsch gewählt, wird sie heiß, lockert sich und kann mit der Zeit die Durchführung beschädigen. Die Auswahl läuft auf vier Fragen hinaus: Welcher Strom fließt auf der NS-Seite, welches Gewinde hat der Durchführungsbolzen, wie viele Leiter werden angeschlossen und sitzt die Klemme auf einer Phase oder am Sternpunkt?

1. NS-Strom berechnen

Der Bemessungsstrom der Unterspannungsseite ergibt sich aus der Bemessungsleistung des Transformators:

I = S / (√3 × U)

S ist die Bemessungsleistung in VA (kVA × 1000), U die Bemessungsspannung der NS-Seite – bei Verteiltransformatoren meist 400 V oder 420 V. Beispiel für 400 kVA und 420 V: 400.000 / (1,732 × 420) ≈ 550 A.

2. Gewinde des NS-Durchführungsbolzens prüfen

Die Klemme wird direkt auf den Bolzen der Durchführung geschraubt, deshalb muss ihr Innengewinde dem Bolzengewinde entsprechen. NS-Durchführungen ölgefüllter Transformatoren werden nach EN 50386 gefertigt; der Bolzendurchmesser wächst mit dem Durchführungsstrom. Bei Verteiltransformatoren bis 630 kVA begegnen Ihnen vor allem drei Größen:

TransformatorleistungNS-Strom bei 400 VNS-Strom bei 420 VBolzengewindeKlemmenstrom
63 kVA91 A87 AM12250 A
100 kVA144 A138 AM12250 A
160 kVA231 A220 AM12250 A
250 kVA361 A344 AM20630 A
400 kVA577 A550 AM20630 A
630 kVA909 A866 AM301000 A

Die Tabelle zeigt den typischen Fall, doch nicht jeder Hersteller hält sich daran – deshalb prüfen wir das Gewinde am Bolzen selbst oder in der Transformatordokumentation (Datenblatt, Maßzeichnung). Über 630 kVA liegt der Strom über 1000 A; dann kommen größere Bolzen oder Schienenanschlüsse zum Einsatz – das ist eine individuelle Auslegung.

Transformatorklemme TOC-1 auf den Bolzen einer NS-Durchführung geschraubt

TOC-1 auf dem NS-Durchführungsbolzen eines MarkoEco2-Transformators.

3. Leiter pro Phase zählen

Horizontale Klemmen nehmen pro Phase zwei Haupt- und zwei Hilfsleiter auf. Bei den TOC-Klemmen sind das:

  • Hauptleiter: 2 × 95–240 mm² (Leiterformen RE, RM, SM) oder 2 × 300 mm² RMC – Aluminium oder Kupfer,
  • Hilfsleiter: 2 × 2,5–50 mm² – z. B. für Messung, Eigenbedarf der Station oder einen NS-Überspannungsableiter.

Leiterformen: RE – rund eindrähtig, RM – rund mehrdrähtig, SM – sektorförmig mehrdrähtig. Die Leiter werden direkt in die Aufnahmen gesteckt und mit Schrauben geklemmt, ohne verpresste Kabelschuhe. Netzbetreiber sehen das genauso: Der polnische Verteilnetzbetreiber TAURON Dystrybucja sieht in seinem Standard für MS/NS-Transformatoren NS-Klemmen für den direkten Leiteranschluss ohne Presskabelschuhe vor – als Kabel- oder Schienenvariante.

Querschnitt und Anzahl der Kabel legt der Planer fest – nach Strombelastbarkeit, Verlegeart, Spannungsfall und Kurzschlussbedingungen. Die Klemme muss sie mechanisch aufnehmen können. Werden mehr als zwei Hauptkabel pro Phase benötigt oder ist der Transformator über Schienen mit der NS-Verteilung verbunden, wählen Sie eine Schienenklemme. Einen Überblick gibt unser Beitrag Arten von Transformatorklemmen.

4. Phase oder Sternpunkt – Ausführung /U und /N

Ein Transformator braucht einen Satz aus vier Klemmen: drei für die Phasen und eine für den Sternpunkt. In der TOC-Serie ist /U die Phasenklemme; /N hat einen zusätzlichen Bolzen (bei TOC-2/N zwei) für den Neutral- oder Erdungsleiter oder ein Erdungsband. Manche Netzbetreiber verlangen, dass sich an die Neutralklemme ein Erdungsband 25 × 4 mm anschließen lässt – etwa in den Anforderungen von Energa-Operator für MS/NS-Transformatoren. TOC-Klemmen in der Ausführung /N ermöglichen das.

TOC-1 oder TOC-2?

Beide Klemmen haben dasselbe Gewinde, denselben Strom und dieselbe Anschlusskapazität – sie unterscheiden sich in der Form und im Platzbedarf auf dem Deckel.

TOC-1TOC-2
AufbauKörper mit abgesetztem Fuß, zwei Klemmschrauben unter dem Kopfkompakter Kopf, geschlitzter Schaft, Klemmschrauben seitlich
Wann wählendicke Kabel, bequemer Zugang zu den AufnahmenNS-Durchführungen dicht nebeneinander, wenig Platz auf dem Deckel
KatalognummernDP 5100–5300, DP 5100N–5300NDP 6100–6300, DP 6100N–6300N

Produktseiten: Transformatorklemme TOC-1 und Transformatorklemme TOC-2.

Auswahl in der Praxis – drei Beispiele

  • 160 kVA, zwei Kabel 120 mm² pro Phase: Bolzen M12, ca. 231 A → 3 × DP 5100 + 1 × DP 5100N (TOC-1).
  • 400 kVA in einer Containerstation, wenig Platz zwischen den Durchführungen: M20, ca. 577 A → 3 × DP 6200 + 1 × DP 6200N (TOC-2). Wie man den Transformator selbst für eine solche Station auswählt, beschreibt der Beitrag Mittelspannungstrafo für Containerstation richtig wählen.
  • 630 kVA, zwei Kabel pro Phase laut Planung: M30, ca. 909 A → 3 × DP 5300 + 1 × DP 5300N (TOC-1).

Was Ihre Anfrage enthalten sollte

  • Leistung und Typ des Transformators oder das Gewinde der NS-Bolzen,
  • Anzahl und Querschnitt der Kabel pro Phase sowie Hilfsleiter,
  • Ausführung: TOC-1 oder TOC-2 (im Zweifel beraten wir Sie),
  • ob Isolierabdeckungen OZNN benötigt werden,
  • Anzahl der Sätze und Liefertermin.

Das gesamte Sortiment finden Sie in der Kategorie Transformatorklemmen. Wir liefern die Klemmen ab Lager in Polen – einzeln oder vor dem Versand am MarkoEco2-Transformator montiert. Wie man eine Klemme montiert, damit sie nicht heiß wird, erklärt der Beitrag Warum Transformatorklemmen heiß werden.

Transformatorklemmen von Energeks – ab Lager in Polen
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Osprzęt na pokrywie transformatora – zaciski, osłony i przepusty Energeks
Warum werden Transformatorklemmen heiß? Montage und Prüfung der NS-Anschlüsse

Die Verbindung zwischen Kabel und NS-Durchführungsbolzen führt Hunderte Ampere. Schon ein geringer Anstieg des Übergangswiderstands genügt, damit an einer Stelle Dutzende Watt Wärme entstehen – und diese Wärme geht direkt in den Bolzen, den Durchführungsisolator und seine Dichtung. Hier lesen Sie, woher heiße Klemmen kommen, wie man sie bei der Montage vermeidet und wie man sie erkennt, bevor es zum Ausfall kommt.

Wie viel Wärme ein schlechter Kontakt erzeugt

Die Verlustleistung an einer Verbindung ist P = I² × R. Bei einem 630-kVA-Transformator beträgt der NS-Phasenstrom etwa 900 A. Jedes zusätzliche 0,1 mΩ Übergangswiderstand bedeutet bei diesem Strom rund 81 W Dauerwärme in einer einzigen Klemme. Ein heißer Kontakt oxidiert schneller, sein Widerstand steigt weiter, und der Prozess verstärkt sich selbst.

Die häufigsten Ursachen für überhitzte Klemmen

Zu geringe Klemmkraft

Klemmschrauben „nach Gefühl“ angezogen oder nach der Inbetriebnahme nie kontrolliert. Leiter – besonders aus Aluminium – setzen sich unter Druck, und die Klemmkraft lässt mit der Zeit nach.

Zu hohe Klemmkraft

Gequetschte Drähte, ausgerissene Gewinde, ein gerissener Körper. Die Schrauben werden mit einem Drehmomentschlüssel angezogen, schrittweise und abwechselnd – nicht mit Muskelkraft und nicht mit einer Verlängerung am Schlüssel.

Verschmutzter oder oxidierter Kontakt

Oxid auf einem Aluminiumleiter, ein verschmutzter Bolzen, Farbreste. Die Kontaktflächen werden unmittelbar vor der Montage gereinigt. TOC-Klemmen nehmen Aluminium- und Kupferleiter auf – der verzinnte Körper begrenzt die Korrosion am Kontakt mit Aluminium, reinigen muss man den Leiter trotzdem.

Schlecht vorbereiteter Leiter

Zu kurz abisoliert (Isolierung unter der Schraube) oder zu lang (blanker Leiter ragt aus der Aufnahme), ein Querschnitt außerhalb des Klemmbereichs oder eine Leiterform, für die die Klemme nicht vorgesehen ist.

Kabel, die an der Klemme hängen

Schwere NS-Kabel ohne Abstützung biegen und verdrehen den Bolzen. Das erhöht das Risiko einer gelockerten Verbindung, einer beschädigten Durchführung und von Öl, das an der Dichtung austritt.

Höhere Last als bei der Auslegung

Nach einer Erweiterung der Anlage ist der Strom oft höher als der, für den die Anschlüsse ausgelegt wurden – dann wird nicht nur die Klemme heiß. Mehr zum Betrieb eines Transformators an der Leistungsgrenze im Beitrag Transformator Alterung.

Ein eigenes Thema: Vögel und NagetiereKurzschlüsse durch Tiere gehören zu den typischen Ursachen für Stationsausfälle. Deshalb verlangen Standards von Netzbetreibern – z. B. des polnischen Verteilnetzbetreibers TAURON Dystrybucja – Abdeckungen für NS-Klemmen aus selbstverlöschendem, elastischem Material. Für die Klemmen TOC-1 und TOC-2 gibt es die Isolierabdeckung OZNN aus elastischem, selbstverlöschendem Gummi.

Transformatorklemme montieren – Schritt für Schritt

SicherheitDie Arbeiten führt qualifiziertes Personal an einem Transformator aus, der freigeschaltet, gegen Wiedereinschalten gesichert und geerdet ist – gemäß den in der Station geltenden Regeln für sicheres Arbeiten.
  1. Durchführung prüfen: Risse im Porzellan, Ölspuren, Zustand des Bolzengewindes.
  2. Bolzen und Klemmenaufnahmen von Schmutz und Farbresten reinigen.
  3. Klemme auf den Bolzen schrauben, Aufnahmen in Richtung Kabelabgang ausrichten und mit den Befestigungsschrauben sichern (TOC-1 – zwei Schrauben am Fuß, TOC-2 – Schrauben seitlich am geschlitzten Schaft).
  4. Leiter vorbereiten: auf Aufnahmetiefe abisolieren, Aluminiumleiter mit einer Drahtbürste vom Oxid befreien und – wenn der Kabelhersteller es empfiehlt – Kontaktpaste auftragen.
  5. Leiter bis zum Anschlag einführen und die Klemmschrauben mit dem Drehmomentschlüssel anziehen – schrittweise und abwechselnd.
  6. Kabel abstützen und befestigen, damit sie weder Klemme noch Bolzen belasten.
  7. Isolierabdeckung auf die Klemme setzen.
  8. Nach der Inbetriebnahme und bei stabiler Last eine Thermografie durchführen und die Klemmkraft gemäß Betriebsanweisung der Station erneut prüfen.

Transformatorklemmen TOC-1 an einem MarkoEco2-Transformator montiert

Ein Satz TOC-1-Klemmen auf den NS-Durchführungen – Aufnahmen in Richtung Kabelabgang ausgerichtet.

Thermografie – wie man das Ergebnis liest

Die Thermografie findet einen schlechten Kontakt, ohne den Transformator abzuschalten. Damit das Ergebnis aussagekräftig ist:

  • unter Last messen – je näher an der typischen Stationslast, desto deutlicher der Unterschied,
  • denselben Punkt an allen drei Phasen vergleichen; der Unterschied zwischen den Phasen bei ähnlichem Strom sagt mehr als die Temperatur allein,
  • Vorsicht bei glänzenden Flächen: verzinntes Messing hat einen niedrigen Emissionsgrad, die Kamera zeigt zu niedrige Werte – messen Sie an der Kabelisolierung direkt an der Klemme oder an einer matten Markierung.

Als Bezugspunkt eignen sich die Kriterien der US-Norm ANSI/NETA (Tabelle 100.18), mit denen viele Prüfdienstleister arbeiten:

ΔT zwischen gleichartigen BauteilenΔT gegenüber UmgebungEmpfehlung
1–3 °C1–10 °Cmöglicher Mangel – untersuchen
4–15 °C11–20 °Cwahrscheinlicher Mangel – bei nächster Gelegenheit beheben
21–40 °Cbis zur Instandsetzung überwachen
> 15 °C> 40 °Cschwerer Mangel – sofort beheben

Hat der Netzbetreiber oder der Betrieb eine eigene Betriebsanweisung mit anderen Schwellenwerten, gilt diese.

Checkliste für die Prüfung der NS-Anschlüsse

  • Verfärbungen, Beläge oder angeschmolzene Isolierung an der Klemme,
  • Ölspuren unter den NS-Durchführungen,
  • Zustand der Klemmenabdeckungen, Spuren von Vögeln und Nagetieren,
  • Befestigung und Abstützung der Kabel,
  • vergleichendes Thermogramm der drei Phasen und des Sternpunkts,
  • Kontrolle der Schraubenanzüge – nur freigeschaltet und geerdet, gemäß Anweisung.

Regelmäßige Prüfung kostet einen Bruchteil einer Reparatur – sehen Sie, wie eine professionelle Transformatorüberholung aussieht. Muss eine Klemme ersetzt werden, beginnen Sie mit der Auswahl der Transformatorklemme nach Leistung – fertige Sätze finden Sie in der Kategorie Transformatorklemmen.

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Zaciski transformatorowe i akcesoria Energeks – od szkicu do produktu
Arten von Transformatorklemmen: Kabel-, Schienen-, Neutral- und MS-Durchführungsklemmen

„Transformatorklemme“ steht in der Praxis für mehrere verschiedene Produkte. Auf der NS-Seite verbinden sie Kabel oder Schienen mit den Durchführungsbolzen, auf der MS-Seite Leiter mit den Oberspannungsdurchführungen – manchmal zusammen mit einem Überspannungsableiter. Hier ein Überblick über die Typen, die Ihnen in MS/NS-Stationen begegnen, und Hinweise, wann welcher passt.

Wo eine Transformatorklemme sitzt

Die Klemme wird auf den Gewindebolzen des Durchführungsisolators geschraubt und mit einer oder mehreren Schrauben gesichert. Auf der anderen Seite hat sie Aufnahmen für die Kabelleiter oder eine plane Fläche für eine Schiene. Standards von Netzbetreibern – etwa der des polnischen Verteilnetzbetreibers TAURON Dystrybucja für MS/NS-Transformatoren – sehen auf der NS-Seite zwei Varianten vor: Klemmen für Leiter oder Kabel und Klemmen für den Schienenanschluss, jeweils ohne Presskabelschuhe, im Satz aus drei Phasenklemmen und einer Klemme für den Sternpunkt.

Horizontale Kabelklemmen (NS)

Der häufigste Typ in Stationen mit Transformatoren bis 630 kVA. Sie führen die Kabel waagerecht vom Bolzen weg und nehmen pro Phase zwei Haupt- und zwei Hilfsleiter auf – aus Aluminium oder Kupfer. Bei Energeks ist das die TOC-Serie: Gewinde M12, M20 oder M30, 250, 630 oder 1000 A, Hauptleiter 2 × 95–240 mm² (RE, RM, SM) oder 2 × 300 mm² RMC, Hilfsleiter 2 × 2,5–50 mm².

TOC-1 – mit abgesetztem Fuß

Zwei Klemmschrauben am Fuß unter dem Kopf, Aufnahmen höher über dem Deckel. Praktisch bei dicken Kabeln – unser Standard für MarkoEco2-Transformatoren. Produktseite TOC-1.

TOC-2 – kompakt

Aufnahmen in einem kompakten Kopf, geschlitzter Schaft und seitliche Klemmschrauben. Die Klemme braucht weniger Platz auf dem Deckel und eignet sich daher, wenn die NS-Durchführungen dicht nebeneinander stehen. Produktseite TOC-2.

Neutralklemmen mit Erdung

Die vierte Klemme des Satzes sitzt auf der Sternpunktdurchführung. Neben den Kabelaufnahmen hat sie einen Bolzen (oder zwei) für den Erdungsleiter, N/PE oder ein Erdungsband. In der TOC-Serie sind das die Ausführungen /N: DP 5100N–5300N (TOC-1) und DP 6100N–6300N (TOC-2). Manche Netzbetreiber verlangen, dass sich an die Neutralklemme ein Erdungsband 25 × 4 mm anschließen lässt (z. B. Energa-Operator) – die /N-Ausführungen der TOC-Serie ermöglichen das.

Transformatorklemme mit Erdungsbolzen TOC-1/N

TOC-1/N – Ausführung mit zusätzlichem Bolzen für den Neutral- oder Erdungsleiter.

Schienenklemmen (NS)

Ist der Transformator über Schienen mit der NS-Verteilung verbunden, verwendet man statt Kabelaufnahmen Klemmen mit planer Anschlussfläche für die Schiene. Geschmiedete Schienenklemmen vom Typ MK werden auf den Bolzen geschraubt und mit einer Schraube (MK 1) oder zwei Schrauben (MK 2, MK 5) gesichert. Sie nehmen Schienen bis 40 mm Breite (MK 1, MK 2) oder bis 100 mm (MK 5) auf, auf Bolzen von M12 bis M30. Energeks liefert MK 1, MK 2 und MK 5 ab Lager in Polen.

Klemmen für MS-Durchführungen

Auf der Oberspannungsseite verbindet die Klemme den MS-Leiter mit der Durchführung des Verteiltransformators. ZGU-Klemmen (Anschlussgewinde M12, Leiter 70 mm²) bestehen aus verzinntem Messing mit Edelstahlschrauben und werden mit einem einzigen Schlüssel montiert. Die Ausführung ZGU-OP erlaubt es, einen MS-Überspannungsableiter direkt auf dem Durchführungsbolzen zu montieren – ohne zusätzliche Teile. Die Konstruktion begrenzt die Übertragung von Torsionskräften auf die inneren Teile des Transformators. ZGU und ZGU-OP sind ab Lager lieferbar.

Klemmenabdeckungen

Eine Isolierabdeckung über der Klemme schützt vor zufälliger Berührung und vor Kurzschlüssen durch Vögel und Nagetiere. Der Standard von TAURON Dystrybucja schreibt Abdeckungen für NS-Klemmen aus selbstverlöschendem, elastischem Material vor. Die Abdeckung OZNN besteht aus elastischem, selbstverlöschendem Gummi, ist in drei Größen erhältlich – M12, M20 und M30 – und passt auf die Klemmen TOC-1, TOC-2 und MK 1.

Vergleich auf einen Blick

TypSeiteZweckGewinde / BereichBeispiel
horizontale KabelklemmeNS2 Haupt- + 2 Hilfsleiter pro PhaseM12 / M20 / M30, 250–1000 ATOC-1/U, TOC-2/U
Neutralklemme mit ErdungNS, SternpunktKabel + Erdungsleiter, N/PE oder ErdungsbandM12 / M20 / M30TOC-1/N, TOC-2/N
SchienenklemmeNSSchienen bis 40 mm oder bis 100 mmM12–M30MK 1, MK 2, MK 5
Klemme für MS-DurchführungMSMS-Leiter 70 mm², optional ÜberspannungsableiterM12ZGU, ZGU-OP
AbdeckungNSSchutz der Klemme vor Berührung und TierenOZNN (M12 / M20 / M30)

So wählen Sie

  • Kabel zur NS-Verteilung → Kabelklemme TOC-1 oder TOC-2 (Gewinde und Strom nach dem Beitrag Transformatorklemme richtig auswählen),
  • Schienen → Schienenklemme MK passend zur Schienenbreite,
  • Sternpunkt → Ausführung /N,
  • MS-Seite mit Überspannungsableiter auf der Durchführung → ZGU-OP,
  • Station mit Vögeln und Nagetieren → Abdeckungen auf allen NS-Klemmen.

Alle Typen an einem Ort: Transformatorklemmen von Energeks.

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MS-Transformator und zukünftiger Anlagenausbau

Die Entscheidung über die Auswahl eines Mittelspannungstransformators (MS) fällt in der Regel in einem frühen Projektstadium – wenn der Investor den aktuellen Leistungsbedarf kennt, aber selten sicher ist, wie die Anlage in fünf oder zehn Jahren aussehen wird. Dabei ist es gerade der MS-Transformator als Herz der Trafostation, der am meisten darüber entscheidet, ob die Erweiterung eines Betriebs, eines PV-Parks, eines Energiespeichers oder einer Produktionslinie in Zukunft eine einfache Ingenieursaufgabe oder ein kostspieliger Umbau der gesamten elektrischen Energieinfrastruktur sein wird. In diesem Artikel beantworten wir die häufigsten Fragen zur Auswahl eines MS-Transformators mit Blick auf eine zukünftige Anlagenerweiterung.


Was ist ein MS-Transformator und welche Rolle spielt er in einer Anlage?

Ein MS-Transformator ist ein Gerät, das die Spannung von der Mittelspannungsebene (meist 6, 10, 15 oder 20 kV) auf die für die Verbraucher im Betrieb nutzbare Niederspannung (0,4 kV) transformiert – oder umgekehrt, bei Anlagen, die Energie erzeugen, wie Photovoltaik-Freiflächenanlagen oder Energiespeicher (BESS), die Spannung von der Niederspannung auf die Mittelspannungsebene erhöht, bevor die Energie in das Verteilnetz eingespeist wird. Der MS-Transformator ist also der Grenzpunkt zwischen dem Netz des Verteilnetzbetreibers (VNB) und der internen Anlage des Verbrauchers oder Erzeugers.

Aus Sicht der Erweiterungsplanung fungiert der MS-Transformator als „Engpass“ – er bestimmt die maximale Leistung, die die Anlage zu einem bestimmten Zeitpunkt aus dem Netz beziehen oder in dieses einspeisen kann. Solange der Bedarf innerhalb der Nennleistung des Transformators liegt, besteht die Erweiterung hauptsächlich im Hinzufügen neuer Verbraucher oder Erzeugungsanlagen. Überschreitet der Bedarf die verfügbare Leistung, ist ein Austausch des Transformators, der Zubau einer weiteren Station oder ein anderer, meist kostspieliger Eingriff in die Stromversorgung erforderlich.


Wie wählt man die MS-Transformatorleistung für eine zukünftige Erweiterung aus?

Die Auswahl der MS-Transformatorleistung sollte nicht nur die aktuelle Last berücksichtigen, sondern auch ein realistisches, begründbares Szenario für die Anlagenentwicklung in den nächsten 10 bis 15 Jahren – also den typischen Zeitraum, den solche Geräte vor der ersten größeren Überholung oder einem Austausch in Betrieb sind.

In der Praxis wenden Ingenieure verschiedene Ansätze an:

  • Analyse der Investitionspläne: Wenn der Investor in den nächsten Jahren eine Produktionshallenerweiterung, das Hinzufügen einer Fertigungslinie, einer Ladestation für Elektrofahrzeuge oder einer PV-Anlage plant, sollte die Transformatorleistung diese Szenarien von Anfang an berücksichtigen, auch wenn die Umsetzung in Etappen erfolgt.

  • Leistungsreserve-Faktor: Üblicherweise wird eine Reserve von 20–40 % über der aktuellen Spitzenlast angesetzt, wobei bei Objekten mit dynamischer Entwicklung (z.B. Rechenzentren, expandierende Industriebetriebe) diese Reserve höher ausfallen kann.

  • Analyse der Lastcharakteristik: Anlagen mit einem hohen Anteil nichtlinearer Verbraucher (Wechselrichter, Frequenzumrichter, EV-Ladegeräte) erzeugen zusätzliche Oberschwingungsbelastungen, die bereits bei der Wahl der Nennleistung berücksichtigt werden sollten und nicht erst bei einer Modernisierung.

  • Modularität der Station: Zunehmend werden Trafostationen so ausgelegt, dass Fundament, Gehäuse und das MS-Schaltfeld in Zukunft die Installation eines zweiten, parallel arbeitenden Transformators ermöglichen, ohne dass eine völlig neue Station von Grund auf gebaut werden muss.

Eine übermäßige Überdimensionierung des Transformators hat jedoch auch Nachteile, wie im nächsten Punkt erläutert.


Lohnt es sich, einen MS-Transformator mit Reserve zu überdimensionieren?

Das ist eine der Fragen, die Investoren am häufigsten stellen, und die Antwort ist nicht eindeutig. Eine Überdimensionierung des MS-Transformators – also die Wahl einer Leistung, die deutlich über dem aktuellen Bedarf liegt – hat sowohl Vorteile als auch erhebliche Nachteile.

Vorteile der Überdimensionierung:

  • Möglichkeit, neue Verbraucher oder Erzeugungsanlagen anzuschließen, ohne den Transformator austauschen zu müssen,

  • geringere Gesamtkosten über einen mehrjährigen Zeitraum als eine doppelte Investition (Kauf eines kleineren Transformators und später dessen Austausch),

  • geringeres Risiko eines Anlagenstillstands während einer zukünftigen Erweiterung, da sich die Arbeiten auf den Anschluss neuer Stromkreise beschränken und nicht auf den Austausch des Hauptgeräts.

Nachteile der Überdimensionierung:

  • Ein Transformator, der dauerhaft bei geringer Last (unter 30–40 % der Nennleistung) arbeitet, weist eine schlechtere Energieeffizienz auf – die Leerlaufverluste (Kernverluste) belasten die Energiebilanz der Anlage unabhängig vom Leistungsbezug,

  • höhere Investitionskosten, die über Jahre gebunden sind, bevor die Erweiterung tatsächlich erfolgt,

  • größere Abmessungen und ein höheres Gewicht des Geräts, was eine größere Station, ein stärkeres Fundament und einen teureren Transport erfordern kann,

  • bei EE-Anlagen mögliche Einschränkungen oder abweichende Netzanschlussbedingungen seitens des VNB, wenn die gemeldete Leistung den tatsächlichen Bedarf zu Beginn deutlich übersteigt.

Ein empfohlener Kompromiss ist in der Regel die bereits erwähnte Reserve von 20–40 % und – wo möglich – die Auslegung der Station für den späteren Einbau eines zweiten Transformators, anstatt die erste Einheit von vornherein stark zu überdimensionieren.


Was sind die Kosten einer Unterschätzung der Transformatorleistung?

Die umgekehrte Situation – die Auswahl eines MS-Transformators exakt nach dem aktuellen Bedarf, ohne jede Reserve – birgt ebenfalls Risiken, die erst bei einer Erweiterung sichtbar werden.

Zu den häufigsten Folgen einer Leistungsunterschätzung gehören:

  • Die Notwendigkeit, den Transformator zusammen mit der gesamten zugehörigen Infrastruktur (MS-Kabel, Schutzsysteme, manchmal auch die MS-Schaltanlage, falls deren Bemessungswerte nicht ausreichen) auszutauschen.

  • Ein Stillstand der Anlage während des Austauschs, was in Produktionsbetrieben direkte finanzielle Verluste bedeutet.

  • Ein verlängerter Netzanschlussprozess – die Erhöhung der Anschlussleistung beim VNB erfordert einen neuen Antrag, neue Netzanschlussbedingungen und oft auch eine Modernisierung der Netzinfrastruktur auf der Betreiberseite, was viele Monate dauern kann.

  • Der Wertverlust der ursprünglichen Investition – ein Transformator, der das Ende seiner Lebensdauer noch nicht erreicht hat, muss demontiert und verkauft oder entsorgt werden, wobei selten ein nennenswerter Teil der angefallenen Kosten zurückgewonnen wird.

  • Zusätzliche Planungs- und Genehmigungskosten – ein neuer technischer Entwurf, erneute Abstimmungen mit dem Brandschutzsachverständigen, die Aktualisierung der Ausführungsdokumentation.

In der Praxis können die Kosten für den Austausch eines MS-Transformators samt Nebenarbeiten um ein Vielfaches höher sein als die Preisdifferenz zwischen einer „auf Kante“ berechneten Einheit und einer Einheit mit einer vernünftigen Leistungsreserve.


Wie viel kostet der Austausch eines MS-Transformators gegen einen größeren?

Die Kosten für den Austausch eines MS-Transformators hängen von vielen Variablen ab, weshalb es schwierig ist, einen universellen Betrag zu nennen. Es lohnt sich jedoch, die Kostenstruktur zu kennen, um sie bewusst mit den Kosten einer angemessenen Überdimensionierung zu Beginn der Investition vergleichen zu können.

Die Gesamtkosten für den Austausch setzen sich in der Regel zusammen aus:

  • dem Preis des neuen Transformators (abhängig von Leistung, Typ – Öl oder Trocken, Hersteller sowie Zusatzparametern wie Schaltgruppe oder Geräuschpegel),

  • den Kosten für den Rückbau der alten Einheit und die Entsorgung oder den Weiterverkauf des Isolieröls (bei Öltransformatoren),

  • einer eventuellen Modernisierung des MS- und NS-Schaltfelds, wenn die Stromparameter der neuen Einheit dies erfordern,

  • den Transport- und Krankosten – MS-Transformatoren haben ein Gewicht von einigen hundert Kilogramm bis zu mehreren Tonnen,

  • den Planungskosten, Abstimmungen mit dem VNB und in vielen Fällen der Gebühr für die Erhöhung der Anschlussleistung,

  • den Kosten für den Produktionsstillstand oder die Unterbrechung der Energieerzeugung während der Arbeiten.

Aus diesem Grund sollte eine TCO-Analyse (Total Cost of Ownership) bereits in der Planungsphase der Trafostation nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Wahrscheinlichkeit und die Kosten eines eventuellen zukünftigen Austauschs berücksichtigen.


Welche MS-Transformatorparameter sind bei der Planung einer Erweiterung von Bedeutung?

Neben der Nennleistung sind bei der Planung einer Anlagenerweiterung einige zusätzliche Parameter des MS-Transformators zu beachten:

  • Kurzschlussspannung (uk): Beeinflusst die Spannungsabfälle bei hohen Lasten und die Auswahl der Schutzsysteme; bei geplanter Erweiterung sollte geprüft werden, ob der typische uk-Wert nicht die Möglichkeit des späteren Anschlusses zusätzlicher, spannungsempfindlicher Verbraucher einschränkt.

  • Schaltgruppe: Wichtig besonders bei Anlagen mit dezentraler Erzeugung (PV, BESS), wo eine falsche Wahl zu Problemen mit der Synchronisation oder der Selektivität der Schutzsysteme nach dem Hinzufügen neuer Erzeugungsanlagen führen kann.

  • Stufenschalter (Anzapfungen): Die Möglichkeit der Übersetzungsregelung in einem bestimmten Bereich erleichtert die Anpassung der Niederspannung bei sich änderndem Lastprofil im Zuge der Erweiterung.

  • Isolationsklasse und Kühlungsart (ONAN, ONAF, AN, AF): Öltransformatoren mit Fremdbelüftung (ONAF) können zeitweise mit einer höheren Leistung als der ONAN-Nennleistung betrieben werden, was als „Puffer“ für die Zeit bis zur Realisierung der endgültigen Erweiterung genutzt werden kann.

  • Abmessungen und Gewicht: Wenn die Trafostation in Zukunft eine größere Einheit aufnehmen soll, sollten bereits in der Planungsphase der entsprechende Platz, die Fundamentfestigkeit sowie die Abmessungen von Türen und Transportwegen vorgesehen werden.


Wie beeinflusst die Erweiterung einer Photovoltaikanlage oder eines Energiespeichers die MS-Transformatorauswahl?

Bei EE-Anlagen und Batteriespeichersystemen (BESS) hat das Thema Erweiterung einen etwas anderen Charakter als in klassischen Industriebetrieben, da die MS-Transformatorleistung nicht nur die Möglichkeit des Energiebezugs, sondern vor allem die Möglichkeit der Netzeinspeisung bestimmt.

Die wichtigsten Punkte in diesem Zusammenhang sind:

  • Die vom VNB erteilten Netzanschlussbedingungen: Die Nennleistung des MS-Transformators sollte mit der in den Netzanschlussbedingungen festgelegten Anschlussleistung übereinstimmen und gleichzeitig flexibel genug sein, um eine spätere Erhöhung der erzeugten Leistung zu ermöglichen, ohne dass ein völlig neuer Netzanschlussantrag von Grund auf gestellt werden muss.

  • Etappenweiser Ausbau des PV-Parks: Zunehmend werden Anlagen so geplant, dass in Zukunft weitere Modulsektionen oder Wechselrichter hinzugefügt werden können; ein mit entsprechender Reserve ausgelegter MS-Transformator vermeidet den Austausch des Hauptanschlusspunkts bei jedem weiteren Schritt.

  • Integration von BESS in eine bestehende PV-Anlage: Das Hinzufügen eines Energiespeichers zu einem bereits in Betrieb befindlichen Photovoltaikpark erhöht die Gesamtleistung, die über den MS-Transformator übertragen werden muss, insbesondere im Modus der gleichzeitigen Entladung des Speichers und der Erzeugung durch die Module.

  • Anforderungen der IRiESD (Betriebs- und Wartungsanleitung für das Verteilnetz): Sie legt bestimmte technische Parameter für an das MS-Netz angeschlossene Erzeugungsanlagen fest, einschließlich Anforderungen an die Spannungs- und Blindleistungsregelung, die ebenfalls bei der Transformatorauswahl mit Blick auf eine zukünftige Erweiterung zu berücksichtigen sind.


Was sind die Unterschiede zwischen Öl- und Trockentransformatoren im Hinblick auf eine Erweiterung?

Die Wahl zwischen einem Öl- und einem Trocken- (Harz-)Transformator ist nicht nur für den laufenden Betrieb, sondern auch für die Flexibilität einer zukünftigen Anlagenerweiterung von Bedeutung.

Öltransformatoren bieten in der Regel ein günstigeres Verhältnis von Leistung zu Abmessungen sowie niedrigere Stückkosten bei größeren Leistungen, was sie zu einer beliebten Wahl in großindustriellen und energetischen Anlagen macht. Sie erfordern jedoch eine eigene Ölauffangwanne, ein Brandschutzsystem und eine Ölauffangwanne, was die Flexibilität einschränkt, falls in Zukunft die Abmessungen der Station vergrößert werden müssten.

Trockentransformatoren (wie Gießharztransformatoren) werden eher in Objekten gewählt, in denen der Brandschutz und die Möglichkeit der Installation innerhalb von Gebäuden in der Nähe von Verbrauchern (z.B. in Produktionshallen, Bürogebäuden, Rechenzentren) wichtig sind. Ihr Nachteil ist der höhere Stückpreis bei großen Leistungen und eine meist etwas größere Empfindlichkeit gegenüber Umgebungsbedingungen (Feuchtigkeit, Staub), was bei geplanter Erweiterung unter schwierigeren industriellen Bedingungen bereits bei der Auswahl berücksichtigt werden sollte.

Aus Sicht einer zukünftigen Erweiterung ist es eine gute Praxis, einen Transformator-Typ zu wählen, der zur langfristigen Entwicklungsstrategie des Objekts passt – wenn eine Expansion in Richtung gebäudeinterner Anlagen geplant ist, kann ein Trockentransformator spätere Projektphasen erleichtern.


Wie plant man eine MS/NS-Trafostation mit Blick auf eine zukünftige Erweiterung?

Die Planung einer Trafostation mit Blick auf eine Erweiterung geht über die reine Transformatorauswahl hinaus und umfasst die gesamte zugehörige Infrastruktur:

  • Platzreserve in der MS-Schaltanlage: Die Planung eines zusätzlichen Schaltfeldes bereits beim Bau der Station erleichtert den späteren Anschluss eines zweiten Transformators oder einer neuen Abgangsleitung erheblich.

  • Richtige Auswahl der Versorgungskabel: Der Querschnitt der MS- und NS-Kabel sollte mit Blick auf die endgültige und nicht nur die anfängliche Anlagenleistung ausgelegt werden, da der Austausch von Kabeltrassen ebenso kostspielig sein kann wie der Austausch des Transformators selbst.

  • Fundament und Stationskonstruktion: Die bauliche Planung sollte die Möglichkeit der Aufstellung einer größeren Einheit oder des Anbaus eines weiteren Containermoduls vorsehen.

  • Schutz- und Automatisierungssystem: Schutzsysteme, die mit einer gewissen Einstellreserve ausgelegt sind, lassen sich leichter an eine erhöhte Leistung anpassen, als sie von Grund auf zu ersetzen.

  • Transport- und Servicezugang: Die Planung von Zufahrtswegen und Manövrierflächen für die Abmessungen des endgültigen und nicht nur des ersten Transformators.


Welche Formalitäten sind bei einer Erweiterung der Anlage zu erfüllen, die eine höhere Transformatorleistung erfordert?

Eine Anlagenerweiterung, die mit einer Erhöhung der MS-Transformatorleistung verbunden ist, erfordert in der Regel die Durchführung mehrerer formeller Schritte:

  • Die Beantragung neuer oder aktualisierter Netzanschlussbedingungen beim zuständigen Verteilnetzbetreiber, wenn die geplante Leistung den in der bisherigen Netzanschlussvereinbarung festgelegten Wert überschreitet.

  • Die Aktualisierung des technischen Entwurfs der Trafostation, einschließlich der Auswahl der Schutzsysteme, der Selektivitätsprüfung und – falls erforderlich – einer Kurzschlussanalyse für die neuen Parameter.

  • Brandschutzabstimmungen mit dem Brandschutzsachverständigen, besonders wichtig bei Öltransformatoren mit erhöhter Leistung.

  • Technische Abnahmen und Messungen durch berechtigte Stellen vor der Inbetriebnahme der modernisierten Station.

  • Die Aktualisierung des Netznutzungsvertrags und bei Erzeugungsanlagen die Ergänzung des Netzanschlussvertrags mit dem VNB.

Die frühzeitige Planung dieser Schritte – idealerweise parallel zur Planungsphase der Erweiterung und nicht erst nach deren physischem Beginn – hilft, Verzögerungen durch lange Bearbeitungszeiten der Anträge bei den Netzbetreibern zu vermeiden.


Wie geht man bei der Auswahl eines MS-Transformators mit Blick auf eine zukünftige Erweiterung vor?

Die Auswahl eines MS-Transformators ist eine Entscheidung, die in der Praxis weit über die aktuelle Leistungsbilanz der Anlage hinausgeht. Die bewusste Berücksichtigung eines Erweiterungsszenarios – sei es in Form zusätzlicher Produktionslinien, einer Flotte von Elektrofahrzeugen, der Erweiterung eines PV-Parks oder der Integration eines Energiespeichers – ermöglicht es, die Situation zu vermeiden, in der eine einige Jahre zuvor getätigte Investition zu einem Hindernis für die weitere Entwicklung wird.

Die wichtigsten Grundsätze, die bei der Planung zu beachten sind:

  • Wählen Sie die Transformatorleistung mit einer vernünftigen Reserve (in der Regel 20–40 %), die auf realistischen Investitionsplänen und nicht nur auf dem aktuellen Bedarf basiert.

  • Planen Sie die Trafostation modular mit Blick auf die Möglichkeit des späteren Anbaus eines weiteren Schaltfelds oder eines zweiten Transformators.

  • Analysieren Sie nicht nur den Kaufpreis, sondern die gesamten Lebenszykluskosten (TCO) unter Berücksichtigung des Risikos und der Kosten eines eventuellen zukünftigen Austauschs.

  • Berücksichtigen Sie die spezifische Lastcharakteristik – den Anteil nichtlinearer Verbraucher, die geplante dezentrale Erzeugung oder die Integration mit Energiespeichern.

  • Beginnen Sie die formellen Verfahren mit dem Netzbetreiber frühzeitig, da diese den realen Zeitplan für die Erweiterung am häufigsten bestimmen.

Ein richtig geplanter MS-Transformator ist nicht nur ein Element, das die aktuellen technischen Anforderungen erfüllt – er ist eine Investition in die Flexibilität der gesamten Anlage für die kommenden Betriebsjahre.


Wenn Sie bis hierher gelesen haben – Respekt, denn das war ein solides Stück Wissen über das Eisen, das normalerweise still in der Ecke steht und einfach funktioniert.

Bei Energeks mögen wir solche Themen und sprechen gerne darüber.

Wenn Sie also eine Anlagenerweiterung planen und über die Auswahl eines MS-Transformators nachdenken, helfen wir Ihnen gerne bei der Berechnung und Auswahl mit einer sinnvollen Reserve für die Zukunft – ohne Überdimensionierung auf Verdacht und ohne Unterschätzungen, die erst nach zwei Jahren wehtun.

Das vollständige Angebot an MS-Transformatoren finden Sie hier,

und wenn Sie eine Einheit benötigen, die sofort verfügbar ist, schauen Sie in unserem Shop mit ab Lager verfügbaren Transformatoren vorbei – manchmal ist ein Transformator im Lager besser als der ideale in einem halben Jahr.

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Wir sehen uns beim nächsten Projekt!


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Warum einen Transformator online überwachen? Temperatur, Feuchtigkeit und Last dauerhaft unter Kontrolle

Online-Transformatorüberwachung ist eine Lösung, die besonders in Industriebetrieben, Umspannwerken, Photovoltaik-Freiflächenanlagen, Rechenzentren und überall dort nützlich ist, wo ein Transformatorausfall einen kritischen Prozess zum Stillstand bringen kann. Dieser Artikel zeigt, warum man einen Transformator online überwachen sollte, welche Parameter am wichtigsten sind und wie man das Thema bei einer gesamten Flotte von Geräten angeht. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Temperatur, der Feuchtigkeit und der Last, da diese drei Bereiche sehr viel über die tatsächlichen Arbeitsbedingungen des Transformators aussagen.


Ihr Transformator kann jahrelang arbeiten, ohne besondere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Er steht in der Station, versorgt den Betrieb, den Photovoltaikpark, das Logistikzentrum oder einen Ladepark.

Er gibt einen charakteristischen, gleichmäßigen Ton von sich, sein Gehäuse bleibt geschlossen, und der Bediener sieht ihn bei Inspektionen und Kontrollen.

Alles scheint in Ordnung zu sein.

Im Inneren finden jedoch ständig Prozesse statt, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Die Isolierung altert unter Temperatureinfluss. Die Last ändert sich je nach Tageszeit und dem Charakter der Anlagenarbeit. Feuchtigkeit kann zwischen Öl und Zelluloseisolierung wandern. Das Kühlsystem kann allmählich an Effizienz verlieren. Eine einzelne Abweichung bedeutet oft noch kein ernstes Problem, aber ein sich wiederholender Trend sollte die für die Geräteerhaltung Verantwortlichen interessieren.

Ein Transformatorausfall kommt selten aus dem Nichts. In der Regel sendet er vorher Warnsignale. Sie müssen nur gesammelt, verglichen und richtig interpretiert werden.

Das ist die Aufgabe des Online-Transformator-Monitorings.

Energeks sind Mittelspannungstransformatoren – aus der Perspektive des Herstellers und Anbieters von Energielösungen wissen wir, dass die Übergabe des Geräts an den Betrieb eine Phase abschließt.

Später beginnt der tägliche Betrieb: wechselnde Lasten, hohe Umgebungstemperaturen, Betrieb auf engem Raum, Überlastungen und Entscheidungen, die oft unter Zeitdruck getroffen werden.

Das Online-Transformator-Monitoring ermöglicht die kontinuierliche Überwachung von Temperatur, Last, Feuchtigkeit, Ölstand und anderen Betriebsparametern. Durch die Echtzeit-Datenanalyse können Überlastungen, Überhitzung, Kühlungsprobleme und Anzeichen von Isolationsalterung frühzeitig erkannt werden, wodurch das Risiko von Ausfällen und ungeplanten Stillständen reduziert wird. In diesem Artikel betrachten wir dieses Thema genauer.

Lesezeit: etwa 15 Minuten.


Was bedeutet Online-Transformatorüberwachung?

Online-Transformatorüberwachung bedeutet die kontinuierliche Beobachtung des Geräts während seines normalen Betriebs. Der Transformator muss nicht abgeschaltet, geöffnet oder jedes Mal von einem Techniker aufgesucht werden, wenn wir seinen Zustand überprüfen möchten. Sensoren sammeln Daten, das System übermittelt sie an die entsprechende Software, und der Bediener erhält ein Bild vom Betrieb des Geräts mit seiner Historie, Trends und Alarmen.

Das klingt einfach, aber in der Praxis geht es um viel mehr als die Anzeige einiger Zahlen auf einem Bildschirm.

Der Transformator arbeitet unter wechselnden Bedingungen. Morgens kann die Last gering sein, mittags startet der Betrieb weitere Produktionslinien, und abends sinkt der Stromverbrauch wieder. Bei einem Photovoltaikpark hängt die Situation von der Sonneneinstrahlung ab. In einem Logistikzentrum spielt der Arbeitsrhythmus des Lagers eine Rolle, und bei der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge kann die Last innerhalb weniger Minuten stark ansteigen.

Gleichzeitig ändern sich die Öltemperatur, die Umgebungstemperatur, der durch die Wicklungen fließende Strom und die Belastung des Kühlsystems. Wenn dazu noch Feuchtigkeit, verschmutzte Kühler, ungleiche Phasenbelastung oder ein sich verschlechternder Isolationszustand kommen, reicht ein einzelner Messwert nicht mehr aus. Es wird eine Betriebshistorie benötigt.

Und genau diese Historie schafft das Online-Monitoring.

Die Öltemperatur zeigt, wie der Transformator mit der Wärme zurechtkommt

Die Öltemperatur gehört zu den wichtigsten Parametern, die bei Öltransformatoren überwacht werden. Das Öl isoliert die spannungsführenden Teile und leitet die beim Betrieb von Kern und Wicklungen entstehende Wärme ab. Kurz gesagt: Der Transformator erzeugt Wärme, und das Öl hilft, sie aus dem Inneren des Geräts abzuführen.

Wenn der Transformator mit einer höheren Last arbeitet, steigen die Verluste und die Öltemperatur beginnt zu steigen. Das Phänomen an sich ist völlig normal. Besorgniserregend wird es, wenn die Temperatur zu schnell ansteigt, lange anhält oder bei ähnlichen Betriebsbedingungen höhere Werte erreicht als zuvor.

Stellen wir uns einen Transformator vor, der über mehrere Monate bei einer Last von 70 % arbeitete und eine Öltemperatur von etwa 55–60 °C aufwies. Wenn die Temperatur bei gleicher Last später auf 68–70 °C ansteigt, sendet das System ein sehr konkretes Signal an das Instandhaltungsteam. Die Ursache könnte eine verschmutzte Kühlung, ein eingeschränkter Ölfluss, ein Problem mit dem Ventilator, ein Anstieg der Umgebungstemperatur oder eine Veränderung der Einbaubedingungen sein.

Ohne Historie ist ein solcher Messwert nur eine Zahl. Mit Historie wird er zu einer diagnostischen Information.

Wichtig ist auch die Dauer der erhöhten Temperatur. Ein fünfzehnminütiger Lastspitzenwert und eine achtstündige Arbeit bei hoher Temperatur haben eine völlig andere Bedeutung für die Isolierung. Die Überwachung zeichnet beide Ereignisse auf und ermöglicht die Rekonstruktion des tatsächlichen Betriebsverlaufs des Geräts.

Wicklungstemperatur und heißester Punkt

Die Öltemperatur sagt viel über die Bedingungen im Behälter aus, zeigt aber nicht immer die heißeste Stelle im Transformator an. In den Wicklungen können lokale Bereiche mit höherer Temperatur auftreten, die als heißester Punkt bezeichnet werden.

Die Temperatur des heißesten Punktes ist für die Beurteilung der Isolationsalterung von großer Bedeutung. Isoliermaterialien altern nicht im gesamten Gerät gleichmäßig. Die thermisch am stärksten beanspruchten Bereiche arbeiten unter schwierigeren Bedingungen als die Stellen mit niedrigerer Temperatur.

Je nach Transformator-Konstruktion kann die Wicklungstemperatur oder die des heißesten Punktes direkt gemessen oder auf der Grundlage der Öltemperatur, des Laststroms und eines thermischen Modells des Geräts bestimmt werden. In beiden Fällen benötigt das System Daten aus mehreren Bereichen, damit die Interpretation sinnvoll ist.

Wenn die Öltemperatur korrekt erscheint, das Modell jedoch eine ungewöhnlich hohe Temperatur des heißesten Punktes anzeigt, kann das Team die Lastverteilung, den Kühlzustand und die Betriebsbedingungen überprüfen. Eine solche Information ist besonders wertvoll bei Geräten, die nahe ihrer Nennleistung betrieben werden.

Der Transformator muss sich nicht sofort aufgrund einer erhöhten Temperatur abschalten. Die Isolierung kann jedoch schneller altern, und weitere Überlastungen werden die Sicherheitsmarge allmählich verringern. Die Überwachung ermöglicht es, diesen Prozess zu beobachten, anstatt erst nach einem Ausfall davon zu erfahren.

Die Umgebungstemperatur gibt den Messwerten den richtigen Kontext

Die Umgebungstemperatur mag wie ein nebensächlicher Parameter erscheinen. Ohne sie ist es jedoch schwierig, die Arbeit des Kühlsystems richtig zu beurteilen.

Ein Transformator, der bei einer Umgebungstemperatur von 12 °C arbeitet, hat völlig andere Wärmeabgabebedingungen als ein Gerät in einer aufgeheizten Halle oder einem Container, in dem die Temperatur 35 °C übersteigt. Dieselbe Öltemperatur kann in einem Fall normalen Betrieb bedeuten und in einem anderen eine thermische Überlastung.

Eine hohe Umgebungstemperatur verringert die Kühlmöglichkeiten. Wenn der Transformator zusätzlich in einem Raum mit eingeschränkter Belüftung steht, kann sich die Wärme um den Behälter herum stauen. Unter solchen Bedingungen erwärmt sich das Gerät schneller und kehrt langsamer auf seine Dauertemperatur zurück.

Die Kombination von Umgebungstemperatur mit Öltemperatur und Last ermöglicht es zu beurteilen, ob die Reaktion des Transformators den Bedingungen angemessen ist. Das System kann auch saisonale Veränderungen erkennen. Im Sommer werden die Temperaturen höher sein, im Winter niedriger, aber das Gerät sollte sich gemäß einem vorhersehbaren Muster verhalten.

Strom und Spannung zeigen die tatsächlichen elektrischen Bedingungen

Die Stromüberwachung ermöglicht die Prüfung, wie viel Energie tatsächlich durch den Transformator fließt. Die Projektdokumentation zeigt die Nennleistung und die erwarteten Betriebsbedingungen. Erst die Betriebsmessungen zeigen den Alltag.

Der Strom kann sich sehr schnell ändern. In einem Produktionsbetrieb steigt er beim Start von Maschinen und Fertigungslinien. In einer Anlage mit vielen Wechselrichtern hängt er von der Energieerzeugung und dem Verbraucherbetrieb ab. In der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge können mehrere gleichzeitige Ladevorgänge einen kurzen, aber intensiven Spitzenwert verursachen.

Das System zeichnet solche Ereignisse auf und ermöglicht es festzustellen, ob sie sporadisch auftreten oder sich täglich wiederholen.

Die Spannung liefert weitere Informationen. Ihre Schwankungen, Asymmetrie oder ungewöhnliche Werte können auf Netzprobleme, eine falsche Verbraucherkonfiguration oder Bedingungen hinweisen, die die Transformatorlast beeinflussen. Bei der Spannungsanalyse können auch die Energiequalität, Oberschwingungen und kurzzeitige Störungen berücksichtigt werden.

Nicht jede Anlage benötigt eine gleich umfangreiche Analyse der Energiequalität. In einem Betrieb mit vielen Antrieben, Gleichrichtern, Wechselrichtern und Stromrichtern kann ein solcher Messumfang jedoch sehr wichtige Informationen über die Transformatorbelastung liefern.

Wirk- und Blindleistung helfen, den Charakter der Last zu verstehen

Der Strom allein sagt, wie viel Energie durch das Gerät fließt. Wirk- und Blindleistung helfen zu verstehen, wie diese Energie genutzt wird.

Die Wirkleistung ist für die tatsächliche Arbeit der Verbraucher verantwortlich: den Antrieb von Motoren, die Versorgung von Maschinen, die Beleuchtung, die Heizung oder das Laden von Batterien. Die Blindleistung steht unter anderem im Zusammenhang mit der Arbeit von induktiven und kapazitiven Geräten. Sie verrichtet keine nutzbare Arbeit in dem Sinne wie die Wirkleistung, beeinflusst aber den in der Anlage fließenden Strom und die Transformatorbelastung.

In einem Betrieb kann sich herausstellen, dass die Wirkleistung auf einem moderaten Niveau bleibt, die Blindleistung jedoch hoch ist. Der Transformator muss dann einen höheren Strom leiten, was zu Verlusten und Erwärmung führt.

Die Überwachung ermöglicht es, diese Zusammenhänge über die Zeit zu beobachten. Es kann überprüft werden, ob bestimmte Geräte oder Prozesse einen Anstieg der Blindleistung verursachen, ob das Problem zu einer bestimmten Tageszeit auftritt und ob Kompensationsmaßnahmen den erwarteten Effekt bringen.

Der Leistungsfaktor zeigt, wie effizient die Infrastruktur genutzt wird

Der Leistungsfaktor, bezeichnet als cos φ, beschreibt die Beziehung zwischen Wirk- und Scheinleistung. Je niedriger sein Wert, desto größer ist der Anteil der Blindleistung an der gesamten elektrischen Belastung.

Ein hoher Leistungsfaktor bedeutet eine vorteilhaftere Nutzung der verfügbaren Transformatorleistung. Ein niedriger Leistungsfaktor kann zu einem erhöhten Strom, höheren Verlusten und einer Einschränkung der verfügbaren Lastreserve führen.

Für den Betreiber einer Transformatorflotte können die Daten zum cos φ beim Vergleich von Standorten nützlich sein. Ein Betrieb kann eine ähnliche Wirkleistung wie ein anderer beziehen, aber den Transformator aufgrund eines höheren Blindleistungsanteils stärker belasten.

Diese Art von Informationen hilft bei Entscheidungen über die Blindleistungskompensation, die Lastverteilung und die Planung einer zukünftigen Anlagenerweiterung.

Asymmetrie der Phasenbelastung

In einer idealen Welt wäre jede Phase gleichmäßig belastet. In realen Anlagen sind die Verbraucher jedoch unterschiedlich verteilt, einige arbeiten zyklisch, andere starten unabhängig voneinander.

Wenn eine Phase deutlich stärker belastet ist als die anderen, kann dies zu ungleichmäßiger Erwärmung und einer Verschlechterung der Betriebsbedingungen führen. Eine langanhaltende Asymmetrie beeinflusst auch die Spannungsqualität und kann ein Signal für ein Problem auf der Verbraucherseite sein.

Die Überwachung jeder Phase ermöglicht es zu erkennen, ob das Ungleichgewicht vorübergehend oder dauerhaft ist. Im ersten Fall kann es auf einen normalen Arbeitszyklus zurückzuführen sein. Im zweiten Fall lohnt es sich, die Lastverteilung, die Anlagenkonfiguration und die an die einzelnen Phasen angeschlossenen Geräte zu überprüfen.

Dies ist besonders wichtig in komplexen Betrieben, wo sich die Last mit der Arbeit vieler unabhängiger Verbraucher ändert.

Ölstand und Dichtheit des Systems

Bei einem Öltransformator steht der Ölstand in direktem Zusammenhang mit der Sicherheit der Isolierung und der Kühlung. Ein Absinken des Ölstands kann auf eine Undichtigkeit des Kessels, der Leitungen, der Durchführungen, der Kühler oder des Konservatorsystems zurückzuführen sein.

Eine geringfügige Veränderung bedeutet nicht immer eine unmittelbare Gefahr. Wenn der Stand über mehrere Wochen allmählich sinkt, kann das System helfen, die Geschwindigkeit des Verlusts zu bestimmen. Wenn der Abfall plötzlich erfolgt, sollte der Alarm zu einer schnellen Kontrolle führen.

Wichtig ist auch der Einfluss der Temperatur. Das Öl ändert sein Volumen mit der Temperatur, daher kann sein Stand je nach Betriebsbedingungen natürlicherweise variieren. Die Überwachung ermöglicht es, den Ölstand mit der Temperatur zu vergleichen und eine normale Volumenänderung von einer potenziellen Undichtigkeit zu unterscheiden.

Bei Transformatoren mit Konservator spielen die Standanzeiger und das Atemsystem eine zusätzliche Rolle. Daten von diesen Elementen können das Bild ergänzen und die Beurteilung erleichtern, ob sich das Gerät korrekt verhält.

Feuchtigkeit im Öl und in der Isolierung

Feuchtigkeit hat einen großen Einfluss auf den Zustand des Transformator-Isoliersystems. Sie kann die Papieralterung beschleunigen, die dielektrische Festigkeit des Öls verringern und das Verhalten des Geräts bei höherer Last beeinflussen.

Quellen für Feuchtigkeit können Undichtigkeiten, das Atemsystem, Dichtungen, Transport-, Lager- und Wartungsbedingungen sein. Wasser kann auch zwischen dem Öl und den Zellulosematerialien im Transformator wandern.

Die Interpretation der Messung erfordert die Berücksichtigung der Temperatur. Die Feuchtigkeit verteilt sich nicht völlig statisch in der Isolierung. Bei Temperatur- und Laständerungen ändern sich auch die Gleichgewichtsbedingungen zwischen Öl und Papier.

Daher ist die Feuchtigkeitsüberwachung am wertvollsten, wenn die Daten zusammen mit der Öltemperatur, der Temperatur des heißesten Punktes und der Last analysiert werden. Dann kann beobachtet werden, ob der Feuchtigkeitsgehalt stabil ist, steigt, auf Überlastungen reagiert oder saisonale Schwankungen aufweist.

Im Öl gelöste Gase

Im Öl gelöste Gase entstehen durch Prozesse im Inneren des Transformators. Ihr Vorhandensein bedeutet nicht immer einen schwerwiegenden Defekt, aber bestimmte Gase und die Geschwindigkeit ihres Anstiegs können auf Überhitzung, Teilentladungen, Zellulosedegradation oder einen Lichtbogen hinweisen.

Die DGA-Analyse kann laborgestützt anhand von Ölproben durchgeführt werden. Bei Transformatoren mit hoher Leistung oder hoher Kritikalität kann ein Online-Analysator eingesetzt werden, der ausgewählte Gase kontinuierlich überwacht.

Ein solches System ersetzt nicht das Labor oder die Erfahrung des Ingenieurs. Es liefert jedoch Informationen zwischen den einzelnen Untersuchungen. Wenn die Konzentration eines bestimmten Gases schneller zu steigen beginnt als zuvor, kann der Betreiber eine zusätzliche Untersuchung, eine Lastreduzierung oder eine Gerätekontrolle planen.

In der Transformator-Diagnostik ist die Veränderungsrate von großer Bedeutung. Ein einzelnes Ergebnis kann schwer zu interpretieren sein. Eine Reihe von Ergebnissen, die einen klaren Trend zeigen, sagt viel mehr aus.

Zustand der Ventilatoren und Pumpen

Das Kühlsystem kann einen sehr guten Entwurf und eine ausreichende Leistung haben, aber seine Wirksamkeit hängt von der tatsächlichen Funktion der Ventilatoren, Pumpen, Thermostate, Steuerungen und des Stromversorgungssystems ab.

Die Überwachung kann zeigen, wann die Ventilatoren eingeschaltet wurden, wie lange sie arbeiten und ob sich die Temperatur wie erwartet ändert. Wenn die Ventilatoren über einen langen Zeitraum laufen und die Öltemperatur dennoch steigt, sind die Ursachen weiter zu suchen. Möglich sind ein Problem mit dem Luftstrom, eine verschmutzte Kühlung, die Ölpumpe oder der Sensor.

Bei einer Transformatorflotte kann der Vergleich der Kühlungsarbeit sehr aufschlussreich sein. Wenn ein Transformator bei ähnlicher Last die Ventilatoren deutlich häufiger startet als die anderen, zeigt das System einen Unterschied, der geklärt werden sollte.

Vibrationen und ungewöhnliche Geräusche

Ein Transformator emittiert einen charakteristischen Ton, der unter anderem mit der Kernarbeit, der Magnetostriktion und dem Laststrom zusammenhängt. Eine Veränderung des Geräuschs oder das Auftreten ungewöhnlicher Vibrationen kann auf mechanische Probleme, lose Teile, eine Veränderung der Kernarbeit oder Unregelmäßigkeiten in den Wicklungen hinweisen.

Das Geräusch allein ist schwer ausschließlich auf der Grundlage des subjektiven Eindrucks einer Person zu beurteilen. Ein Bediener wird sagen, der Transformator "brumme etwas lauter", ein anderer wird alles für normal halten. Vibrationssensoren und eine Frequenzanalyse ermöglichen den Vergleich des aktuellen Signals mit früheren Messungen.

Nicht jede Geräuschveränderung bedeutet einen Schaden. Es zählen die Wiederholbarkeit, die Richtung der Veränderung und die Übereinstimmung mit anderen Parametern.

Teilentladungen

Teilentladungen sind lokale elektrische Phänomene, die an Stellen auftreten, an denen die Isolierung nicht ordnungsgemäß arbeitet. Sie können mit Hohlräumen, Verunreinigungen, Isolationsschäden oder einer lokalen Überbeanspruchung des elektrischen Feldes zusammenhängen.

Ihr Nachweis erfordert geeignete Sensoren und eine anspruchsvolle Interpretation. Die Überwachung von Teilentladungen wird vor allem bei Geräten mit hohem Wert, großer Bedeutung für das System oder erhöhtem Ausfallrisiko eingesetzt.

Die frühzeitige Erkennung solcher Phänomene ermöglicht eine genauere Diagnostik und die Planung von Maßnahmen. Bei einem Transformator, der einen kritischen industriellen Prozess versorgt, kann dies darüber entscheiden, ob die Abschaltung während eines geplanten Stillstands oder mitten in der normalen Produktion erfolgt.

Schutzalarme und Ereignishistorie

Die Überwachung sollte auch Alarme und das Ansprechen von Schutzsystemen aufzeichnen. Die Information über einen aktiven Alarm ist wichtig, aber noch größeren Wert hat die Historie.

Es kann überprüft werden, ob der Alarm zum ersten Mal auftritt oder sich seit mehreren Monaten wiederholt. Er kann mit Temperatur, Last und Kühlzustand verglichen werden. Es kann gesehen werden, ob die Parameter nach einem bestimmten Ereignis auf das vorherige Niveau zurückgekehrt sind.

Dadurch wird jedes Ereignis aufgezeichnet und kann bei der nächsten Analyse verwendet werden. Das Gedächtnis des Geräts hängt nicht davon ab, ob gerade jemand vor Ort war und das Ergebnis in einem Notizbuch festgehalten hat.


Der Überwachungsumfang sollte dem tatsächlichen Risiko entsprechen

Nicht jeder Transformator benötigt ein ausgefeiltes System mit Gasanalyse, Vibrationen und Teilentladungen.

Ein kleiner Verteilungstransformator, der in einer leicht zugänglichen Halle arbeitet, benötigt möglicherweise nur die Kontrolle von Temperatur, Last und grundlegenden Alarmen. Bei einer größeren Einheit, die eine Produktionslinie versorgt, ist es sinnvoll, den Ölstand, den Kühlzustand und die Trendanalyse hinzuzufügen. Ein Transformator in einem Krankenhaus, einem Rechenzentrum, einem Stahlwerk oder einem großen Umspannwerk kann einen wesentlich breiteren Diagnoseumfang erfordern.

Zu berücksichtigen sind die Leistung des Geräts, sein Alter, seine Betriebshistorie, die Art der Last, die Verfügbarkeit von Reserve, die Lieferzeit eines neuen Transformators, die Umgebungsbedingungen und die Kosten eines Stillstands.

Bei einer Flotte ist ein schrittweises Modell besonders nützlich. Die wichtigsten Geräte erhalten eine umfangreiche Überwachung, die übrigen werden mit einem Basissatz von Parametern beobachtet. Alle Daten fließen jedoch in ein gemeinsames System, sodass die Arbeit der einzelnen Einheiten verglichen und Geräte, die sich anders verhalten als die übrigen, schnell erkannt werden können.

Das Online-Monitoring macht dann Sinn, wenn die Daten zu Maßnahmen führen. Der Bediener sollte wissen, was ein Alarm bedeutet, wer ihn analysiert und welche Schritte zu unternehmen sind. Dann bilden Sensoren, Kommunikation und Software ein praktisches Instandhaltungswerkzeug und nicht nur einen weiteren Tab im System, den niemand ansieht.


Warum reichen die Transformator-Schutzeinrichtungen nicht aus?

Schutzeinrichtungen sind unerlässlich.

Sie schützen den Transformator und die Anlage in Situationen, in denen ein Weiterbetrieb zu einem schweren Schaden führen könnte. Sie reagieren auf bestimmte Störungszustände: Kurzschlüsse, Überlastungen, übermäßige Temperatur, Ölstandsabfall oder andere gefährliche Phänomene.

Ihre Funktion ist interventionistisch.

Die Überwachung liefert ein umfassenderes Bild.

Sie zeichnet die Betriebsbedingungen vor dem Alarm, während des Alarms und nach seinem Auftreten auf. Sie zeigt nicht nur, dass die Temperatur einen bestimmten Wert überschritten hat, sondern auch, ob ähnliche Ereignisse in den letzten Wochen aufgetreten sind. Es kann überprüft werden, bei welcher Last das Problem auftritt, wie schnell die Temperatur steigt und ob das Kühlsystem korrekt reagiert.

Ein Transformator kann über einen längeren Zeitraum unter Bedingungen arbeiten, die kein sofortiges Ansprechen der Schutzeinrichtung auslösen. Regelmäßige Überlastungen, unzureichende Kühlung oder erhöhte Feuchtigkeit können den Isolationszustand allmählich verschlechtern. Das Gerät versorgt weiterhin die Verbraucher, aber seine Sicherheitsmarge wird immer kleiner.

Gerade solche Prozesse sind aus Sicht des Online-Monitorings besonders wichtig. Sie ermöglichen es, auf eine Verhaltensänderung des Geräts zu reagieren, bevor die Situation ein Niveau erreicht, das eine Notabschaltung erfordert.


Wie Temperatur die Transformatorarbeit beeinflusst

Die Temperatur ist einer der am einfachsten zu messenden und nützlichsten diagnostischen Parameter.

Bei einem Öltransformator isoliert das Öl die Wicklungen und leitet die Wärme von ihnen ab. Die im Kern und in den Wicklungen verlorene Energie wandelt sich in Wärme um, die an die Umgebung abgegeben werden muss. Bei höherer Last steigen die Verluste und mit ihnen die Temperatur.

Der Temperaturanstieg bei höherer Last ist ein natürliches Phänomen. Wichtig ist die Art und Weise, wie das Gerät auf die Veränderung der Bedingungen reagiert.

Nehmen wir an, der Transformator arbeitete am Montag bei einer Last von 70 %, und die Öltemperatur stabilisierte sich bei 58 °C. Eine Woche später stieg die Temperatur bei ähnlicher Last auf 66 °C. Das muss noch keinen Defekt bedeuten, ist aber eine Information, die überprüft werden sollte. Die Ursache könnte eine höhere Umgebungstemperatur, eine verschmutzte Kühlung, ein eingeschränkter Ölfluss, ein Problem mit dem Ventilator oder eine Veränderung der Installationsbedingungen sein.

Die Überwachung ermöglicht es, folgende Werte miteinander zu vergleichen:

  • die Last,

  • die Öltemperatur,

  • die Umgebungstemperatur,

  • die Dauer der erhöhten Temperatur,

  • den Zustand des Kühlsystems,

  • die Historie früherer Messungen.

Ein solcher Datensatz ergibt ein viel vollständigeres Bild als ein einzelner Messwert, der bei einem Technikerbesuch aufgenommen wurde.

Eine hohe Temperatur beschleunigt die Isolationsalterung. Jeder Transformator hat bestimmte Betriebsbedingungen, aber ein langfristiger Betrieb bei erhöhter Temperatur kann seine tatsächliche Lebensdauer verkürzen. Daher sollte das System auch die Dauer der Last- und Temperaturbelastung aufzeichnen. Ein kurzzeitiger Lastspitzenwert und ein mehrstündiger Betrieb bei hoher Temperatur haben unterschiedliche Auswirkungen auf das Gerät.


Ist die Überwachung der Wicklungstemperatur wichtiger als die der Öltemperatur?

Beide Messungen sind notwendig, da sie verschiedene Aspekte desselben Prozesses zeigen.

Die Öltemperatur gibt Aufschluss über die thermischen Bedingungen im Behälter. Die Wicklungstemperatur oder die berechnete Temperatur des heißesten Punktes ermöglicht eine bessere Beurteilung der Isolationsbelastung und der lokalen Erwärmung.

Bei vielen Transformatoren wird die Temperatur des heißesten Punktes nicht direkt gemessen. Sie wird auf der Grundlage der Öltemperatur, des Laststroms, der Gerätekennlinie und eines thermischen Modells bestimmt. In umfangreicheren Systemen können zusätzliche Sensoren oder Lösungen für eine genauere Beurteilung des Wicklungszustands eingesetzt werden.

Der heißeste Punkt ist besonders wichtig, da die lokale Temperatur höher sein kann als der an anderer Stelle im Behälter gemessene Wert. In den heißesten Bereichen altert die Isolierung schneller.

Wenn das Überwachungssystem die Öltemperatur, die Last und die Umgebungsbedingungen kennt, kann es beurteilen, ob der aktuelle Betrieb des Geräts innerhalb des erwarteten thermischen Profils liegt. Eine Abweichung von diesem Profil kann auf eine Veränderung der Kühleffizienz, ein mechanisches Problem oder eine ungewöhnliche Lastverteilung hinweisen.


Wie die Last den Transformator beeinflusst

Ein Transformator arbeitet unter Bedingungen, die sich sehr dynamisch ändern können.

In einem Produktionsbetrieb steigt die Last beim Start von Maschinen. In einem automatischen Lager hängt sie von der Intensität der Fördersysteme ab. In einer mit Ladestationen ausgestatteten Einrichtung kann der Stromverbrauch je nach Anzahl der gleichzeitig geladenen Fahrzeuge variieren. Auf einem Photovoltaikpark hängen die Last und der Energiefluss von der Erzeugung der Wechselrichter und der Netzkonfiguration ab.

Die Projektannahmen zum durchschnittlichen Stromverbrauch mögen auf dem Papier vernünftig aussehen, aber der tatsächliche Betrieb kann ein völlig anderes Profil ergeben.

Die Lastüberwachung zeigt:

  • wann Spitzen auftreten,

  • wie lange sie andauern,

  • wie oft sie sich wiederholen,

  • ob die Last gleichmäßig zwischen den Phasen verteilt ist,

  • wie der Transformator thermisch reagiert,

  • ob saisonale Überlastungen auftreten.

Beispielsweise kann ein Transformator eine durchschnittliche Last von 65 % haben, aber täglich zwei Stunden lang bei 105 % arbeiten. Der Tagesdurchschnitt sieht sicher aus, aber die sich wiederholenden Spitzen beeinflussen die Temperatur und die Isolationsalterung.

Ein zusätzlicher Punkt ist die Phasenunsymmetrie. Eine ungleichmäßige Last kann zu einem lokalen Temperaturanstieg und einer Verschlechterung der Betriebsbedingungen führen. Die Überwachung jeder Phase ermöglicht es zu erkennen, dass das Problem einen bestimmten Teil der Anlage betrifft und nicht den gesamten Transformator.


Warum Feuchtigkeit im Transformator so wichtig ist

Feuchtigkeit beeinflusst das Öl, das Isolierpapier und die allgemeine Festigkeit des Isoliersystems.

Sie kann durch Undichtigkeiten, das Atemsystem, beschädigte Dichtungen, unsachgemäß durchgeführte Wartungsarbeiten oder unsachgemäße Transport- und Lagerbedingungen in den Transformator eindringen. Wasser kann auch während des Betriebs innerhalb der Isoliermaterialien entstehen oder wandern.

Die Zelluloseisolierung absorbiert Feuchtigkeit. Ihre Anwesenheit kann die Papierdegradation beschleunigen, die dielektrische Festigkeit des Öls verringern und das Risiko unerwünschter Phänomene bei Überlastung erhöhen. Bei hoher Temperatur und entsprechender Feuchtigkeitskonzentration kann auch das Risiko der Bildung von Gasblasen im Öl bestehen.

Feuchtigkeit verhält sich im Transformator nicht völlig statisch. Ihre Verteilung hängt von der Temperatur, der Last, der Ölart und dem Isolationszustand ab. Wasser kann zwischen Öl und Papier wandern. Das Ergebnis einer zu einem bestimmten Zeitpunkt entnommenen Probe spiegelt nicht immer den vollständigen Zustand des gesamten Isoliersystems wider.

Daher sollte die Feuchtigkeitsüberwachung zusammen mit der Temperatur und der Last analysiert werden. Nur dann kann gesehen werden, ob eine bestimmte Veränderung ein konstanter Trend, eine Reaktion auf eine Änderung der Betriebsbedingungen oder das Ergebnis einer fehlerhaften Messung ist.

CIGRE weist darauf hin, dass bei der Feuchtigkeitsinterpretation unter anderem die Öltemperatur, die Temperatur des heißesten Punktes, die Last, die Kühlungsart und die Art des Atemsystems zu berücksichtigen sind. Ein solcher Ansatz ermöglicht eine bessere Beurteilung der Isolationsalterung und des mit einer Überlastung verbundenen Risikos.


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Wie werden die im Öl gelösten Gase analysiert?

Im Transformatoröl können sich Gase ansammeln, die durch Prozesse im Inneren des Geräts entstehen. Ihre Art, Konzentration und Anstiegsgeschwindigkeit liefern Informationen über potenzielle Probleme.

Die DGA-Analyse umfasst unter anderem Wasserstoff, Methan, Ethan, Ethylen, Acetylen, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Bestimmte Gase können mit Ölüberhitzung, Zellulosedegradation, Teilentladungen oder einem Lichtbogen in Verbindung gebracht werden.

Die traditionelle Laboranalyse basiert auf der periodischen Entnahme von Ölproben. Sie ist eine wichtige diagnostische Methode und bildet nach wie vor die Grundlage vieler Transformator-Wartungsverfahren. Das Online-Monitoring ermöglicht es, Veränderungen zwischen den Laboruntersuchungen zu beobachten.

Bei einem großen Transformator, der in einer kritischen Anlage arbeitet, kann die kontinuierliche Gasanalyse von besonderer Bedeutung sein. Ein schneller Anstieg einer bestimmten Komponente kann eine zusätzliche Kontrolle, die Entnahme einer Probe, eine Lastreduzierung oder die Vorbereitung einer geplanten Abschaltung auslösen.

Die DGA erfordert eine fachkundige Interpretation. Es reicht nicht aus, auf eine einzige Zahl zu schauen und eine sofortige Austausch des Geräts zu beschließen. Analysiert werden die Historie, die Veränderungsrate, die Gasverhältnisse, die Laborergebnisse, die Temperatur, die Last und andere Symptome.


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Wie funktioniert ein Transformator-Überwachungssystem?

Ein Überwachungssystem besteht aus mehreren zusammenarbeitenden Ebenen.

Die erste wird von den Sensoren gebildet. Sie erfassen Temperatur, Strom, Spannung, Feuchtigkeit, Ölstand, Gase oder Vibrationen.

Die zweite Ebene ist für die Erfassung und Übertragung der Daten verantwortlich. Ein Kommunikationsmodul oder ein industrielles Gateway kann eine Vorverarbeitung der Messungen durchführen, Störungen filtern, Daten lokal speichern und an ein übergeordnetes System übermitteln. Je nach Infrastruktur kommen unter anderem Ethernet, Modbus TCP, MQTT, das Mobilfunknetz oder eine Integration in ein SCADA-System zum Einsatz.

Die dritte Ebene umfasst die Analyse. Die Software vergleicht die Werte mit den Alarmgrenzen, verfolgt Trends und kann Abweichungen vom typischen Verhalten des jeweiligen Geräts erkennen.

Die vierte Ebene dient der Darstellung und Alarmbearbeitung. Der Bediener kann eine Information in einem Panel, per E-Mail, SMS oder App erhalten. Bei verteilten Anlagen ist die Möglichkeit des Fernzugriffs besonders wichtig.

Den größten Wert hat ein System, das dem Instandhaltungsteam verständliche Informationen liefert. Ein Alarm sollte das Gerät, den Parameter, den Beginn des Problems, die Veränderungsrate und die Dringlichkeitsstufe anzeigen.

1. Sensoren und Messungen

Die erste Ebene des Systems befindet sich direkt am Transformator. Die Sensoren erfassen die wichtigsten Betriebsparameter: Öl- und Wicklungstemperatur, Strom, Spannung, Belastung, Feuchtigkeit, Ölstand, gelöste Gase und Vibrationen. Hier entstehen die Daten, die den tatsächlichen Zustand des Geräts abbilden.

2. Datenerfassung und -übertragung

Die erfassten Messwerte werden an ein Kommunikationsmodul oder ein industrielles Gateway weitergeleitet. Das Gerät kann Störungen vorfiltern, Daten lokal speichern und sie über Ethernet, Modbus TCP, MQTT, Mobilfunk oder ein bestehendes SCADA-System übertragen.

3. Analyse und Interpretation

In der dritten Ebene erhalten die Daten ihre eigentliche Bedeutung. Die Software vergleicht die aktuellen Werte mit den festgelegten Alarmschwellen, analysiert Trends und prüft, ob sich der Transformator ähnlich wie zuvor verhält. Das System kann einen allmählichen Temperaturanstieg, eine ungewöhnliche Belastung oder eine Veränderung von Parametern erkennen, selbst wenn der jeweilige Alarmgrenzwert noch nicht überschritten wurde.

4. Darstellung und Reaktion

Die letzte Ebene stellt dem Bedienpersonal die Informationen bereit. Die Ergebnisse können in einem Dashboard, einer Anwendung oder einem SCADA-System angezeigt oder per E-Mail, SMS beziehungsweise Benachrichtigung versendet werden. Ein gut konfigurierter Alarm nennt den konkreten Transformator, den betroffenen Parameter, den Beginn des Problems, die Änderungsgeschwindigkeit und die Dringlichkeitsstufe. Dadurch weiß das Team, ob eine weitere Beobachtung ausreicht, zusätzliche Diagnostik erforderlich ist oder sofort reagiert werden muss.


Sollte das System nur auf das Überschreiten von Grenzwerten reagieren?

Grenzwerte sind die Grundlage, aber die alleinige Schwellenwertkontrolle kann unzureichend sein.

Das System kann so konfiguriert werden, dass es bei Überschreitung einer bestimmten Temperatur, eines Stroms oder eines Feuchtigkeitsgehalts einen Alarm auslöst. In vielen Fällen ist auch die Überwachung der Veränderungsgeschwindigkeit nützlich.

Wenn die Temperatur innerhalb weniger Minuten um einige Grad gestiegen ist, kann die Bedeutung eines solchen Ereignisses eine andere sein als bei einem Anstieg um denselben Wert über mehrere Stunden. Wenn die Feuchtigkeit über viele Wochen allmählich zunimmt, sollte das System den Trend anzeigen, auch wenn sie noch nicht den Alarmwert erreicht hat.

Drei Informationsebenen sind nützlich:

  • ein Informationssignal, das die Veränderung dokumentiert,

  • eine Warnung, die eine Analyse erfordert,

  • ein kritischer Alarm, der eine schnelle Reaktion erfordert.

Die Alarmeinstellung sollte die Dauer des Wertes, die Hysterese und die Lastabhängigkeit berücksichtigen. Ohne dies kann das System auf jede vorübergehende Veränderung reagieren und eine große Anzahl von Fehlalarmen erzeugen.

Zu viele unwichtige Benachrichtigungen schwächen die Aufmerksamkeit des Teams. Der Bediener muss sicher sein, dass ein Alarm tatsächlich Aufmerksamkeit erfordert.


Macht das Online-Monitoring bei einer gesamten Transformatorflotte Sinn?

Bei einer größeren Anzahl von Geräten ermöglicht das Online-Monitoring die Ordnung einer enormen Menge an Informationen.

Bei einem einzigen Transformator können regelmäßige Kontrollgänge, Öluntersuchungen, Thermografie und Inspektionen eine ausreichende Kontrolle gewährleisten. Bei einem Dutzend oder mehreren Dutzend Einheiten steigt das Risiko, dass das Team eine Veränderung übersieht, die sich zwischen den Besuchen entwickelt.

Die Flotte kann auf Betriebe, Stationen, PV-Parks und Ladepunkte verteilt sein. Jeder Transformator kann eine andere Leistung, ein anderes Alter, eine andere Betriebshistorie und eine andere Bedeutung für den Prozess haben. Ein zentrales System ermöglicht es, die Informationen an einem Ort zu sammeln.

Der Bediener kann den Zustand der gesamten Flotte überprüfen und dann zu einem ausgewählten Standort und einem bestimmten Gerät wechseln. Es ist möglich, Transformatoren ähnlicher Leistung und Konstruktion zu vergleichen. Es ist ersichtlich, welche Geräte die meisten Alarme haben, welche am nächsten an der Lastgrenze arbeiten und wo die Temperatur schneller steigt als bei vergleichbaren Einheiten.

Ein solches System hilft auch, Probleme zu erkennen, die für mehrere Geräte gemeinsam sind. Wenn die Transformatoren am selben Standort ähnliche Temperaturprofile aufweisen, könnte die Ursache in der Belüftungsart, der Umgebungstemperatur oder den Einbaubedingungen liegen. Wenn sich nur eine Einheit anders verhält, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es sich um ihren individuellen technischen Zustand handelt.


Wie plant man die Überwachung einer Transformatorflotte?

Die Überwachung einer Transformatorflotte beginnt mit einer einfachen Frage: Welche Geräte benötigen wirklich ständige Aufmerksamkeit und welche können unter grundlegender Aufsicht ruhig arbeiten?

Wenn an jeden Transformator alle möglichen Sensoren angeschlossen werden, entsteht eine beeindruckende Datenmenge. Aber was nützt das, wenn der Bediener täglich Hunderte von Diagrammen betrachtet, von denen die meisten nichts verändern? Ein Überwachungssystem soll bei Entscheidungen helfen und dem Instandhaltungsteam keinen digitalen Marathon durch Dashboards bescheren.

Eine gut geplante Flottenüberwachung sollte der Struktur des Infrastrukturmanagements entsprechen. Die für das gesamte Energievermögen verantwortliche Person benötigt ein anderes Bild als der Techniker, der einen bestimmten Transformator analysiert. Der eine blickt auf die gesamte Karte, der andere schaut sich die Details eines bestimmten Geräts an.

Drei Informationsebenen

Auf der höchsten Ebene sollte der Manager die gesamte Flotte schnell und übersichtlich sehen. Wie viele Transformatoren arbeiten ordnungsgemäß? Wo sind aktive Alarme aufgetreten? Welche Standorte erfordern eine Reaktion? Betrifft das Problem ein Gerät oder vielleicht mehrere Transformatoren, die unter ähnlichen Bedingungen arbeiten?

Eine solche Ansicht sollte nicht wie das Cockpit eines Flugzeugs aussehen, das sich auf einen Start zum Mars vorbereitet. Ausreichend ist eine lesbare Karte der Standorte, der Gerätestatus, die Anzahl der Alarme, ihre Dringlichkeitsstufe und die Information, welche Einheiten von ihrem typischen Verhalten abweichen.

Wenn neunundneunzig Transformatoren stabil arbeiten und einer seit einigen Tagen bei ähnlicher Last eine erhöhte Temperatur aufweist, sollte das System diese Information in den Vordergrund rücken. Der Bediener sollte sie nicht unter Hunderten von grünen Kontrollleuchten suchen müssen. Grün ist angenehm, aber in der Menge kann es einen kleinen roten Problemfall wirksam verstecken.

Die zweite Ebene betrifft die konkrete Station, den Betrieb oder den Standort. Hier ist das Zusammenspiel mehrerer Geräte von Bedeutung. Ihre Last, Temperaturen, die Aktivität der Kühlsysteme und die Alarmhistorie können verglichen werden. Eine solche Ansicht hilft zu erkennen, ob sich die Last gleichmäßig verteilt oder ob ein Transformator einen zu großen Teil der Arbeit übernimmt.

Beispiel: Drei Transformatoren in einem Betrieb arbeiten bei ähnlicher Umgebungstemperatur. Zwei halten die Öltemperatur bei 55 °C, der dritte erreicht bei vergleichbarer Last 68 °C. Das ist noch kein technisches Urteil, aber ein sehr guter Grund, die Kühlung, den Luftstrom, die Kühlerverschmutzung, die Sensoranzeige und die tatsächlichen Betriebsbedingungen zu überprüfen.

Auf der dritten Ebene befindet sich der konkrete Transformator. Hier sind Details gefragt: Temperaturdiagramme, Strom- und Lastdaten, Informationen über Ölstand, Feuchtigkeit, Ventilatorbetrieb, Ergebnisse der Öluntersuchungen, Informationen über Inspektionen, gemeldete Störungen und die Historie der durchgeführten Maßnahmen.

Der Techniker sollte nicht nur sehen können, dass ein Alarm aufgetreten ist, sondern auch, wann er begann, wie lange er dauerte und was in der Zwischenzeit mit dem Gerät geschah. Ein Alarm ohne Kontext gleicht der Nachricht: „Etwas stimmt nicht“. Die Historie ermöglicht es bereits, eine konkrete Frage zu stellen: Was genau hat sich verändert und was könnte diese Veränderung verursacht haben?

Zuerst die Kritikalität, dann die Sensoren

Vor der Auswahl des Überwachungsumfangs sollte eine Kritikalitätsanalyse für jeden Transformator durchgeführt werden. Das klingt sehr formell, aber in der Praxis geht es darum festzustellen, wie sehr eine bestimmte Einheit dem Unternehmen das Leben schwer machen kann, wenn sie plötzlich ausfällt.

Versorgt der Transformator eine Halle oder die gesamte Produktionslinie? Würde sein Ausfall den technologischen Prozess, den Serverraum, das Kühlsystem oder die Ladeinfrastruktur zum Stillstand bringen? Gibt es einen Reservetransformator? Wie lange würde die Lieferung eines neuen Geräts dauern? Kann es ohne Umbau des Fundaments und der gesamten Anlage eingebaut werden?

Auch der Standort ist zu berücksichtigen. Ein Transformator in der Nähe eines Betriebs, in dem das Service-Team rund um die Uhr verfügbar ist, befindet sich in einer anderen Situation als ein Gerät, das auf einem entfernten Photovoltaikpark, in schwierigem Gelände oder in einer Station arbeitet, deren Anreise Planung und Abschaltungen erfordert.

Auch die Historie ist von Bedeutung. Wenn das Gerät früher Probleme mit Temperatur, Feuchtigkeit, Undichtigkeiten, dem Stufenschalter oder dem Kühlsystem hatte, sollte es nicht wie ein neuer, seit Jahren stabil arbeitender Transformator behandelt werden.

Hinzu kommen die Kosten eines Stillstands. An einem Ort bedeutet eine einstündige Unterbrechung ein paar Telefonate und eine Verschiebung des Arbeitsplans. An einem anderen kann sie den Produktionsstillstand, den Verlust einer Materialcharge, die Unterbrechung der Energieversorgung oder die Notwendigkeit der Inbetriebnahme einer teuren Ersatzstromversorgung bedeuten.

Nicht jeder Transformator benötigt die gleiche Überwachung

Nach der Kritikalitätsanalyse können die Transformatoren in mehrere Gruppen eingeteilt werden.

Die wichtigsten Einheiten erhalten eine umfangreiche Überwachung. In ihrem Fall kann die Beobachtung der Öltemperatur und des heißesten Punktes, der Last, des Ölstands, der Feuchtigkeit, des Kühlzustands, der Schutzalarme und bei ausreichend großer Leistung auch der gelösten Gase, Vibrationen oder Teilentladungen gerechtfertigt sein.

Die zweite Gruppe umfasst Geräte, die für den Prozess wichtig sind, aber über eine teilweise Reserve oder einen leichteren Servicezugang verfügen. Hier kann eine Überwachung der Temperatur, des Stroms, der Spannung, der Last, der grundlegenden Alarme und der Kühlungsarbeit sinnvoll sein. Wenn die Daten einen besorgniserregenden Trend zeigen, kann die Diagnostik ausgeweitet oder eine zusätzliche Untersuchung geplant werden.

Die dritte Gruppe sind Einheiten mit geringerer Kritikalität, die unter vorhersehbaren Bedingungen arbeiten und für das Personal leicht zugänglich sind. In diesem Fall reicht oft eine Kontrolle der grundlegenden Parameter, ein Alarmregister und eine periodische Trendanalyse aus.

Ein solcher Ansatz vermeidet zwei Extreme. Das erste besteht darin, jeden Transformator mit dem gesamten Diagnosekatalog auszustatten, obwohl niemand die gewonnenen Daten später analysiert. Das zweite reduziert die Überwachung auf eine einzige Kontrollleuchte, die fünf Jahre lang grün leuchtet, bis sie eines Tages zusammen mit dem Transformator erlischt.

Der Vergleich zählt, nicht die Zahl allein

Bei einer Flotte ist die Vergleichbarkeit der Geräte besonders wertvoll. Ein Transformator sollte nicht ausschließlich anhand eines einzigen universellen Grenzwerts beurteilt werden. Es ist sinnvoll zu prüfen, wie er sich im Vergleich zu seiner eigenen Historie und im Vergleich zu ähnlichen Einheiten verhält.

Wenn alle Transformatoren einer Gruppe ähnlich auf einen Anstieg der Umgebungstemperatur reagieren, handelt es sich wahrscheinlich um ein normales Phänomen. Wenn einer von ihnen schneller warm wird als die anderen, sieht die Situation anders aus.

Ähnlich verhält es sich mit Alarmen. Zwei Geräte können fünf Alarme pro Monat haben, aber im einen Fall handelt es sich um kurze Warnungen im Zusammenhang mit einer kurzzeitigen Lastspitze, im anderen um sich wiederholende Signale über Temperaturanstieg und Kühlungsprobleme. Die bloße Anzahl der Alarme reicht nicht aus. Es werden ihr Kontext, ihre Dauer und ihr Zusammenhang mit anderen Parametern benötigt.

Die Überwachung muss mit einer Entscheidung enden

Das beste Überwachungssystem ist nicht das, das die meisten Daten anzeigt. Es ist das System, das bei der Entscheidung hilft, was als nächstes zu tun ist.

Ein Alarm sollte eine bestimmte Dringlichkeitsstufe haben. Bei einem Informationssignal genügt die Aufzeichnung des Ereignisses und die Beobachtung des Trends. Bei einer Warnung kann eine Analyse durch das Instandhaltungsteam oder die Planung einer zusätzlichen Messung erforderlich sein. Ein kritischer Alarm sollte eine klar definierte Prozedur auslösen: Lastreduzierung, Kontrolle vor Ort, Vorbereitung der Abschaltung oder Umschaltung auf Reserve.

Jeder Alarm sollte das konkrete Gerät, den Parameter, den Beginn des Problems, die Veränderungsrate und die Bedingungen, unter denen es auftrat, angeben. Es ist gut, wenn das System auch vorschlägt, welche Maßnahmen zuvor ergriffen wurden und ob eine ähnliche Situation in der Vergangenheit aufgetreten ist.

Die Überwachung einer Transformatorflotte sollte also wie ein gut organisiertes Team funktionieren. Oben zeigt es ein Bild der gesamten Infrastruktur. Darunter ermöglicht es die Analyse einer bestimmten Station. Am Ende führt es den Techniker zu einem Gerät, einem Trend und einer Entscheidung.


Wie führt man die Transformatorüberwachung Schritt für Schritt ein?

Zuerst muss festgelegt werden, welches Problem das System lösen soll. In einem Betrieb steht die Überwachung von Überlastungen im Vordergrund. In einem anderen ist die Fernbeobachtung verteilter Geräte die Priorität. Bei einem großen Netztransformator können gelöste Gase, Feuchtigkeit und die Temperatur des heißesten Punktes wichtig sein.

Dann werden die Sensoren, die Kommunikationsart und der Integrationsumfang mit dem bestehenden Automatisierungssystem ausgewählt. In dieser Phase sollte geprüft werden, welche Signale bereits verfügbar sind und welche eine zusätzliche Instrumentierung erfordern.

Nach der Inbetriebnahme sollte das System Basisdaten sammeln. Einige Wochen normalen Betriebs helfen, das typische Temperatur-, Last- und Kühlungsprofil festzulegen. Erst auf dieser Grundlage können die Alarme richtig eingestellt werden.

Der nächste Schritt ist die Reaktionsprozedur. Jeder Alarm sollte einer verantwortlichen Person und einer bestimmten Vorgehensweise zugeordnet sein. Das Team sollte wissen, wann eine Beobachtung ausreicht, wann eine zusätzliche Untersuchung durchzuführen ist und wann eine Lastreduzierung oder die Vorbereitung einer Abschaltung erforderlich ist.

Ein Überwachungssystem ohne Reaktionsprozedur bleibt nur eine Datenquelle. Sein Wert entsteht dann, wenn die Daten zu einer konkreten Betriebsentscheidung führen.


Ist das Online-Transformator-Monitoring wirtschaftlich sinnvoll?

Die Wirtschaftlichkeit hängt vom Verhältnis zwischen den Einführungskosten und den Ausfallfolgen ab.

Ein Stillstand kann den Produktionsstopp, den Verlust von Verkaufserlösen, Probleme bei der Vertragserfüllung, Kosten für die Anmietung eines Ersatztransformators, Transport-, Service- und Wiederanlaufkosten bedeuten.

Das Monitoring rechtfertigt sich besonders bei Transformatoren, die:

  • kritische Prozesse versorgen,

  • unter hoher oder wechselnder Last arbeiten,

  • sich an schwer zugänglichen Standorten befinden,

  • zu einer verteilten Flotte gehören,

  • deren Austausch mit einer langen Lieferzeit verbunden ist,

  • eine Fehlerhistorie aufweisen,

  • ohne Reservegerät sind.

Bei einem kleineren Transformator mit geringer Kritikalität kann eine grundlegende Überwachung von Temperatur, Strom und Alarmen ausreichen. Bei einem großen Gerät in einer Schlüsselstation wird der Diagnoseumfang wesentlich umfangreicher sein.

Die beste Entscheidungsgrundlage ist eine Risikoanalyse. Der Preis des Systems sollte mit dem Wert des geschützten Prozesses und den möglichen Stillstandskosten verglichen werden.


Welche Parameter sollten zuerst überwacht werden?

Für die meisten Anlagen sind die Temperatur, die Last und der Zustand des Kühlsystems ein guter Ausgangspunkt.

Die Temperatur zeigt die thermischen Bedingungen der Transformatorarbeit. Die Last erklärt, woraus diese Bedingungen resultieren. Der Zustand der Ventilatoren, Pumpen und anderer Kühlelemente ermöglicht die Beurteilung, ob das Gerät die Wärme ordnungsgemäß abführt.

Bei Öltransformatoren sollte auch die Überwachung des Ölstands und der Feuchtigkeit in Betracht gezogen werden. Bei Einheiten mit hoher Leistung oder Kritikalität kann der Einsatz einer Online-DGA, der Messung von Teilentladungen und der Vibrationsanalyse gerechtfertigt sein.

Die Auswahl sollte sich aus der Konstruktion des Geräts, der Betriebsweise und den Konsequenzen eines möglichen Ausfalls ergeben. Jede zusätzliche Funktion ist dann sinnvoll, wenn die Daten im Instandhaltungsprozess genutzt werden.


Was ist zu beachten?

Das Online-Transformator-Monitoring ermöglicht die Beobachtung des Geräts während seines tatsächlichen Betriebs. Es zeigt Temperatur, Last, Feuchtigkeit und andere Parameter in Echtzeit, sodass Trends erkannt und auf Veränderungen rechtzeitig reagiert werden kann.

Bei einem einzelnen Transformator hilft das System, die Diagnostik zu ordnen und das Risiko zu verringern, ein Problem zu übersehen. Bei einer gesamten Flotte wird es zu einem Werkzeug für das Energieanlagenmanagement. Es erleichtert den Vergleich von Einheiten, die Festlegung von Prioritäten, die Planung von Inspektionen und die Entscheidungsfindung für den weiteren Betrieb.

Ein Transformator kann über viele Jahre ordnungsgemäß arbeiten, aber sein Zustand ändert sich mit Temperatur, Last, Feuchtigkeit und Umgebungsbedingungen. Je mehr wir über diese Veränderungen wissen, desto leichter ist es, die Wartung zu planen, Stillstände zu begrenzen und das Gerät sicher zu betreiben.

Energeks liefert Öl- und Gießharztransformatoren, die auf die tatsächliche Last, die Arbeitsbedingungen und die Bedeutung der Anlage abgestimmt sind. Bei der Auswahl des Geräts können unter anderem die Anforderungen an Kühlung, Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und Staub, Brandschutz, Geräuschpegel, verfügbarer Platz und das geplante Überwachungssystem berücksichtigt werden.

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Quellen:

  1. CIGRE – Online moisture monitoring of transformers for ageing assessment

  2. IEC – The Establishment and Design of Standard for Condition Monitoring in Power Systems

  3. Hitachi Energy – TXpert Ready CoreSense M10 online DGA analyzer

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Warum brummt ein Transformator und was kann man tun?

Ein Mittelspannungstransformator kann im Normalbetrieb leise brummen. Der charakteristische Ton entsteht hauptsächlich durch die Vibrationen des Magnetkerns, der von einem veränderlichen magnetischen Fluss durchflossen wird. Ein gleichmäßiges Brummen bedeutet in der Regel keinen Defekt. Besorgniserregend sind eine plötzliche Veränderung des Geräuschpegels, metallisches Klirren, Knistern, Klopfen, übermäßige Vibrationen oder ein gleichzeitiger Temperaturanstieg des Geräts. In solchen Fällen sollten Spannung, Last, Energiequalität, der Zustand der Befestigungen, die Belüftung und die Aufstellung des Transformators überprüft werden.


Ein Mittelspannungstransformator arbeitet selten in absoluter Stille. Selbst ein modernes Gerät, das aus hochwertigen Materialien gefertigt und korrekt montiert wurde, kann einen charakteristischen, tiefen Ton abgeben. Für den einen ist es ein kaum hörbares Brummen. In einem anderen Raum, mit harten Wänden, einer großen Metalloberfläche des Gehäuses und einer ungünstigen Belüftung, kann derselbe Ton zum dominierenden akustischen Element der gesamten Station werden.

Genau hier beginnt das Problem. Das Brummen an sich muss keinen Defekt anzeigen, aber sein Charakter kann sehr viel über die Arbeitsbedingungen des Transformators aussagen. Manchmal ist der Ton eine natürliche Folge der Kernaktivität. Ein anderes Mal signalisiert er eine Überlastung, eine falsche Spannung, ein loses Konstruktionselement, eine Resonanz des Gehäuses oder einen schlecht konstruierten Raum.

Warum brummt ein Mittelspannungstransformator? Wie erkennt man den typischen Ton eines ordnungsgemäßen Betriebs? Wann ist ein sofortiges Eingreifen erforderlich? Und lässt sich der Lärm reduzieren, ohne dass das Gerät überhitzt?

In diesem Artikel betrachten wir das Problem aus technischer und praktischer Sicht. Wir beginnen mit der Quelle des Tons, gehen dann zu den häufigsten Ursachen für übermäßigen Lärm, zu Diagnosemethoden und zu Lösungen über, die bereits in der Planungsphase einer Transformatorstation berücksichtigt werden sollten.


Warum brummt ein Mittelspannungstransformator?

Das typischste Brummen eines Transformators kommt von seinem Magnetkern. Der Kern verrichtet eine äußerst wichtige Arbeit: Er führt den magnetischen Fluss und ermöglicht die korrekte Spannungstransformation zwischen der Mittel- und Niederspannungsseite.

Er wird aus dünnen, voneinander isolierten ferromagnetischen Blechen gefertigt. Deren Aufgabe ist es, die durch Wirbelströme verursachten Verluste zu begrenzen. Wenn ein Wechselstrom durch die Transformatorwicklungen fließt, entsteht im Kern ein veränderlicher magnetischer Fluss. Das Kernmaterial verändert unter dem Einfluss dieses Flusses geringfügig seine Abmessungen.

Dieses Phänomen wird als Magnetostriktion bezeichnet.

Die Verformungen sind sehr gering, oft mit bloßem Auge nicht sichtbar, wiederholen sich aber viele Male pro Sekunde. Bei der Netzfrequenz von 50 Hz entstehen Vibrationen, die als tiefer, gleichmäßiger Ton wahrgenommen werden können. In der Praxis ist die hörbare Frequenz oft mit der 100-Hz-Komponente verbunden, da der Kern auf die Feldänderung in jeder Halbwelle der Wechselspannung reagiert.

Man kann sagen, dass der Transformator unter dem Einfluss des Magnetfelds "singt". Es ist jedoch kein zufälliger Gesang. Seine Lautstärke und sein Charakter hängen von vielen Faktoren ab: der Art der verwendeten Bleche, der Präzision der Kernausführung, der Art seiner Montage, den mechanischen Spannungen, dem Spannungspegel sowie der Konstruktion des Tanks oder Gehäuses.

Wenn der Kern korrekt ausgelegt ist und der Transformator unter den spezifikationsgemäßen Bedingungen arbeitet, sollte der Ton stabil und vorhersehbar sein. Er mag hörbar sein, weist aber in der Regel keine plötzlichen Veränderungen oder zusätzliche, beunruhigende Geräusche auf.


Ist das Brummen eines Transformators normal?

Ja – ein leises, gleichmäßiges Brummen eines Transformators ist ein normales Phänomen.

Es sollte jedoch präzisiert werden, was "normal" bedeutet. Es geht nicht um einen bestimmten Geräuschpegel, der für jede Einheit identisch wäre. Ein großer Öltransformator, ein Harztransformator in einem Gehäuse und eine kleine Einheit, die in einem gut gedämpften Raum installiert ist, können völlig unterschiedlich klingen.

Das Wichtigste ist, ob der Ton den für das jeweilige Gerät vorgesehenen Parametern entspricht und ob er über die Zeit stabil bleibt.

Ein Transformator, der seit der Inbetriebnahme einen tiefen, gleichmäßigen Ton von sich gibt, während seine Temperatur, Last und elektrischen Parameter korrekt sind, gibt in der Regel keinen Anlass zur Sorge. Der Ton kann bei erhöhter Last deutlicher hörbar sein, insbesondere wenn sich der Laststrom oder die Kühlbedingungen ändern.

Etwas anders ist ein Transformator zu behandeln, der viele Monate lang ruhig arbeitete und dann plötzlich deutlich lauter brummte. Noch mehr Aufmerksamkeit erfordern Geräusche, die es vorher nicht gab: metallisches Klirren, unregelmäßiges Knistern, rhythmisches Klopfen, Reibungsgeräusche oder ein Vibrieren von Gehäuseteilen.

In solchen Situationen lohnt es sich, eine einfache Frage zu stellen: Klingt der Transformator genauso wie zuvor?

Das ist eine der wichtigsten Fragen in der praktischen Diagnostik. Eine Tonveränderung weist noch nicht auf eine konkrete Ursache hin, ist aber ein Signal dafür, dass das Gerät oder seine Umgebung überprüft werden sollten.


Wann sollte der Lärm eines Transformators beunruhigen?

Die größte Bedeutung hat nicht das bloße Vorhandensein von Geräuschen, sondern deren Veränderung. Ein Transformator kann über Jahre hinweg mit einem sanften Brummen arbeiten, das auf einem ähnlichen Niveau bleibt. Wenn er plötzlich zu vibrieren, zu klirren oder zu brummen beginnt, sollte dies als diagnostische Information betrachtet werden.

Besorgniserregend kann ein Ton sein, der nur bei einer bestimmten Last auftritt. Beispielsweise arbeitet der Transformator in den Nachtstunden ruhig, beginnt aber nach dem Start großer Motoren, Frequenzumrichter oder anderer Verbraucher mit variablem Leistungsbezug intensiv zu brummen. Ein solches Symptom kann auf ein Problem mit der Energiequalität, Oberschwingungen oder den Lastbedingungen hinweisen.

Besorgnis sollte auch ein Lärm erregen, der mit anderen Symptomen einhergeht. Wenn mit zunehmender Lautstärke die Temperatur der Wicklungen oder des Öls steigt, ein Geruch nach überhitzter Isolierung auftritt, die Alarmschalter der Ventilatoren ansprechen oder das Überwachungssystem Unregelmäßigkeiten registriert, kann ein weiterer Betrieb ohne Klärung der Ursache riskant sein.

Man sollte auch auf den Ort achten, von dem das Geräusch ausgeht. Wenn der Transformator selbst stabil arbeitet, aber eines der Deckel, die Gehäusetüren oder Lüftungsgitter laut resonieren, kann die Ursache mechanisch sein. Ein kleiner Spielraum kann aus einem ruhigen Brummen ein sehr störendes, metallisches Klirren machen.

In der Mittelspannungsumgebung sollte kein Geräusch ignoriert werden, das plötzlich aufgetreten ist. Die endgültige Beurteilung obliegt stets qualifiziertem Personal, aber eine schnelle Meldung der Veränderung kann helfen, ein Problem zu erkennen, bevor es zu einem schwerwiegenderen Defekt führt.


Was verursacht ein lauteres Brummen des Transformators?

Eine der häufigsten Ursachen für lauteren Betrieb ist eine zu hohe Versorgungsspannung. Jeder Transformator wurde für den Betrieb bei bestimmten Parametern ausgelegt. Wenn die Spannung auf der Mittelspannungsseite höher ist als der Nennwert, kann der Kern mit einem größeren magnetischen Fluss arbeiten.

Unter solchen Bedingungen steigt der Magnetisierungsstrom, die Leerlaufverluste nehmen zu, und die Kernvibrationen können deutlicher werden. Der Transformator beginnt dann intensiver zu brummen und kann gleichzeitig bei einer höheren Temperatur arbeiten.

Ein ähnlicher Effekt kann bei einer falschen Einstellung des Stufenschalters auftreten. Die Anzapfungen ermöglichen es, die Übersetzung des Transformators an die Netzverhältnisse anzupassen, aber ihre Position muss den tatsächlichen Spannungsparametern und der Gerätedokumentation entsprechen. Die Änderung der Anzapfposition ist kein intuitiver Vorgang. Sie erfordert das Abschalten des Geräts, die Sicherung des Arbeitsplatzes und die Anwendung der richtigen Prozedur.

Eine weitere Ursache kann eine Verzerrung des Spannungsverlaufs sein. Moderne Industriebetriebe nutzen viele leistungselektronische Geräte. Frequenzumrichter, Gleichrichter, Schaltnetzteile, USV-Anlagen und Photovoltaikanlagen können die Energiequalität im Netz beeinflussen.

Oberschwingungen erhöhen die Verluste im Transformator und können zusätzliche Vibrationen verursachen. Das Gerät beginnt dann auf einen Spannungsverlauf zu reagieren, der von der idealen Sinuskurve abweicht. Genau deshalb sollte bei ungewöhnlichen Geräuschen eine Analyse der Energiequalität durchgeführt werden, anstatt sich auf eine einfache Messung der Nennspannung zu beschränken.


Kann ein lockerer Kern Lärm verursachen?

Ja. Ein loser Kernblock ist eine der möglichen Ursachen für ein charakteristisches metallisches Klirren.

Der Kern eines Transformators muss eine ausreichende Steifigkeit aufweisen. Die einzelnen Elemente werden präzise zusammengebaut und befestigt, um ihre gegenseitige Bewegung und die Übertragung von Vibrationen zu begrenzen. Wenn sich mit der Zeit der Anpressdruck ändert, sich Befestigungselemente lockern oder mechanischer Verschleiß auftritt, können die Vibrationen zunehmen.

Dann hört sich der Ton oft nicht mehr wie ein weiches, gleichmäßiges Brummen an. Es tritt ein härterer, metallischerer Ton auf, der manchmal an das Klirren eines dünnen Blechs erinnert. Die Vibrationen können am Gehäuse oder an Konstruktionselementen spürbar sein, auch wenn dies nicht immer der Fall ist.

Die Diagnose des Kerns erfordert besondere Vorsicht. Ein Mittelspannungstransformator darf während des Betriebs nicht geöffnet oder im Inneren kontrolliert werden. Es ist eine Abschaltung, Sicherung und Erdung des Geräts gemäß den geltenden Verfahren erforderlich. Die Besichtigung und eventuelle Einstellarbeiten sollten von Personen mit entsprechender Qualifikation und Erfahrung durchgeführt werden.

Es ist zu bedenken, dass nicht jedes metallische Geräusch vom Kern kommt. Ein loses Deckel, Gitter, eine Halterung, Abdeckung oder ein Element der Tragkonstruktion können sich sehr ähnlich verhalten. Daher sollte die Diagnose methodisch erfolgen, beginnend mit den einfachsten möglichen Ursachen.


Kann das Gehäuse den Transformator-Ton verstärken?

Das Gehäuse kann wie ein Resonanzkörper wirken. Der Transformator emittiert ein bestimmtes Vibrationsniveau, aber die Art und Weise, wie sich der Ton im Raum ausbreitet, hängt von der Konstruktion der gesamten Station ab.

Eine große Metalloberfläche, ein dünnes Deckel oder eine nicht ausreichend steife Wand können unter dem Einfluss des Betriebs des Geräts zu vibrieren beginnen. In der Folge werden geringe Vibrationen verstärkt und deutlich hörbarer.

Manchmal reicht ein geringes Spiel in einem Scharnier, eine nicht festgezogene Schraube oder ein Teil, das das Gehäuse berührt, um einen störenden Resonanzton zu erzeugen. Der Ton kann dann vor allem an einer bestimmten Stelle im Raum hörbar sein, beispielsweise an einer der Wände oder in der Nähe eines Kabelkanals.

Ein ähnlicher Effekt tritt in leeren, harten Räumen auf. Betonwände, Decke und Boden reflektieren die Schallwellen, anstatt sie zu absorbieren. Der Transformator arbeitet nicht unbedingt lauter, aber der Mensch nimmt seinen Ton als intensiver wahr.

Aus diesem Grund sollte der Geräuschpegel zusammen mit den Messbedingungen bewertet werden. Derselbe Transformator klingt anders, wenn er in einer offenen Containerstation, in einer großen Halle oder in einer kleinen Technikkammer in der Nähe von Büroräumen aufgestellt ist.


Beeinflusst der Montageort den Transformator-Lärm?

Der Montageort hat eine große Bedeutung. Der Transformator erzeugt Vibrationen, die sich sowohl durch die Luft als auch durch die Gebäudekonstruktion ausbreiten können.

Wenn das Gerät auf einem falsch vorbereiteten Fundament aufgestellt wird, können sich die Vibrationen auf Wände, Decke, Kabelkanäle und benachbarte Konstruktionselemente übertragen. Dann können Personen in angrenzenden Räumen einen tiefen Ton hören oder leichte Vibrationen spüren, selbst wenn der Geräuschpegel in der Transformator-Kammer nicht besonders hoch erscheint.

Auch die Nivellierung ist von Bedeutung. Eine unebene Fläche kann zu einer ungleichmäßigen Lastverteilung und zusätzlichen Spannungen in der Gerätekonstruktion führen. Bei Öltransformatoren ist auf die korrekte Abstützung des Kessels zu achten. Bei Harztransformatoren sind die Stabilität der Konstruktion, die Art der Kabelführung und die korrekte Befestigung des Gehäuses wichtig.

In der Planungsphase sollte eine Möglichkeit zur Begrenzung der Vibrationsübertragung vorgesehen werden. Es können entsprechende Schwingungsdämpfer eingesetzt werden, die jedoch auf das Gerätegewicht und die Betriebsbedingungen abgestimmt sein müssen. Ein zufällig unter den Transformator gelegtes Dämmmaterial ist keine technische Lösung und kann die Stabilität des Geräts beeinträchtigen.


Warum können Ventilatoren Lärm verursachen?

Bei Trockentransformatoren und in Anlagen mit Fremdbelüftung kann ein Teil des Lärms von den Ventilatoren ausgehen.

Am einfachsten erkennt man diese Ursache, indem man den Zeitpunkt des Auftretens des Tons beobachtet. Wenn der Transformator bis zum Start der Ventilatoren leise arbeitet und dann ein Rauschen, eine Vibration oder ein rhythmisches Klirren auftritt, ist das Kühlsystem zu kontrollieren.

Ein Ventilator kann aufgrund eines verschlissenen Lagers, eines Unwuchts, verschmutzter Laufräder oder einer unsachgemäßen Befestigung Geräusche verursachen. Der Ton kann auch durch Gitter, Luftkanäle und Gehäuseelemente verstärkt werden.

Bei Luftkanälen sind Turbulenzen oft das Problem. Wenn der Luftstrom falsch geführt wird, an einer scharfen Biegung die Richtung ändert oder auf ein Hindernis trifft, entsteht zusätzlicher aerodynamischer Lärm. Im Raum kann es dann laut sein, obwohl der Transformator selbst einwandfrei arbeitet.

Die Gitter sollten nicht abgedeckt oder der Luftstrom zur Lärmreduzierung eingeschränkt werden. Der Transformator benötigt eine ausreichende Kühlung, und jeder Eingriff in die Belüftung kann zu einem Temperaturanstieg der Wicklungen und zum Ansprechen der Schutzsysteme führen.


Wie überprüft man, woher genau der Lärm kommt?

Der erste Schritt ist die Beobachtung. Es ist festzustellen, ob der Ton ständig auftritt oder sich mit der Last ändert. Es ist zu prüfen, ob sein Pegel nach dem Start bestimmter Maschinen, Ventilatoren oder Blindleistungskompensationsanlagen ansteigt.

Hilfreich ist auch die Lokalisierung der Quelle. Der Ton sollte am Transformator, am Gehäuse, an den Türen, an den Lüftungsgittern und an den Stellen beurteilt werden, an denen die Konstruktion mit dem Gebäude verbunden ist. In der Praxis zeigt sich oft, dass der lauteste Punkt nicht direkt am Transformator liegt.

Für eine professionelle Beurteilung können eine Schallpegelmessung und eine Frequenzanalyse verwendet werden. Das Spektrum zeigt, ob Komponenten der Kernaktivität, der Ventilatoren, mechanischer Vibrationen oder von Hilfseinrichtungen dominieren.

Bei Verdacht auf eine Übertragung von Vibrationen durch die Konstruktion können Vibrationsmessungen hilfreich sein. Die Thermografie wiederum ermöglicht die Prüfung, ob der Lärm mit einer Überhitzung von Verbindungen, Klemmen, Kabeln oder Schaltgeräten einhergeht.

Die reine Dezibelmessung beantwortet nicht alle Fragen. Zwei Geräte können einen ähnlichen Geräuschpegel, aber eine völlig andere Ursache und ein anderes Betriebsrisiko haben. Daher sollte das Ergebnis zusammen mit Temperatur, Last, Spannung, Energiequalität und der Betriebshistorie des Transformators interpretiert werden.


Wie misst man den Transformator-Lärm korrekt?

Die Messung sollte unter definierten und wiederholbaren Bedingungen durchgeführt werden. Von Bedeutung sind der Abstand des Mikrofons vom Gerät, die Messhöhe, der Hintergrundgeräuschpegel, die Umgebungstemperatur und die Transformatorlast.

Wenn eine Messung bei minimaler Last aus zwei Metern Entfernung und eine weitere bei Volllast aus einem Meter Entfernung durchgeführt wurde, ist ein direkter Vergleich der Ergebnisse irreführend.

Bei der Abnahme einer neuen Einheit sollten die Bedingungen, unter denen die Messung durchgeführt wurde, dokumentiert werden. Ein solches Ergebnis wird zum Referenzpunkt für zukünftige Kontrollen. Wenn der Geräuschpegel nach ein oder zwei Jahren signifikant ansteigt, ist dies eine wichtige Information für das Instandhaltungsteam und den Service.

Die Messung sollte auch den akustischen Hintergrund umfassen. In einem kleinen Raum wird der Ton von den Wänden reflektiert, und in der Nähe können andere Geräte arbeiten. Ohne Berücksichtigung dieser Faktoren spiegelt das Ergebnis nicht immer die tatsächliche Emission des Transformators wider.


Wie kann der Transformator-Lärm reduziert werden?

Die beste Methode zur Lärmreduzierung ist die Beseitigung seiner Ursache. Wenn eine zu hohe Spannung die Quelle des Problems ist, sind die Netzparameter zu analysieren. Wenn ein loses Deckel schuld ist, ist das Spiel zu beseitigen. Wenn der Lärm von einem Ventilator ausgeht, sind sein technischer Zustand und seine Befestigung zu überprüfen.

Eine Schwingungsdämpfung kann die Übertragung von Vibrationen auf das Fundament und die Gebäudekonstruktion begrenzen. Sie sollte jedoch auf das Transformatorgewicht und die beim Transport, der Montage und dem Betrieb auftretenden Lasten abgestimmt sein. Falsch dimensionierte Elemente können die Stabilität des Geräts beeinträchtigen.

In Technikräumen können akustische Maßnahmen an Wänden und in Lüftungskanälen eingesetzt werden. Deren Aufgabe ist es, den Schall zu absorbieren oder Reflexionen zu begrenzen. Die Materialien müssen jedoch den Brandschutz-, Umwelt- und Betriebsanforderungen entsprechen.

Bei Transformatoren, die in Gebäuden betrieben werden, sollte bereits in der Kaufphase der erforderliche Geräuschpegel festgelegt werden. Ein späterer Versuch, eine fertige Anlage "schalldicht" zu machen, kann deutlich teurer und aufwändiger sein als die Wahl eines auf das Objekt abgestimmten Geräts.

Es ist auch zu bedenken, dass ein schalldämmendes Material kein Problem mit einem überhitzenden Transformator, einem losen Kern oder einer falschen Spannung löst. Eine Schalldämmung kann den im Raum wahrgenommenen Geräuschpegel senken, sollte aber nicht dazu dienen, technische Symptome zu verbergen.


Ist ein Öltransformator leiser als ein Harztransformator?

Es gibt keine allgemeingültige Antwort, die für alle Modelle zutrifft.

Öl- und Harztransformatoren haben eine andere Konstruktion, eine andere Kühlungsart und andere Montagebedingungen. Bei einem Öltransformator kann der Ton durch den Behälter verstärkt werden. Bei einem Harzgerät können das Gehäuse, die Art der Wicklungsbefestigung und der Betrieb der Ventilatoren eine größere Rolle spielen.

Der Geräuschpegel wird durch die konkreten Konstruktionslösungen, die Verarbeitungsqualität und die Installationsbedingungen bestimmt. Daher sollte bei der Wahl eines Transformators die Analyse der Daten des konkreten Modells erfolgen und nicht die allgemeine Überzeugung, dass ein Typ immer leiser als der andere ist.

In Innenräumen können auch andere Eigenschaften von Bedeutung sein. Ein Harztransformator kann aufgrund des begrenzten Brandrisikos und der Möglichkeit der Installation in Verbrauchernähe bevorzugt werden, während ein Öltransformator besser den Anforderungen großer Außenstationen und Industrieanlagen entsprechen kann. Jeder Fall erfordert eine separate Auswahl.


Wie kann man Lärmproblemen vorbeugen?

Am meisten lässt sich noch vor der Lieferung des Transformators tun. Planer und Investor sollten festlegen, wo das Gerät arbeiten wird, wer sich in seiner Nähe aufhält und welche akustischen Anforderungen im jeweiligen Objekt gelten.

Eine Station für einen Produktionsbetrieb wird anders geplant als für ein Bürogebäude, ein Krankenhaus, ein Einkaufszentrum, ein Hotel oder ein Rechenzentrum. An jedem dieser Orte hat der Transformator dieselbe Grundfunktion, aber die Konsequenzen des Lärms sind unterschiedlich.

Es ist sinnvoll, den deklarierten Schallleistungspegel, die Messbedingungen, die Kühlungsart und die Anforderungen an das Fundament zu prüfen. Auch die Lage der Lüftungskanäle und Kabeltrassen sollte analysiert werden. Der Ton kann sich nämlich weit vom Gerät selbst entfernt ausbreiten.

Ein gut ausgeführter Plan berücksichtigt auch den Servicezugang. Wenn der Transformator so eingebaut wird, dass eine Kontrolle erschwert wird, wird jede spätere Diagnostik zeitaufwändiger. Dann kann man leicht ein loses Teil, einen sich verschlechternden Zustand des Ventilators oder eine Temperaturveränderung übersehen.


Was tun, wenn der Transformator plötzlich laut wird?

Wenn der Transformator plötzlich laut brummt, sollte der erste Schritt die Notierung der Umstände sein. Es ist zu prüfen, wann der Ton aufgetreten ist, bei welcher Last er auftritt und ob er von anderen Symptomen begleitet wird.

Das Gerät sollte nicht eigenständig geöffnet oder seine Teile berührt werden. Mittelspannungsgeräte erfordern entsprechende Sicherheitsverfahren. Kontrollen, Messungen und eventuelle Servicearbeiten sind von qualifiziertem Personal durchzuführen.

Bis zur Klärung der Ursache ist auf Temperatur, Anzeigen der Schutzsysteme, Last und die Arbeitsweise der Ventilatoren zu achten. Wenn Brandgeruch, Ölaustritt, Überhitzungsspuren, starke Vibrationen, Knistern oder Alarme auftreten, ist die Situation als dringend zu behandeln.

In einigen Fällen wird sich eine geringe Resonanz eines Deckels als Ursache herausstellen. In anderen ein Problem mit der Spannung, der Energiequalität oder dem mechanischen Zustand des Kerns. Ohne Messungen lohnt sich kein Rätselraten.


Transformator-Lärm und die Akustik der gesamten MS-Station

Der Transformator arbeitet nicht isoliert vom Rest der Infrastruktur. Im Stationsraum befinden sich auch Schaltanlagen, Schutzgeräte, Belüftung, Kabel, Schienen und Konstruktionselemente.

Jede dieser Komponenten kann Vibrationen emittieren oder den Ton verstärken. In einer Schaltanlage können Lärmquellen unter anderem elektromagnetische Vibrationen, lose Teile, Antriebe, die Belüftung und resonierende Paneele sein.

Daher sollte die Akustik der Station als Ganzes betrachtet werden. Eine entsprechend ausgelegte Konstruktion, steife Rahmen, korrekte Befestigungen, geeignete Trennwände und die Kontrolle der Vibrationsübertragung können sowohl den Arbeitskomfort als auch die Haltbarkeit der Geräte verbessern.


Mehr darüber, wie die Akustik einer Mittelspannungsschaltanlage die Sicherheit, Diagnostik und Haltbarkeit der Infrastruktur beeinflusst, erfahren Sie im Artikel:


Stille, die schützt: Wie die Akustik der MS-Schaltanlage Sicherheit und Haltbarkeit beeinflusst


Ein leiser Transformator beginnt mit der richtigen Auswahl

Der Geräuschpegel sollte einer der Parameter sein, die vor dem Transformator-Kauf analysiert werden. Es lohnt sich nicht, diese Frage bis zum Schluss aufzuschieben, wenn das Gerät bereits bestellt und der Raum fertig ist.

Bei der Wahl sind die Spannung, die Leistung, die Schaltgruppe, die Kurzschlussspannung, die Kühlungsart, die Abmessungen, das Gewicht, die Montagebedingungen und der deklarierte Geräuschpegel zu berücksichtigen. Wichtig sind auch die tatsächlichen Arbeitsbedingungen: die Anzahl der Betriebsstunden unter Last, die Art der Verbraucher, das Vorhandensein von Oberschwingungen und die Möglichkeit einer zukünftigen Anlagenerweiterung.

Im Angebot von Energeks finden sich Öl- und Harz-Mittelspannungstransformatoren für den Einsatz in der Energietechnik, Industrie, Infrastruktur und in Anlagen, die eine zuverlässige Stromversorgung erfordern. Das vollständige Angebot kann auf der Seite Transformatoren von Energeks eingesehen werden.

Wenn die Realisierung eine schnelle Lieferung erfordert, lohnt es sich auch, die ab Lager verfügbaren Transformatoren im Energeks-Shop zu prüfen. Vor der Wahl eines konkreten Modells ist natürlich die Übereinstimmung aller Parameter mit der Projektdokumentation und den Stationsbetriebsbedingungen zu bestätigen.


Ein Ton, der nicht ignoriert werden sollte

Das Brummen eines Mittelspannungstransformators ist eine natürliche Folge der Kernaktivität. Der Ton selbst bedeutet noch keinen Defekt. Viel wichtiger sind seine Stabilität, sein Charakter und sein Zusammenhang mit den übrigen Geräteparametern.

Ein gleichmäßiger Ton, der den Transformator von Anfang an begleitet, liegt in der Regel im normalen Betriebsbereich. Ein plötzliches metallisches Klirren, ein Anstieg des Geräuschpegels, Klopfen, Knistern, Vibrationen oder Lärm, der mit einer erhöhten Temperatur einhergeht, erfordern eine Überprüfung.

Manchmal liegt das Problem im Kern. Manchmal in der Spannung, der Energiequalität, dem Ventilator, dem Fundament oder einer losen Abdeckung. Daher beginnt die korrekte Diagnostik mit der Beobachtung und endet mit Messungen, die von entsprechend vorbereitetem Personal durchgeführt werden.

Ein gut ausgewählter Transformator, eine korrekt geplante Station und eine regelmäßige Parameterkontrolle ermöglichen es, den Lärm auf einem vorhersehbaren Niveau zu halten. Und Vorhersehbarkeit hat in der Energietechnik einen enormen Wert – sie bedeutet mehr Sicherheit, eine einfachere Instandhaltung und ein geringeres Risiko ungeplanter Stillstände.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wenn Sie eine Investition, eine Stationmodernisierung oder einen Transformatoraustausch planen, laden wir Sie ein, mit uns Kontakt aufzunehmen und über eine auf Ihre tatsächlichen Arbeitsbedingungen zugeschnittene Lösung zu sprechen. Wir sprechen auch gerne über Kooperations- und Partnerschaftsmöglichkeiten bei Energie-, Industrie- und Infrastrukturprojekten.

Wir empfehlen Ihnen, sich das Angebot der Energeks-Transformatoren anzusehen und bei dringenden Realisierungen auch die ab Lager verfügbaren Transformatoren zu prüfen.

Wir laden Sie auch herzlich auf unseren Energeks-LinkedIn-Account ein, wo wir Informationen über Transformatoren, Projekte, Lösungen für die Energietechnik und praktische Fragen rund um den Betrieb elektrischer Energieinfrastruktur veröffentlichen.


Quellen:

  1. IEC 60076-10:2016 – Power transformers: determination of sound levels

  2. IEC 60076-1:2011 – Power transformers: general

  3. Why Transformers Hum: Magnetostriction, Electromagnetic Forces and Cooling Sources

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Was sind Teilentladungen und warum sind sie für Transformatoren so wichtig?

In diesem Artikel erklären wir, was Teilentladungen (Partial Discharges – PD) sind, warum sie entstehen, welche Symptome sie hervorrufen können und wie sie gemessen werden. Wir zeigen auch, warum der bloße Wert in Picocoulomb nicht ausreicht, um das Risiko zu beurteilen.


Das Licht funktioniert.

Der Kühlschrank kühlt.

Der Wasserkocher kocht Wasser.

Nichts zündet, nichts raucht, niemand rennt nach einem Feuerlöscher.

Man könnte also annehmen, dass alles in Ordnung ist.

Stellen Sie sich nun vor, dass in einer Steckdose ein sehr kleines, kaum wahrnehmbares Funkeln auftritt. Nicht jedes Mal. Manchmal bei höherer Belastung.

Manchmal dann, wenn es in der Wohnung feucht ist. Manchmal nur für einen Bruchteil einer Sekunde.

Würden Sie dann immer noch davon ausgehen, dass es kein Problem gibt?

Wahrscheinlich nicht.

Bei einem Transformator können Teilentladungen (PD) eine ähnliche Rolle spielen. Sie sind klein, kurzlebig und bei einer Standardkontrolle oft unsichtbar.

Sie verursachen nicht sofort einen spektakulären Durchschlag oder eine sofortige Abschaltung des Geräts.

Stattdessen schwächen sie die Isolierung allmählich.

Ein bisschen wie eine Undichtigkeit im Dach. Ein einziger Tropfen wird das Gebäude nicht zerstören. Wenn es jedoch tagtäglich, über viele Monate hinweg, tropft, beginnt die Konstruktion durchzuweichen. Es entsteht Feuchtigkeit, Schimmel, Materialschäden und eine immer größere Rechnung für die Sanierung.

Bei Teilentladungen ist es ähnlich. Ein einzelner Impuls muss keine Katastrophe bedeuten. Sich wiederholende Impulse können jedoch darauf hinweisen, dass im Inneren des Transformators ein kleiner, unsichtbarer Degradationsmechanismus am Werk ist.

Und genau deshalb lohnt es sich, PD zu erkennen, solange der Transformator noch in Betrieb ist.

Dieses Material richtet sich an Personen, die für die Instandhaltung von Transformatoren, Transformatorstationen, Schaltanlagen und Industrieanlagen verantwortlich sind. Es ist auch für Planer, Investoren und alle, die besser verstehen möchten, was in der Isolierung von Hoch- und Mittelspannungsgeräten vor sich geht, von Nutzen.

Nach der Lektüre wird es leichter fallen, die folgenden Fragen zu beantworten:

Bedeutet jedes PD einen Defekt?

Welche Symptome sollten Alarm schlagen?

Was ist der Unterschied zwischen einer Offline-Messung und einem Online-Monitoring?

Warum ersetzt eine Ölanalyse die PD-Messung nicht?

Wie unterscheidet man eine echte Teilentladung von einer Störung?

Was tun, wenn die Ergebnisse sich verschlechtern?

Lesezeit: etwa 9 Minuten.


Teilentladung – ein kleiner Funke mit großem Potenzial

Ein Transformator arbeitet durch den kontrollierten Energiefluss zwischen den Wicklungen. Die Isolierung trennt die unter unterschiedlichen Potenzialen stehenden Teile und sorgt dafür, dass der Strom dorthin fließt, wo er soll.

Unter idealen Bedingungen verteilt sich das elektrische Feld gleichmäßig. Die Isolierung behält ihre Eigenschaften, und das Gerät arbeitet ohne unerwünschte Phänomene.

Die Realität ist weniger elegant.

Im Isolationsmaterial können sich kleine Gasbläschen befinden. Es können Schichtablösungen, Mikrorisse, Verunreinigungen oder Stellen mit ungeeigneter Geometrie entstehen. Manchmal ist das Problem auf Alterung, Feuchtigkeit, mechanische Spannungen oder ungünstige Betriebsbedingungen zurückzuführen.

An einer solchen Stelle kann die elektrische Feldstärke lokal zu hoch werden. Es kommt dann zu einer kurzen Entladung.

Diese erfasst nicht den gesamten Weg zwischen den Elektroden. Deshalb sprechen wir von einer unvollständigen oder Teilentladung.

Das ist ein bisschen wie ein Funke, der in einem defekten Ladegerät überspringt. Es kommt noch nicht zum vollständigen Kurzschluss, aber das Material erhält bereits das Signal, dass seine besten Jahre allmählich zu Ende gehen könnten.

Im Transformator dauert eine einzelne Entladung sehr kurz. Das Problem ist die Häufigkeit des Auftretens und der Ort, an dem das Phänomen auftritt. Wenn die Impulse in einem Bereich der kritischen Isolierung auftreten, können sie das Material allmählich zerstören und Pfade schaffen, auf denen sich später weitere Entladungen leichter ausbreiten.

Wo können in einem Transformator Teilentladungen auftreten?

Teilentladungen brauchen kein großes Loch oder einen sichtbaren Schaden.

Manchmal reicht ein mikroskopisch kleiner Raum, in dem die lokalen elektrischen Bedingungen von denen im übrigen Isolationsmaterial abweichen.

Ein typischer Ort sind Gasbläschen in der festen Isolierung.

Gas hat eine geringere elektrische Festigkeit als gut ausgeführte Papier-, Harz- oder Ölisolierung. In einem kleinen Hohlraum kann daher eine Entladung entstehen, obwohl die gesamte Isolationsstruktur äußerlich noch einwandfrei erscheint.

Man kann dies mit einem Bürgersteig vergleichen.

Der größte Teil seiner Oberfläche ist stabil, aber unter einem Abschnitt hat sich ein kleiner Hohlraum gebildet. Ein Passant mag es nicht bemerken. Ein Auto wird ebenfalls ohne Probleme darüberfahren. Jede weitere Belastung wird den Schaden jedoch vertiefen.

Ein Problem kann auch an scharfen Kanten, unsachgemäß ausgeführten Verbindungen und Stellen auftreten, an denen sich das elektrische Feld stärker konzentriert als vorgesehen.

Bei der Konstruktion von Hochspannungsanlagen hat die Geometrie eine enorme Bedeutung.

Ein spitzes, leitendes Element kann ähnlich wie die Spitze einer Stecknadel unter Druck wirken. Die Kraft verteilt sich nicht gleichmäßig. Sie konzentriert sich auf eine sehr kleine Fläche.

Im elektrischen Feld bedeutet dies eine lokale Erhöhung der Spannungsbeanspruchung.

Teilentladungen können auch mit Schichtablösungen zusammenhängen.

Wenn sich zwischen den Isolationselementen ein Spalt bildet, verändert sich die Art der Feldverteilung. Das Material arbeitet nicht mehr als eine einheitliche Barriere.

Mit der Zeit kann eine Stelle entstehen, an der die PD-Aktivität bei jedem Spannungszyklus wiederkehrt.

Auch Feuchtigkeit hat hier viel zu sagen. Papierisolierung verliert unter Feuchtigkeitseinfluss einen Teil ihrer Eigenschaften, und Alterungsprozesse können sich beschleunigen.

In Öltransformatoren wandert die Feuchtigkeit in Abhängigkeit von Temperatur und Betriebsbedingungen zwischen Öl und fester Isolierung.

Daher verhält sich ein Transformator nicht unter allen Bedingungen gleich.

Derselbe Transformator kann bei niedriger Temperatur eine andere Aktivität zeigen als bei hoher Last und wieder eine andere nach längerem Betrieb in einer feuchten Umgebung.

Warum bleiben PD lange unbemerkt?

Teilentladungen haben eine besonders unangenehme Eigenschaft: Sie können sich ohne spektakuläre Symptome entwickeln.

Der Transformator kann weiterhin Energie übertragen.

Die Spannungen können innerhalb der zulässigen Grenzen liegen. Die Temperatur kann normal erscheinen. Die Schutzsysteme müssen nicht reagieren.

Das ist ein bisschen wie bei einem Auto, das sehr langsam Luft aus einem Reifen verliert.

Tage lang bemerkt der Fahrer nichts. Das Auto fährt. Das Lenkrad funktioniert. Das Radio spielt. Erst nach einiger Zeit erscheint die Meldung, dass etwas nicht stimmt.

Im Falle eines Transformators kann das erste Signal eine Veränderung der Ölanalyse-Ergebnisse, ein Anstieg der vom Überwachungssystem registrierten Impulszahl oder das Auftreten eines ungewöhnlichen Musters im phasenaufgelösten Messbild sein.

Manchmal sind charakteristische Geräusche, lokale Vibrationen oder Veränderungen der Parameter von Hilfseinrichtungen zu beobachten. Dies sind jedoch nicht immer vorhandene Symptome. Das Fehlen von hörbarem Lärm bedeutet nicht das Fehlen von PD.

Der Mensch hört einen Teil des Frequenzspektrums. Messgeräte können Phänomene erfassen, die Nanosekunden dauern. Das ist ein bisschen so, als würde man versuchen, die Arbeit eines Servers zu beurteilen, indem man hört, ob der Computer den richtigen Ton von sich gibt. Wenn nichts zu hören ist, bedeutet das noch lange nicht, dass alles perfekt funktioniert.

Am wertvollsten sind daher nicht einzelne Beobachtungen, sondern über die Zeit gesammelte Daten.

Wenn das Messergebnis stabil bleibt, ist die Situation möglicherweise weniger besorgniserregend als bei einem Gerät, bei dem die Aktivität allmählich zunimmt. Der Trend zeigt die Richtung. Eine einzelne Zahl zeigt nur den Moment.

DGA-Analyse – was man aus dem Öl erfahren kann

Bei Öltransformatoren ist die Analyse der gelösten Gase (Dissolved Gas Analysis – DGA) ein wichtiges Diagnosewerkzeug.

Bei einigen Prozessen im Inneren des Transformators entstehen Gase. Ihre Art und ihre Anteile können Informationen über mögliche Überhitzung, Lichtbögen, Isolationsalterung oder Entladungsaktivität liefern.

Das Öl kann in diesem Fall als eine Art Chronik des Geräts betrachtet werden.

Es beschreibt nicht jedes Ereignis minutiös, bewahrt aber Spuren von Prozessen, die im Inneren des Kessels stattgefunden haben.

Die DGA ist sehr nützlich, sollte aber nicht als direkter Ersatz für eine PD-Messung betrachtet werden.

Die Ölanalyse kann darauf hindeuten, dass im Transformator ein elektrisches Phänomen auftritt.

Sie zeigt jedoch nicht immer dessen genaue Position. Sie sagt auch nicht alles über die Impulsfrequenz, deren phasenaufgelöste Verteilung oder darüber aus, ob sich die Quelle an der Durchführung, der Wicklung, einer Verbindung oder einem anderen Teil der Isolierung befindet.

Die besten Ergebnisse liefert die Kombination von Daten. Wenn die DGA auf elektrische Aktivität hinweist und die PD-Messung ein wiederkehrendes Impulsmuster zeigt, wird die Diagnose zuverlässiger. Wenn zusätzlich eine akustische oder UHF-Methode einen bestimmten Bereich anzeigt, können die weiteren Maßnahmen präziser geplant werden.

Eine einzelne Untersuchung ist ein Hinweis. Mehrere übereinstimmende Untersuchungen beginnen, eine Geschichte zu erzählen.

Wie werden Teilentladungen gemessen?

Die Grundlage klassischer Messungen ist die elektrische Methode, die in der Norm IEC 60270 beschrieben wird. Die aktuelle Norm IEC 60270:2025 befasst sich mit der ladungsbezogenen Messung von Teilentladungen bei Wechselspannungen bis 500 Hz sowie bei Gleichspannung. Sie beschreibt unter anderem Messgrößen, Prüfanordnungen, die Kalibrierung und Methoden zur Unterscheidung von Entladungen und externen Störungen.

Einer der am häufigsten verwendeten Parameter ist die sogenannte scheinbare Ladung, ausgedrückt in Picocoulomb, also pC.

An dieser Stelle ist Vorsicht geboten. Die scheinbare Ladung ist keine einfache Messung der gesamten Prozessenergie. Sie ist ein Wert, der auf der Grundlage des Ansprechens eines bestimmten Messsystems auf den Entladungsimpuls bestimmt wird.

Man kann dies mit einer Lärmmessung in einem Gebäude vergleichen. Ein Mikrofon, das an einer Wand angebracht ist, registriert einen anderen Wert als ein Mikrofon, das direkt neben der Schallquelle platziert ist. Wenn zusätzlich die Raumakustik verändert wird, werden auch die Ergebnisse unterschiedlich sein.

Ähnlich funktioniert die PD-Messung. Das Ergebnis wird beeinflusst durch die Konstruktion des Transformators, die Entfernung zur Quelle, die Art der Geräteanschaltung, die Abschirmung, die Impedanz des Systems und den Störpegel.

Wichtig ist auch das PRPD-Diagramm (Phase Resolved Partial Discharge), also die Darstellung der Impulse in Bezug auf die Spannungsphase. Es ermöglicht die Analyse, in welchen Teilen des Spannungszyklus die Entladungen auftreten.

Ein solches Bild kann helfen, den Typ des Phänomens zu erkennen. Innere Entladungen, Oberflächenentladungen, Koronaentladungen und externe Störungen erzeugen oft unterschiedliche Muster.

Man sollte das PRPD-Diagramm jedoch nicht wie einen Automaten behandeln, der nach einem einzigen Blick ein Urteil fällt. Die Interpretation erfordert den Vergleich mit anderen Parametern und die Kenntnis des spezifischen Geräts.

Offline-Messung und Online-Monitoring – Untersuchung und Live-Überwachung

Eine Offline-Messung wird nach dem Abschalten des Transformators durchgeführt. Das Gerät ist vom Netz getrennt, und die Messbedingungen können kontrolliert werden.

Dies ähnelt einer Inspektion des Autos in der Werkstatt. Der Mechaniker kann das Fahrzeug anheben, die Teile von unten prüfen, die Messgeräte anschließen und den Test unter Bedingungen durchführen, bei denen viele Variablen kontrolliert werden können.

Bei einer Offline-Messung kann die Spannung schrittweise erhöht, die Einsetzspannung (Inception Voltage) der PD bestimmt, die Entladungsintensität beobachtet und die Spannung, bei der die Aktivität erlischt, überprüft werden.

Eine solche Untersuchung liefert wertvolle Informationen, insbesondere nach der Herstellung des Transformators, nach einer Reparatur oder vor der Inbetriebnahme des Geräts.

Sie hat jedoch eine Einschränkung. Der Transformator arbeitet dann nicht in seiner täglichen Umgebung. Es liegt keine tatsächliche Last an, die Netzstörungen können anders sein, und Temperatur und Betriebsbedingungen unterscheiden sich von denen im regulären Betrieb.

Das Online-Monitoring ermöglicht es, den Transformator während des normalen Betriebs zu beobachten. Sensoren können hochfrequente Impulse, Signale in den Erdungsleitungen oder elektromagnetische Wellen erfassen.

Dies ähnelt der Beobachtung eines Autos während der täglichen Fahrt. Man kann sehen, wie es sich beim Beschleunigen, unter Last, im Stau und auf langen Strecken verhält. Die Werkstattuntersuchung ist wichtig, aber der tägliche Betrieb offenbart manchmal Dinge, die auf dem Prüfstand nicht sichtbar sind.

Das Online-Monitoring ermöglicht die Erfassung von Aktivitätsänderungen während Lastanstiegen, Schaltvorgängen, Temperaturschwankungen und Störungen im System.

Seine Herausforderung ist das Messrauschen. In der Nähe des Transformators arbeiten Schaltanlagen, Wechselrichter, Wandler, Automatisierungssysteme und andere Geräte. Jedes kann PD-ähnliche Signale erzeugen.

Daher sollte ein Online-System nicht nur die Amplitude analysieren, sondern auch den Zeitpunkt des Impulses, die Wiederholbarkeit, die Phasenabhängigkeit, die Unterschiede zwischen den Sensoren und die Richtung der Veränderungen.

UHF-, akustische und HFCT-Messungen

Die klassische elektrische Messung zeigt an, dass eine bestimmte Aktivität im System vorhanden ist. In vielen Fällen müssen wir jedoch wissen, wo sich die Quelle genau befindet.

Eine Methode, die bei der Lokalisierung hilft, ist UHF. Teilentladungen erzeugen elektromagnetische Impulse hoher Frequenz. Geeignete Sensoren können diese Impulse an verschiedenen Punkten des Transformators erfassen.

Wenn das Signal die Sensoren zu unterschiedlichen Zeiten erreicht, kann die Position der Quelle abgeschätzt werden. Das ist ein bisschen wie die Bestimmung des Ortes eines Feuerwerks anhand der Differenz zwischen dem Zeitpunkt, an dem wir den Blitz sehen, und dem Zeitpunkt, an dem der Knall uns erreicht. Im Transformator geschieht alles viel schneller, aber das Prinzip des Zeitvergleichs bleibt ähnlich.

Eine weitere Methode sind akustische Messungen. Eine Teilentladung kann eine mechanische Welle erzeugen, die sich durch das Öl und die Konstruktion des Transformators ausbreitet. Auf dem Kessel angebrachte Sensoren registrieren die Signale, und ihr Vergleich hilft, den Aktivitätsbereich zu identifizieren.

Hier kann man das Beispiel des Klopfens an eine Wand verwenden. Wenn jemand von einer Seite des Gebäudes klopft, ist das Geräusch in der Nähe der Quelle lauter und in der Ferne leiser. Der Transformator ist natürlich ein weitaus komplexeres Objekt als eine Zimmerwand, da die Signale von Konstruktionselementen reflektiert und auf dem Weg gedämpft werden können.

Es werden auch HFCT-Sensoren (High Frequency Current Transformer) eingesetzt, die auf Erdungsleitungen montiert werden. Sie registrieren hochfrequente Impulse im Zusammenhang mit der Entladungsaktivität.

Die CIGRE weist darauf hin, dass sich konventionelle und unkonventionelle Methoden ergänzen können.

Eine Methode kann das Signal erfassen, eine andere seinen Charakter bestätigen, und eine dritte kann bei der Bestimmung der Position helfen.

Bedeutet ein hoher PD-Wert immer eine ernsthafte Gefahr?

Das ist eine der am häufigsten gestellten Fragen und gleichzeitig eine, die sich nur schwer mit einem einzigen Satz beantworten lässt.

Teilentladungen werden im Kontext beurteilt. Der Wert in Picocoulomb ist wichtig, aber er sagt nicht alles aus.

Von Bedeutung sind die Konstruktion des Transformators, die Art der Isolierung, die Nennspannung, der Ort der Entladungen und das Verhalten des Signals bei Spannungsänderungen.

Stellen Sie sich die Körpertemperatur vor. Ein Ergebnis von 38 Grad kann bei einem Erwachsenen nach körperlicher Anstrengung etwas anderes bedeuten als bei einem Kind und wieder etwas anderes in Verbindung mit anderen Symptomen. Die Zahl selbst ist wichtig, aber ohne Kontext bleibt sie unvollständig.

Ähnlich verhält es sich mit PD.

Ein Transformator mit einem moderaten, stabilen Aktivitätsniveau kann eine Beobachtung und weitere Untersuchungen erfordern. Ein Transformator mit einem niedrigeren Niveau, das sich jedoch innerhalb weniger Monate deutlich verschlechtert, kann eine größere diagnostische Herausforderung darstellen.

Besorgniserregend sollten Situationen sein, in denen die Aktivität zunimmt, ein neues Phasenmuster auftritt, sich die Position des Signals ändert oder die PD-Ergebnisse mit ungünstigen Veränderungen in der Ölanalyse übereinstimmen.

Man sollte auch bedenken, dass nicht jeder Impuls eine echte interne Entladung ist. Die Signalquelle kann eine externe Störung, eine unsachgemäße Erdung, ein loses Teil, der Betrieb benachbarter Geräte oder ein Messkonfigurationsfehler sein.

Daher sollte die Interpretation des Ergebnisses der Arbeit eines guten Detektivs ähneln. Eine Spur ist interessant. Mehrere Spuren, die zum selben Ort führen, beginnen, einen Beweis zu ergeben.

Wie zerstört PD die Isolierung?

Eine Teilentladung ist kurz, aber sie kann aggressiv sein.

Sich wiederholende Impulse verursachen lokale thermische, chemische und mechanische Einwirkungen. In der Isolierung entstehen Mikroschäden, Zersetzungsprodukte und Bereiche mit geringerer Festigkeit.

Der Prozess kann mit einem Riss in der Windschutzscheibe eines Autos verglichen werden. Anfangs ist er klein und behindert die Fahrt nicht. Wenn das Auto jedoch regelmäßig über unebene Straßen fährt, kann sich der Riss verlängern und verzweigen.

In der Isolierung spielen Spannungszyklen, Temperatur, Vibrationen und elektromagnetische Kräfte eine ähnliche Rolle.

Irgendwann entstehen Pfade, auf denen sich weitere Entladungen leichter ausbreiten können. Der Schaden kann einen immer größeren Bereich umfassen, bis es schließlich zum Durchschlag kommt.

In Öltransformatoren können Entladungen zur Zersetzung des Öls und zur Gasbildung führen. In der Papierisolierung kann sich ein Alterungsprozess entwickeln, der ihre mechanische und elektrische Festigkeit beeinträchtigt.

Das Wichtigste ist, dass ein Defekt oft nicht an dem Tag beginnt, an dem das Schutzsystem anspricht. Das Schutzsystem mag das letzte Kapitel einer Geschichte sein, die viele Monate zuvor mit kleinen, ignorierten Impulsen begann.

Was tun nach dem Erkennen von PD-Aktivität?

Der erste Schritt ist die Bestätigung des Ergebnisses. Die Messung sollte wiederholt oder durch eine andere Methode ergänzt werden, insbesondere wenn der Störpegel hoch war.

Anschließend sollte das Ergebnis mit früheren Messungen verglichen werden. Wenn die Historie des Geräts nicht verfügbar ist, sollte die erste Messung als Referenzpunkt für zukünftige Untersuchungen betrachtet werden.

Der nächste Schritt ist die Bestimmung des Charakters und der Position der Aktivität. Je nach Situation können eine UHF-Messung, eine akustische Methode, HFCT, eine zusätzliche DGA-Analyse oder eine spezialisierte Offline-Untersuchung eingesetzt werden.

Erst dann können Betriebsentscheidungen getroffen werden.

Manchmal reicht eine Erhöhung der Messhäufigkeit aus. In anderen Fällen kann eine Lastreduzierung, die Planung einer Inspektion, die Überprüfung der Durchführungen, die Analyse des Erdungssystems oder die Vorbereitung einer Reparatur erforderlich sein.

Wenn sich die Quelle in einem kritischen Isolationsbereich befindet und eine zunehmende Aktivität aufweist, erfordert der weitere Betrieb des Transformators eine besonders sorgfältige Bewertung.

Es lohnt sich nicht, auf Rauch, Brandgeruch oder einen spektakulären Lichtbogen zu warten. Dann wird aus der Diagnostik eine Schadensanalyse, und die Planungsmöglichkeiten sind viel geringer.

Diagnostik und Praxis

Teilentladungen erinnern daran, dass der Zustand eines Transformators besser beurteilt werden sollte, bevor das Problem zu einem Defekt wird. Ein einzelner Impuls bedeutet nicht immer eine sofortige Abschaltung des Geräts. Er verdient jedoch immer Aufmerksamkeit, insbesondere wenn sein Pegel steigt, sich der Signalcharakter ändert oder das Ergebnis eine Bestätigung in der Ölanalyse und anderen diagnostischen Untersuchungen findet.

Die richtige Entscheidung erfordert Kontext, Messhistorie und Kenntnis des spezifischen Geräts. Von Bedeutung sind der PD-Pegel, sein Trend, die Phasenabhängigkeit, die Position und der Einfluss der Betriebsbedingungen.

Der Transformator kann weiterhin funktionieren und gleichzeitig Warnsignale senden.

So wie ein Auto trotz langsam entweichender Luft aus dem Reifen weiterfahren kann.

So wie ein Dach gut aussehen kann, obwohl es an einer Stelle beginnt, Wasser durchzulassen.

Eine professionelle Diagnostik ermöglicht es, früher zu reagieren und die nächsten Schritte mit größerer Gelassenheit zu planen.

Genau hier beginnt der Wert einer guten Partnerschaft.

Wenn Sie eine neue Transformatorstation planen, eine bestehende Infrastruktur modernisieren oder eine Investition mit Photovoltaik, Energiespeicher oder Elektromobilität vorbereiten, lohnt es sich, das Gespräch mit den technischen Parametern und den tatsächlichen Anforderungen des Projekts zu beginnen.

Prüfen Sie die verfügbaren Mittelspannungstransformatoren.

Die Verfügbarkeit des Geräts kann den Weg von der Investitionsentscheidung bis zur Inbetriebnahme verkürzen.

Sehen Sie, welche Trafos wir ab Lager verfügbar haben.

Ein guter Transformator sollte kein zufälliges Element einer Bestellung sein.

Er sollte zum gesamten System, seiner Last, seiner Betriebsweise und seiner geplanten Entwicklung passen.

Denn in der Energietechnik ist der wertvollste Alarm derjenige, der früh genug kommt, um eine ruhige Reaktion planen zu können.

Und die beste Zusammenarbeit beginnt noch früher – bei der richtigen Auswahl des Geräts.


Quellen:

IEC 60270:2025, High voltage test techniques, Charge based measurement of partial discharges

CIGRE, Guidelines for partial discharge detection using conventional and unconventional methods

IEEE Guide for the Electrical Measurement of Partial Discharges in High Voltage Bushings and Instrument Transformers

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Transformatorinstallation: 11 Konstruktionsfehler, die harmlos aussehen

Häufigste Fehler bei der Installation eines Transformators betreffen das Fundament, die Belüftung, den Servicezugang, die Erdung, die Kabeltrassen, die Schutzsysteme, den Brandschutz, die Ölretention sowie die Umgebungsbedingungen. Die meisten davon lassen sich bereits in der Planungsphase eliminieren, bevor das mehrere Tonnen schwere Gerät auf der Baustelle erscheint und sich weigert, mit dem vorbereiteten Raum zusammenzuarbeiten.


Ein Transformator kann über Jahrzehnte arbeiten. Er kann jedoch weder das Fundament verschieben, die Türen verbreitern noch die Kabel davon überzeugen, sich plötzlich nach den Wünschen des Planers zu biegen.

Bei Energeks haben wir bereits Hunderte von Transformatoren verkauft.

Unsere Geräte kommen unter anderem in Projekten zum Einsatz, die die Infrastruktur der größten polnischen Verteilnetzbetreiber, Industrieanlagen und dezentrale Energieerzeugungsanlagen unterstützen.

Wir wissen, dass die teuersten Korrekturen oft mit ganz harmlosen Sätzen beginnen:

"Der Raum sollte ausreichen."
"Die Belüftung wird schon irgendwie gehen."
"Die Durchführung ist nur ein wenig verschoben."
"Der Service wird schon irgendwann Platz finden."

Das Problem ist, dass Zentimeter sich später in Stunden Stillstand verwandeln können, und eine unterschätzte Temperatur, Feuchtigkeit oder das Gerätegewicht können die Lebensdauer einer auf viele Jahre ausgelegten Anlage verkürzen.

In diesem Artikel führen wir die Installation eines Transformators von Grund auf durch, buchstäblich.

Wir beginnen mit dem Fundament und den Transportbedingungen, prüfen dann die Belüftung, Temperatur, Feuchtigkeit, Lärm und den Servicezugang.

Wir betrachten die Erdung, die Kabeltrassen, die Biegeradien und die Schutzsysteme.

Am Ende ordnen wir den Brandschutz, die Ölretention, die Dokumentation und die Abnahmen.

Dieser Artikel richtet sich an Planer, Investoren, Ausführende, Bauleiter und Instandhaltungsteams. Nach der Lektüre werden Sie Entscheidungen, die auf dem Papier gut aussehen, leichter erkennen und vor der Montage überprüfen können.

Denn eine gute Transformatorinstallation beginnt nicht mit dem Kran.

Sie beginnt mit einem Plan, der bedenkt, dass das Papier alles akzeptiert, der Transformator jedoch bereits seine eigenen Abmessungen, sein Gewicht und eine eigene Meinung zur Belüftung hat.

Lesezeit: 11 min


1. Erster Fehler: Der Platz für den Transformator wird wie eine gewöhnliche freie Fläche behandelt.

Auf dem Grundriss sieht alles ordentlich aus.

Das Transformator-Rechteck passt in den Raum. Es gibt eine Tür. Es gibt Wände. Die Abstände sehen "ungefähr" aus. Und hier beginnt der erste Klassiker.

Der Transformator benötigt nicht nur Fläche für sein eigenes Gehäuse. Er benötigt Arbeitsraum, Belüftungsraum, Servicefläche, Raum für Biegeradien der Kabel, Raum für sicheren Zugang und Raum für die Zukunft.

Das ist ein bisschen wie beim Einbau eines großen Schranks in eine Wohnung. Im Plan passt der Schrank perfekt. Das Problem beginnt, wenn man die Tür öffnen, die Schublade herausziehen, mit dem Staubsauger daran vorbei und nicht jeden Morgen mit der Hüfte an der Kante anstoßen muss. In der Energietechnik ist diese "Hüfte" der Service, die Messungen, die Thermografie, die Reinigung, die Kontrolle der Klemmen, der Zugang zum Typenschild und die Möglichkeit, ein Bauteil auszutauschen, ohne die halbe Station zu demontieren.

In den Herstellerunterlagen finden sich oft konkrete Anforderungen an Abstände zu Lüftungsöffnungen, Wänden oder anderen Hindernissen. Eaton weist darauf hin, dass die erforderlichen Abstände je nach Transformator-Konstruktion variieren können und aus den Kennzeichnungen und der Anleitung des Herstellers zu entnehmen sind, und bei vielen belüfteten Geräten ist auf die Einhaltung von Freiräumen an den Lüftungsöffnungen zu achten.

Ein harmloser Planungsfehler besteht darin, dass jemand Platz "für die Abmessungen" lässt, aber keinen Platz "für das Leben des Geräts". Dann stellt sich heraus, dass die Wärmebildkamera den kritischen Punkt nicht sieht, die Tür sich nicht vollständig öffnen lässt, die Kabel im falschen Winkel eintreten und die Klemmen nur mit der Miene eines Menschen erreichbar sind, der gerade eine Wette gegen die Geometrie verloren hat.

Der beste Plan löst nicht nur die Frage:
Passt der Transformator hinein?

Er erklärt, wie die Installation zu planen ist, damit der Transformator sicher eingebracht, angeschlossen, in Betrieb genommen, überwacht, gewartet und in Zukunft auch ausgetauscht werden kann...

Und da selbst die beste Einheit nicht ewig arbeitet, lohnt es sich zu wissen, wann sich eine Überholung des Transformators rechnet und wann es sinnvoller ist, ihn durch einen neuen zu ersetzen. Diesem Thema haben wir einen separaten Artikel gewidmet, der Sie interessieren könnte, lieber Leser:

Überholen oder ersetzen? Letzte Chance für Ihren Transformator!


2. Zweiter Fehler: Die Belüftung wird mit Intuition und nicht mit Wärmeverlusten berechnet.

Ein Transformator arbeitet leise, gibt aber ständig Wärme ab.

Die Leerlauf- und Lastverluste verschwinden nicht auf magische Weise in der Luft. Sie wandeln sich in Temperatur um, und die Temperatur ist einer der geduldigsten Gegner der Isolierung.

Der harmloseste Fehler lautet: "Der Raum ist groß, also wird es gut sein."

Muss es nicht.

Die Belüftung in Mittelspannungsstationen dient in erster Linie der Ableitung der von den Transformatoren und anderen Geräten erzeugten Wärme sowie der Unterstützung der Trocknung nach Feuchtigkeitsperioden. Gleichzeitig kann eine übermäßige Belüftung ebenfalls problematisch sein, da sie das Risiko von Kondensation erhöhen kann, insbesondere bei plötzlichen Temperaturänderungen.

Die Belüftung von MS-Stationen sollte auf einem minimal erforderlichen Niveau gehalten werden, und die Lüftungsöffnungen sollten die natürliche Konvektion unterstützen, wobei Ein- und Auslass so angeordnet sein sollten, dass die Wärme den Transformatorraum tatsächlich verlassen kann.

Das ist wichtig, denn viele Menschen denken bei Belüftung an ein Gitter in der Wand. Der Transformator denkt bei Belüftung an eine thermische Bilanz.

Wenn der Plan nicht die Transformatorverluste, die Umgebungsbedingungen, die Sonneneinstrahlung auf das Gehäuse, die Arbeit der Schaltanlagen, mögliche Überlastzustände, die lokale Temperatur und den Luftstrom berücksichtigt, wird das Lüftungsgitter zur technischen Dekoration. Es sieht gut aus, macht aber nicht unbedingt seinen Job.

Bei Trockentransformatoren ist das Problem besonders tückisch, da das Fehlen von Öl ein trügerisches Gefühl der Einfachheit vermitteln kann. Dabei benötigen auch Trockentransformatoren geeignete Kühlbedingungen, saubere Luft und die Einhaltung der erforderlichen Abstände. Wenn die Öffnungen verdeckt sind, der Luftströmungskanal zufällig ist und sich im Raum Staub sammelt, beginnt das Gerät in einer Umgebung zu arbeiten, die der Planer nicht vorgesehen hat, die sich aber selbst geplant hat. Nur schlechter.

Eine gute Belüftung ist kein "größeres Loch in der Wand". Eine gute Belüftung ist ein Dialog zwischen Physik, der Herstellerdokumentation und den realen Bedingungen des Objekts.


3. Dritter Fehler: Ignorieren von Feuchtigkeit, Kondensation und dem Mikroklima der Station.

Feuchtigkeit ist kein kleines Problem.

Sie ist ein Problem, das einen unsichtbaren Anzug anzieht und leise arbeitet.

Im Plan sehen wir oft Wände, Dach, Türen, Gitter, Fundament und die Geräteanordnung. Seltener sehen wir das Mikroklima.

Also das, was morgens passiert, wenn die Temperatur schnell steigt oder fällt.
Was nach starken Niederschlägen geschieht.
Was im Winter passiert, wenn das Gerät vorübergehend abgeschaltet ist.
Was in der Nähe des Meeres, von Industrieanlagen, Feldern, Straßen oder Gebieten mit hoher Staubbelastung geschieht.

Die Hersteller von Betriebsmitteln weisen darauf hin, dass der Luftstrom keine plötzlichen Temperaturänderungen verursachen sollte, die zum Erreichen des Taupunkts führen. In der Praxis bedeutet das, dass "mehr Luft" nicht immer "besser" bedeutet.

Manchmal bedeutet es "mehr Kondensation an Elementen, die Kondensation überhaupt nicht mögen" – und dass der Planer zwar die Belüftung vorsieht, aber nicht das Verhalten der Feuchtigkeit. Die Station soll atmen, aber keine Probleme ansaugen. Lüftungsöffnungen, Lamellen, Trennwände, die Anordnung der Schaltanlagen relativ zum Transformator, die antikondensatorische Heizung und der Schutz vor Staub sind keine ästhetischen Details. Sie sind Elemente der Aufrechterhaltung der Arbeitsumgebung.

Bei Außenanlagen sind auch die Sonneneinstrahlung, der Wind und der Niederschlag von Bedeutung. Ein im Sommer aufgeheiztes Gehäuse wirkt wie ein metallischer Thermosbehälter, nur in einer weniger unterhaltsamen Version. Im Winter wiederum können plötzliche Temperaturänderungen Bedingungen für Kondensation schaffen, insbesondere wenn die Geräte nicht mit einer kontinuierlichen Last arbeiten.

Eine gut geplante Transformatorinstallation kämpft nicht heldenhaft gegen das Wetter. Sie nimmt es vorausschauend in den Plan auf. Das ist die ruhigere und günstigere Strategie.


4. Vierter Fehler: Ein Fundament, das "ausreicht", aber nicht für das reale Gewicht und den Betrieb.

Das Fundament für einen Transformator ist kein Podest.

Es ist ein Element des technischen Systems.

Es muss das Gewicht des Geräts tragen.
Es muss das Niveau halten.
Es muss mit dem Transport- und Entladeweg zusammenarbeiten.
Es muss Entwässerung, Erdung, eventuelle Flüssigkeitsretention, Kabelführung und Zugang zu den Montagepunkten ermöglichen.
Es darf auch nicht brechen, wenn die Theorie endet und der Kran, der Hubwagen, die Rollen und der reale Druck beginnen.

Ein harmloser Fehler sieht so aus: Im Plan wurde die Tragfähigkeit angenommen, aber der Prozess des Einbringens nicht durchdacht. Oder es wurde der Untergrund für den statischen Zustand ausgelegt, aber die kurzzeitigen Belastungen während des innerbetrieblichen Transports nicht geprüft. Oder es wurde ein Fundament erstellt, das stabil ist, aber das falsche Gefälle aufweist. Oder es wurden keine Montagetoleranzen vorgesehen, und der Transformator steht letztendlich so, dass zwar alles funktioniert, aber jeder Kabelanschluss ein kleines Gebet an die Geometrie erfordert.

Bei Öltransformatoren kommt noch das Thema der Auffangwanne, der Dichtheit, der Entwässerung und der Kontrolle eines möglichen Lecks hinzu. Bei Trockentransformatoren sind die Stabilität des Untergrunds, die Vermeidung von übermäßigen Vibrationen und die Sauberkeit der Umgebung wichtig. In beiden Fällen ist das Fundament die erste Qualitätserklärung des Projekts.

Eine gute Praxis besteht darin, das Fundament nicht nur für "hier wird der Transformator stehen" zu planen, sondern für das gesamte Szenario: Lieferung, Entladung, Verschiebung, Aufstellung, Anschluss, Inbetriebnahme, Kontrollen, Wartung und Austausch.

In der Energietechnik gewinnt sehr oft nicht der Plan, der auf dem Papier am elegantesten aussieht. Es gewinnt der Plan, der dem Montageteam vor Ort die meiste Vernunft gibt.


5. Fünfter Fehler: Kabeltrassen werden ohne Respekt vor den Biegeradien geplant.

Energiekabel sind keine Spaghetti.

Man kann sie nicht "irgendwie verlegen", ohne Konsequenzen.

Einer der am meisten unterschätzten Fehler ist die falsche Positionierung von Durchführungen, Kabelkanälen und Eintrittspunkten in den Transformator. Auf dem Papier sieht eine Verschiebung um 20 cm harmlos aus.

In der Realität kann sie einen zu kleinen Biegeradius, Spannungen an den Kabelendverschlüssen, eine schwierige Montage, ein größeres Risiko von Anschlussfehlern und einen schlechten Zugang zur Kontrolle bedeuten.

Der Transformator-Hersteller gibt die zulässigen Einführungsbereiche, die Anforderungen an den Raum im Gehäuse und die Art der Verbindungen vor. Schneider Electric weist in den Anleitungen für Trockentransformatoren unter anderem darauf hin, die vorgesehenen Einführungsbereiche zu nutzen, flexible Leitungen wo möglich zu verwenden und bei elektrischen Verbindungen einen kalibrierten Drehmomentschlüssel zu verwenden.

Das ist keine Bürokratie. Das ist die Mechanik des elektrischen Kontakts.

Eine zu fest angezogene Verbindung kann das Bauteil beschädigen. Eine zu locker angezogene kann sich erwärmen. Ein falsch verlegtes Kabel kann mechanisch arbeiten, wo es ruhig sein sollte. Ein Mangel an Platz für die Adern kann dazu führen, dass der Installateur mit dem Material kämpft, anstatt präzise zu arbeiten.

Ein harmloser Planungsfehler: "Die Durchführung setzen wir hier hin, weil sie gut an die Wand passt."

Die bessere Frage lautet: "Wird das Kabel seinen natürlichen Weg ohne Spannungen, ohne Kampf und mit Zugang zur Kontrolle haben?"

Eine gut geplante Kabeltrasse ähnelt einer guten Choreografie. Nichts reißt. Nichts quält sich. Jede Bewegung hat ihren Sinn.

Energiekabel sind keine Spaghetti. Wenn ihre Verlegung an ein italienisches Abendessen erinnert, wird es Zeit, zur Kabeltrassenplanung zurückzukehren. CC: ENERGEKS 2026


6. Sechster Fehler: Die Erdung wird als Formalität behandelt.

Die Erdung ist eines der Themen, bei denen man nicht im falschen Sinne kreativ sein sollte.

Eine schlecht geplante Erdung und Potenzialausgleichsverbindungen können zu Problemen mit der Sicherheit, der Funktion der Schutzsysteme, Überspannungen, elektromagnetischen Störungen und der Zuverlässigkeit der gesamten Anlage führen. Und dennoch wird das Thema in vielen Projekten wie der letzte Punkt auf der Liste behandelt: "gemäß Norm erden".

Nur dass der Transformator solche Gedankenkürzel nicht liest. Er arbeitet in einem konkreten Netzsystem, mit einer konkreten Kurzschlussimpedanz, einem konkreten Sternpunkt, einer konkreten Schaltanlage, konkreten Kurzschlussbedingungen und einem konkreten Schutz gegen elektrischen Schlag.

Die IEC 61936-1:2021 betrifft die Planung und Ausführung von elektrischen Energieanlagen über 1 kV Wechselspannung und legt Anforderungen fest, die die Sicherheit und die bestimmungsgemäße Funktion der Anlage gewährleisten sollen. Dies ist ein gutes Beispiel für systemisches Denken: Der Transformator ist keine einsame Insel, sondern ein Teil einer Anlage, die sich auch in Störungszuständen vorhersehbar verhalten soll.

Ein harmloser Fehler besteht darin, dass der Plan einen Erdungspunkt zeigt, aber nicht die vollständige Logik der Verbindungen. Er analysiert nicht den Fluss der Kurzschlussströme. Er berücksichtigt nicht die Kompatibilität mit dem Überspannungsschutz. Er sieht nicht die Qualität der Potenzialausgleichsverbindungen zwischen dem Transformatorgehäuse, den Schaltanlagen, den Konstruktionen, den Kanälen und der Erdungsschiene vor.

Eine gute Erdung ist keine Linie auf einem Schema. Sie ist das Verhalten der Anlage im schlimmstmöglichen Moment.


7. Siebter Fehler: Der Brandschutz wird nach der Standortwahl nachgetragen.

Bei Öltransformatoren muss das Thema Brand- und Umweltschutz frühzeitig in den Plan einfließen.

Nicht erst, wenn das Gebäude bereits steht, die Abstände festgelegt sind und der Investor fragt, ob man das "irgendwie lösen" könne.

Transformatoröl erfüllt eine isolierende und kühlende Funktion, kann aber bei klassischen mineralischen Lösungen ein brennbarer Stoff sein.

Öltransformatoren sind ein wichtiges Element der elektrischen Infrastruktur, und das in solchen Geräten verwendete Öl kann eine Brandgefahr darstellen, daher ist ein durchdachter Schutz erforderlich.

Ein harmloser Fehler lautet: "Wir stellen den Transformator hierhin, weil es am nächsten zur Schaltanlage ist."

Am nächsten bedeutet nicht immer am besten.

Der Standort des Transformators sollte die Abstände zu Gebäuden, Trennwänden, Fluchtwegen, anderen Geräten, Materiallagern, Hilfsanlagen und kritischer Infrastruktur berücksichtigen. Bei Öltransformatoren kommt die Ölretention und die Möglichkeit der Rückhaltung von Verunreinigungen im Leckagefall hinzu.

Der IEEE Std 980 ist ein Leitfaden zur Begrenzung und Kontrolle von Ölaustritten in Stationen, dessen Ziel die Planung von Lösungen umfasst, die helfen, Öl zurückzuhalten und Umweltauswirkungen zu begrenzen.

Dies ist besonders wichtig bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen, Energiespeichern, Industrieanlagen und Stationen, in denen ein Transformator nicht nur ein Gerät, sondern ein Knotenpunkt des gesamten Prozesses ist. Ein Brand oder eine Leckage bedeutet dann nicht nur die Reparatur eines Elements. Es kann Stillstand, Umweltverfahren, Produktionsausfall, Verzögerungen und schwierige Gespräche mit dem Versicherer bedeuten.

Ein guter Standort für den Transformator ist nicht die Wahl der kürzesten Kabeltrasse. Es ist die Wahl der sichersten Betriebsarchitektur.


8. Achter Fehler: Lärm und Vibrationen werden "auf später" verschoben.

Ein Transformator summt. Das ist normal.

Das Problem beginnt, wenn der Plan annimmt, dass "normal" gleich "unwichtig" bedeutet.

Lärm und Vibrationen können sich über die Gebäudekonstruktion, die Kabelkanäle, starre Verbindungen und schallreflektierende Oberflächen ausbreiten. In der Folge kann ein Transformator, der selbst die Anforderungen erfüllt, nach der Montage zur Lärmquelle werden, weil die Umgebung wie ein Resonanzkörper wirkt.

Der Standort des Transformators beeinflusst den wahrgenommenen Geräuschpegel, und die Montage in einer Ecke, einem schmalen Gang oder an glatten Oberflächen kann zu Reflexion und Verstärkung des Lärms führen. Empfohlen werden auch Maßnahmen zur Begrenzung der Übertragung von Vibrationen, wie geeignete Isolierpads, flexible Kabelführungen und eine feste Verankerung der Gehäusepaneele.

Ein harmloser Fehler: "Wir stellen ihn in die Ecke, dann stört er weniger."

Manchmal stört er in der Ecke sogar mehr.

Wenn sich der Transformator in der Nähe von Büros, Kontrollräumen, Wohnungen, der Grundstücksgrenze oder von Arbeitsplätzen befindet, sollte das Thema Akustik vor der Montage behandelt werden. Es geht nicht um Dramatik. Es geht um Respekt vor dem Komfort der Nutzer und die Vermeidung kostspieliger Korrekturen, die später an eine Zahnbehandlung durch Stuhlwechsel erinnern.

Lärm plant man mit Raum. Vibrationen plant man mit Detail. Und die Betriebsruhe plant man früher, nicht nach der ersten Beschwerde.


9. Neunter Fehler: Die Schutzsysteme werden separat ausgewählt, ohne Koordination mit der gesamten Anlage.

Der Transformator ist geduldig, aber er ist nicht allein.

Er arbeitet mit der Mittelspannungsschaltanlage, der Niederspannungsschaltanlage, den Schutzsystemen, den Überspannungsableitern, dem Messsystem, der Automatisierung, den Verbrauchern und der Lastcharakteristik zusammen.

Ein Planungsfehler wirkt harmlos, wenn jedes Element "für sich genommen" korrekt ist. Der Schutz ist richtig ausgelegt. Die Wandler sind richtig ausgelegt. Die Kabel sind richtig ausgelegt. Die Schaltanlage ist richtig ausgelegt. Nur stellt sich dann heraus, dass sie zusammen nicht wie ein Orchester spielen, sondern wie fünf Musiker, die ihre Instrumente in einem Aufzug stimmen.

Die Koordination der Schutzsysteme sollte die Kurzschlussströme, den Einschaltstrom des Transformators, die Selektivität, die zulässigen Überlasten, die Charakteristik der Verbraucher, das Vorhandensein von Wechselrichtern, Energiespeichern, Blindleistungskompensation, Automatisierungssystemen und die Anforderungen des Netzbetreibers berücksichtigen. In modernen Anlagen mit Photovoltaik, Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Energiespeichern ist die Last keine einfache Geschichte von Motor und Beleuchtung mehr. Es ist ein dynamisches Ökosystem.

Das ist der Kern: Die Transformatorinstallation endet nicht mit dem Transformator.

Wenn die Schutzsysteme ohne Abstimmung mit der gesamten Anlage geplant werden, können sie zu nervös, zu spät oder nicht dort reagieren, wo sie sollten. Und dann wird selbst ein sehr guter Transformator in Probleme verwickelt, die er nicht verursacht hat.


10. Zehnter Fehler: Es gibt kein Abnahme- und Inbetriebnahmeszenario bereits in der Planungsphase.

Die technische Abnahme sollte kein Finale voller Überraschungen sein.

Sie sollte die Bestätigung dessen sein, was der Plan von Anfang an vorgesehen hat.

Ein harmloser Fehler: Die Dokumentation sieht die Montage vor, aber keine ordentliche Inbetriebnahme. Es gibt keine klare Liste der Messungen. Es gibt keinen Zugang zu den Kontrollpunkten. Die Reihenfolge der Arbeiten ist nicht festgelegt. Es ist nicht klar, wer für die Prüfung der Einstellungen, wer für die Tests, wer für die Ausführungsdokumentation, wer für die Übereinstimmung mit der Betriebsanleitung und wer für die Entscheidung zur Einschaltung verantwortlich ist.

Eaton weist in Material zu bewährten Praktiken für Trockentransformatoren darauf hin, dass neue Transformatoren bei der Abnahme auf Transportschäden überprüft werden sollten und dass vor der Einschaltung unter anderem die Hilfsgeräte, die Wahl der Anzapfung, die Anschlüsse der Übersetzung sowie das Anziehen und die Abstände der elektrischen Verbindungen zu überprüfen sind.

Das klingt einfach. Und genau deshalb wird es oft übersehen.

Die Inbetriebnahme eines Transformators ist kein Durchschneiden eines Bandes. Es ist der Moment, in dem Plan, Lieferung, Montage, Messungen, Schutzsysteme und Betrieb an einem Punkt zusammentreffen. Wenn vorher jeder in seinem eigenen Silo gearbeitet hat, wird die Inbetriebnahme das zeigen.

In einem guten Plan ist bereits in der Dokumentationsphase klar, welche Messungen erforderlich sind, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, welche Protokolle erstellt werden und welche Elemente vor dem Zuschalten der Spannung zu überprüfen sind. So wird die Inbetriebnahme zu einem ruhigen Prozess und nicht zu einem technischen Escape-Room mit tickender Uhr im Hintergrund.


11. Elfter Fehler: Fehlende Planung für zukünftige Erweiterungen.

Der günstigste Zeitpunkt, eine Erweiterung vorzusehen, ist vor dem Bau.

Danach kostet jeder zusätzliche Meter, jede Durchführung, jede Platzreserve und jede Änderung der Kabeltrasse mehr, weil sie mit der bereits funktionierenden Infrastruktur kollidiert.

In Transformatorprojekten tritt dieser Fehler häufig auf. Heute reicht ein Transformator. Heute reicht eine bestimmte Leistung. Heute gibt es keinen Energiespeicher. Heute gibt es keine Ladestationen. Heute hat der Photovoltaikpark eine bestimmte Anordnung. Heute arbeitet der Betrieb mit dem aktuellen Lastprofil.

Aber die Energietechnik verändert sich schneller als früher. Unternehmen elektrifizieren ihre Prozesse. Es kommen Ladestationen für Elektrofahrzeuge hinzu. Die Anforderungen an die Versorgungsqualität steigen. Energiespeicher, Wechselrichter, Kompensation, Automatisierung, Monitoring und neue Betriebsmodelle entstehen.

Ein harmloser Planungsfehler besteht darin, dass die Anlage perfekt für heute, aber ohne Spielraum für morgen geplant wird.

Es geht nicht immer um die Überdimensionierung des Transformators. Manchmal geht es um eine Platzreserve, eine zusätzliche Durchführung, eine durchdachte Stationsanordnung, die Möglichkeit der Nachrüstung von Betriebsmitteln, eine Kabeltrasse ohne Fallstricke und eine Architektur, die dem Investor nicht die Türen verschließt.

Ein guter Plan sagt nicht die Zukunft voraus. Er lässt ihr einen vernünftigen Platz.


Wie plant man eine Transformatorinstallation, um nicht doppelt zu bezahlen?

Die beste Strategie ist einfach, erfordert jedoch Disziplin: den Transformator als Teil eines Systems planen und nicht als ein aufzustellendes Gerät.

Zuerst müssen die Daten erhoben werden.
Leistung, Transformator-Typ, Verluste, Gewicht, Abmessungen, Herstelleranforderungen, Umgebungsbedingungen, Servicezugang, Kurzschlussparameter, Netztopologie, Lastprofil, Betreiberanforderungen, Erweiterungsszenario und bauliche Einschränkungen.

Dann muss die Geometrie geprüft werden.
Nicht nur die Abmessungen, sondern auch der Zugang, die Türen, die Kabeltrassen, die Biegeradien, die Kanäle, die Durchführungen, die Gitter, die Servicezonen, der Zugang für Kräne oder Transportgeräte und die Möglichkeit eines späteren Geräteaustauschs.

Dann muss die Wärme berechnet werden.
Der Transformator gibt Verluste an die Umgebung ab, daher muss die Belüftung an die realen Bedingungen angepasst sein. Sie darf weder symbolisch noch übertrieben sein. Sie sollte stabil arbeiten, ohne Kondensationsprobleme zu verursachen.

Der nächste Schritt ist die Sicherheit.
Erdung, Potenzialausgleichsverbindungen, Schutz gegen elektrischen Schlag, Schutzsysteme, Brandschutz, Ölretention, Fluchtwege und Zugang für die Einsatzkräfte dürfen kein nachträglicher Anhang sein.

Am Ende die Dokumentation.
Die Herstelleranleitungen, Protokolle, Messungen, Einstellungen, Pläne und die Ausführungsdokumentation sollten so vorbereitet sein, dass der Betrieb nicht raten muss, was der Planer gemeint hat.

Ein guter Plan für eine Transformatorinstallation hat etwas sehr Elegantes an sich: Er schreit nicht.

Er funktioniert einfach.


Ein guter Plan ermöglicht es dem Transformator, ruhig zu arbeiten.

Die Installation eines Transformators ist kein Schritt, der am Tag der Lieferung beginnt.

Die scheinbar harmlosesten Installationsfehler haben eines gemeinsam: Am Anfang sparen sie ein paar Minuten, später können sie mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Daher lohnt es sich, frühzeitig den Plan mit der Herstellerdokumentation, den technischen Anforderungen, den baulichen Gegebenheiten und der geplanten Betriebsweise abzugleichen.

Der Transformator erwartet wirklich keinen Luxus.

Er braucht einen stabilen Untergrund, ausreichend Luft, gute Verbindungen, einen durchdachten Schutz und ein wenig Respekt vor der Physik. Im Gegenzug kann er über viele Jahre zuverlässig seine Arbeit verrichten.

Wir danken Ihnen, dass Sie bis zum Ende mit uns gekommen sind.

Hunderte verkaufte Transformatoren und unsere Beteiligung an Projekten, die die polnische Energieinfrastruktur versorgen, bestätigen, dass gute Lösungen mit der richtigen Auswahl und einer technischen Partnerschaft beginnen.

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Referenzen:

  1. Schneider Electric, Electrical Installation Guide (Schneider Electric)

  2. Eaton, Best practices for the installation and inspection of dry type distribution and power transformers . (Eaton)

  3. NFPA, Transformer Fire Protection (nfpa.org)

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Mikrosekunden, die über das Schicksal eines Transformators entscheiden. Wie funktioniert der Blitzschutz?

Die Hitze schmilzt die Menschen. Der Sturm testet die Transformatoren.

Und er tut es in Mikrosekunden.

Die Hitzewelle hat ihre eigene Physik. Die Luft steht, der Asphalt weicht, und wir alle verändern langsam unseren Aggregatzustand. Der Mensch beginnt, den Schatten wie eine Premium-Immobilie zu behandeln, während das Öffnen des Kühlschranks wie eine strategische Entscheidung klingt.

Und dann kommt der Sturm.

Für einen Moment verschafft er Erleichterung. Die Temperatur sinkt, der Wind kommt auf, die Luft bekommt wieder einen Sinn. Nur dass derselbe Sturm für das Stromnetz keine angenehme Unterbrechung der Hitze ist. Er ist ein Test, dessen Ergebnis sich in kürzerer Zeit entscheiden kann als ein Lidschlag. Viel kürzer.

0,000001 Sekunden. So lange dauert eine Mikrosekunde.

Genau in dieser Größenordnung entwickelt sich die Stirnflanke eines Blitzimpulses. Hat der Transformator eine Chance, ihn zu überstehen? Ja, vorausgesetzt, die richtigen Entscheidungen wurden getroffen, bevor der erste Blitz am Himmel erschien.

Die Überspannung, die den Transformator erreicht, entwickelt sich in Mikrosekunden. Der Bediener kann nicht rechtzeitig reagieren. Die Steuerung wird keine Besprechung einberufen. Der Transformator hat auch keinen Moment Zeit, seine Isolierung "vorzubereiten". Über das Ergebnis entscheiden die früher gewählten Lösungen: die Koordination der Isolierung, der Typ und die Parameter des Überspannungsableiters, dessen Platzierung, die Länge der Verbindungen und die Qualität des gesamten Ableitwegs für den Stoßstrom.

Deshalb ist der Blitzschutz für Transformatoren gerade jetzt ein gutes Thema. Nicht weil der Sturm spektakulär ist, sondern weil er an ein einfaches Prinzip der Energietechnik erinnert: Die wichtigsten Schutzmaßnahmen erfüllen ihre Aufgabe dann, wenn niemand mehr Zeit für eine Entscheidung hat.


Was bedroht den Transformator wirklich während eines Sturms?

Der Blitz muss nicht direkt in den Transformator einschlagen, um eine gefährliche Überspannung zu verursachen. Der Stoß kann auf verschiedenen Wegen in das System gelangen.

Ein direkter Einschlag in eine Freileitung führt einen Strom mit sehr hohem Wert und steiler zeitlicher Änderung ein. Ein Einschlag in der Nähe der Leitung kann hingegen eine Spannung in den Leitern induzieren. Eine weitere Möglichkeit ist ein Einschlag in ein Bauwerk, die Blitzschutzanlage oder den Boden, der eine plörmliche Änderung des Potenzials des Erdungssystems verursacht. Die Überspannungswelle kann auch aus einem weiter entfernten Teil des Netzes kommen und sich entlang der Leitungen und Kabel ausbreiten.

Der Transformator sieht also nicht so sehr den Blitz am Himmel, sondern eine Spannungswelle, die an seinen Klemmen erscheint.

Wenn der Wert und die Steilheit dieser Welle die Fähigkeit der Isolierung überschreiten, die elektrische Beanspruchung auszuhalten, kann es zu einem Überschlag an der Durchführung, einem Durchschlag der Hauptisolierung oder einer Beschädigung der Windungsisolierung kommen. Nicht jedes Ereignis endet sofort mit einem Kurzschluss. Manchmal hinterlässt der Impuls eine Schwächung, eine lokale Beschädigung oder den Beginn eines Degradationsprozesses, der sich später offenbart.

Genau deshalb ist das Ausbleiben eines Schadens unmittelbar nach einem Sturm nicht automatisch der Beweis, dass das Schutzsystem perfekt funktioniert hat. Die Isolierung kann sich den elektrischen Stress merken, auch wenn sie kein Ereignisprotokoll führt.


Warum sprechen wir von Mikrosekunden?

In der Hochspannungstechnik wird die Widerstandsfähigkeit von Betriebsmitteln gegen atmosphärische Überspannungen unter anderem mit Hilfe einer genormten Spannungsstoßwelle bewertet. Die Bezeichnung 1,2/50 µs beschreibt einen Verlauf, dessen konventionelle Anstiegszeit 1,2 Mikrosekunden und dessen Zeit bis zum Abfall auf die Hälfte 50 Mikrosekunden beträgt.

Dies ist ein Untersuchungsmodell, kein fotogenaues Portrait jedes Blitzes. Es ermöglicht jedoch den Vergleich der Isolationsfestigkeit von Betriebsmitteln und die Erstellung konsistenter Regeln für die Koordination der Isolierung.

Eine Mikrosekunde ist ein millionstel Teil einer Sekunde. In einer Zeit von 1,2 Mikrosekunden kann eine elektromagnetische Welle je nach Ausbreitungsmedium mehrere hundert Meter zurücklegen. Aus menschlicher Sicht ist noch nichts passiert. Aus Sicht des Transformators hat die Spannung bereits einen Wert erreicht, der über den Zustand seiner Isolierung entscheiden kann.

Die Stoßsteilheit ist ebenso wichtig wie der Scheitelwert. Für schnell veränderliche Ströme hat jedes Leiterstück eine Induktivität. Die Spannung an einer solchen Verbindung kann durch die Beziehung beschrieben werden:

UL = L × (Stromänderung / Zeitänderung)

Je schneller der Strom ansteigt und je größer die Induktivität der Verbindung ist, desto größer ist der zusätzliche Spannungsabfall. Diese Spannung kann sich zur Restspannung des Ableiters addieren und an den Klemmen des geschützten Geräts erscheinen.

Das Beispiel ist illustrativ. Wenn die Verbindung eine Induktivität von etwa 1 µH hat und der Stoßstrom sich mit 10 kA/µs ändert, kann die Verbindung selbst etwa 10 kV beitragen. Das bedeutet nicht, dass jeder Meter Leitung immer genau 10 kV "kostet". Es zeigt jedoch die Größenordnung des Phänomens und erklärt, warum im Überspannungsschutz ein kurzer Weg ein elektrischer Parameter ist und keine ästhetische Vorliebe des Monteurs.


Schützt ein Blitzableiter den Transformator?

Ja, aber nicht allein und nicht vor jedem Szenario.

Das äußere Blitzschutzsystem soll den direkten Einschlag in das geschützte Objekt ableiten, den Strom auf einem festgelegten Weg führen und ihn im Erdreich verteilen. Dadurch wird das Risiko von mechanischen Schäden an der Konstruktion und von Gefahren für Menschen begrenzt. Der Anwendungsbereich dieses Schutzes wird durch die Normenreihe IEC 62305 beschrieben.

Der Überspannungsableiter arbeitet an einer anderen Stelle des Problems. Seine Aufgabe ist es, die Überspannung am Betriebsmittel zu begrenzen und den Stoßstrom in das Erdungssystem zu leiten. Im Mittelspannungsnetz schützt er unter anderem Transformatoren, Durchführungen und Schaltanlagen vor atmosphärischen und Schaltüberspannungen.

Die Koordination der Isolierung verbindet beide Welten mit dem Transformator selbst. Sie besteht in der Abstimmung der Isolationsfestigkeit, des Schutzniveaus der Ableiter und der Systemkonfiguration, sodass die das Betriebsmittel erreichende Beanspruchung unterhalb seines angenommenen Prüfspannungsniveaus bleibt, mit einem angemessenen Sicherheitsabstand.

Man kann also eine korrekte Blitzschutzanlage für ein Gebäude installieren und gleichzeitig den Transformator unzureichend gegen eine über die Leitung ankommende Welle schützen. Man kann auch einen guten Ableiter wählen, aber seine Wirksamkeit durch zu lange Verbindungen beeinträchtigen. Der Schutz wirkt als System. Das Logo auf einem einzelnen Element ersetzt nicht die Physik des gesamten Stoßwegs.


Wie arbeiten Ableiter, also metalloxid-Überspannungsableiter?

In modernen Wechselspannungsnetzen werden üblicherweise funkenstreckenlose Überspannungsableiter mit Metalloxid-Widerständen eingesetzt. Ihre Anforderungen werden durch IEC 60099-4 für Systeme mit einer höchsten Betriebsspannung des Betriebsmittels über 1 kV festgelegt.

Im täglichen Sprachgebrauch werden sie oft als Blitzableiter bezeichnet. Fachlich präziser ist die Bezeichnung Überspannungsableiter, da das Gerät den Blitz nicht wie ein Baseballhandschuh fängt. Es begrenzt die Spannung und schafft einen kontrollierten Weg für den Stoßstrom. Ein kleiner sprachlicher Unterschied, hinter dem jedoch das gesamte Funktionsprinzip steht.

Das Herzstück des Ableiters sind nichtlineare Blöcke, meist auf Zinkoxid-Basis. Unter Normalbedingungen hat der Ableiter einen sehr hohen Widerstand und leitet nur einen geringen Ableitstrom. Wenn die Spannung schnell ansteigt, ändert sich seine Kennlinie sehr stark. Der Ableiter beginnt, den Stoßstrom zu leiten, ihn zur Erde zu führen und die Spannung am geschützten Betriebsmittel zu begrenzen.

Nach dem Abklingen der Überspannung kehrt er in den hochohmigen Zustand zurück. Er "schluckt" nicht den gesamten Blitz und lässt die Spannung nicht verschwinden. Er begrenzt sie auf ein bestimmtes Niveau, das als Restspannung oder Schutzniveau bezeichnet wird, und nimmt einen Teil der Energie auf und dissipiert sie.

Der gesamte Prozess umfasst das Auftreten der Überspannung, den schnellen Anstieg der Leitfähigkeit des Ableiters, das Abfließen des Stoßstroms und die Rückkehr des Geräts in den hochohmigen Zustand. Um den Transformator tatsächlich zu schützen, muss die Restspannung zusammen mit den zusätzlichen Spannungsabfällen an den Verbindungen sicher unter der Stoßfestigkeit der Isolierung bleiben.


ZnO, Funkenstrecke oder Sonderlösung?

Auf dem Markt und in älteren Anlagen gibt es verschiedene Konstruktionen. Nicht alle sollten in dieselbe Schublade gesteckt werden.

Der heutige Standard für den Transformatorschutz sind funkenstreckenlose Ableiter mit ZnO-Blöcken. Sie reagieren aufgrund der stark nichtlinearen Materialkennlinie und können weitere Stöße im Rahmen ihrer deklarierten Kapazität aufnehmen.

Ältere Funkenstreckenkonstruktionen, oft mit Siliziumkarbid-Widerständen, sind in einigen Anlagen noch im Einsatz. Bei Modernisierungen wird meist ZnO in Betracht gezogen, aber ein "Eins-zu-eins"-Austausch ohne Überprüfung der Netzparameter und der Koordination der Isolierung ist kein guter Weg.

Es gibt auch Sonderlösungen, zum Beispiel Ableiter mit externer Funkenstrecke für Freileitungen sowie Konstruktionen für GIS. Über ihren Einsatz entscheiden die Funktion, das Isolationssystem und die Überspannungsanalyse, nicht ein katalogischer Leistungsvergleich.

"Am wirksamsten" bedeutet also nicht der beeindruckendste im Katalog. Es bedeutet der für die Spannung, die Art der Netzerdung, die zu erwartende Energie, das LI-Niveau des Transformators und die Umgebungsbedingungen richtig gewählte Ableiter.


Koordination der Isolierung: Das wichtigste Gespräch zwischen Transformator und Ableiter

Die Norm IEC 60076-3 legt die Isolationsanforderungen, die dielektrischen Prüfungen und die minimalen Prüfpegel für Transformatoren fest. Die Normenreihe IEC 60071 ordnet die Grundsätze der Isolationskoordination für Betriebsmittel und Anlagen über 1 kV.

In der Planungspraxis müssen mindestens zwei Werte gegenübergestellt werden:

  • der Bemessungs-Stoßspannungspegel des Transformators, oft als LI (Lightning Impulse) bezeichnet

  • das Schutzniveau, das der Ableiter unter konkreten Stoßstrom- und Wellenformbedingungen bietet

Dazwischen sollte ein Sicherheitsabstand verbleiben, der Unsicherheiten, die Anlagenkonfiguration, die Entfernung zum Transformator, die Induktivität der Leitungen, Wellenphänomene und die tatsächlichen Betriebsbedingungen berücksichtigt.

Es reicht nicht zu prüfen, ob die Zahl aus dem Ableiter-Datenblatt niedriger ist als die Zahl aus der Transformator-Dokumentation. Die von der Isolierung gesehene Spannung kann höher sein als die reine Restspannung. Hinzu kommen induktive Spannungsabfälle und der Effekt der Entfernung vom Betriebsmittel.

Die kürzeste Version dieses Prinzips lautet: Der Ableiter schützt nicht das Datenblatt des Transformators. Er schützt den konkreten Transformator in der konkreten Anlage.


Wie wählt man einen Überspannungsableiter für einen Transformator aus?

Die Auswahl beginnt mit den Systemdaten, nicht mit einer einzigen auf das Gehäuse gedruckten Spannung.

Dauer-Betriebsspannung Uc
Der Wert Uc, die zulässige Dauer-Betriebsspannung, muss der höchsten Spannung entsprechen, die am Ableiter langfristig anliegen kann. Bedeutung haben die Art der Sternpunkterdung und der Anstieg der Spannung gesunder Phasen während eines Erdschlusses.

Eine zu niedrige Uc kann den Ableiter bei einer temporären Überspannung überlasten. Eine zu hohe Uc bedeutet in der Regel ein höheres Schutzniveau, was den Sicherheitsabstand für die Transformatorisolierung verringern kann.

Bemessungsspannung und Stoßfestigkeit (TOV)
Die Parameter Ur und TOV müssen zusammen mit der Dauer der möglichen Überspannung bewertet werden. Der Ableiter muss das reale Szenario eines Kurzschlusses oder einer anderen Störung im jeweiligen Netz überstehen, nicht nur den nominalen Arbeitspunkt.

Schutzniveau
Die Restspannung ist mit dem Stoßspannungspegel des Transformators zu vergleichen. Dabei ist der Einfluss der Verbindungen und des Standorts zu berücksichtigen. Ein niedriger Wert in der Tabelle ist erst dann nützlich, wenn die Installation seine Nutzung ermöglicht.

Energie- und Ladungsaufnahmefähigkeit
Die Exposition hängt von der Netzkonfiguration ab. Unterschiedliche Anforderungen können an eine Station gestellt werden, die von einer langen Freileitung in einem Gebiet mit hoher Blitzaktivität gespeist wird, und an ein Betriebsmittel, das in einer Kabelanlage arbeitet. Bedeutung haben auch Schaltüberspannungen, die Wiederholungsrate von Stößen und der Charakter des geschützten Objekts.

Umgebungs- und mechanische Bedingungen
Die Höhe über dem Meeresspiegel, Verschmutzung, UV-Strahlung, Temperatur, Feuchtigkeit und mechanische Belastungen beeinflussen die Wahl der Ausführung. Die Wahl eines Silikon- oder Porzellangehäuses sollte sich aus den Projektbedingungen ergeben.

Verhalten im Schadensfall
Die Kurzschlussfestigkeit, die Art der sicheren Druckentlastung oder Abschaltung sowie das Risiko für Menschen und benachbarte Betriebsmittel sind zu berücksichtigen. Der Schutz des Transformators darf kein neues Problem in dem Moment schaffen, in dem der Ableiter selbst das Ende seiner Betriebsfähigkeit erreicht.


Warum ist der Montageort genauso wichtig wie die Auswahl?

Der beste Ableiter, der zu weit vom Transformator entfernt aufgestellt ist, kann einen schlechteren Schutz bieten als ein korrekt ausgewähltes Gerät, das direkt an der zu schützenden Klemme installiert ist.

Drei Grundsätze entscheiden:

  • möglichst geringer Abstand zwischen Ableiter und Transformator-Durchführung

  • kurze, gerade Verbindungen auf der Phasen- und Erdungsseite

  • Vermeidung von Schlaufen, scharfen Richtungsänderungen und unnötigen Leiterlängen

Während des Stoßstromflusses ist die Impedanz des gesamten Weges von Bedeutung, nicht nur der bei Netzfrequenz oder mit einer für statische Bedingungen geeigneten Methode gemessene Erdungswiderstand. Der schnelle Impuls "sieht" die Induktivität der Leiter, die Geometrie der Anordnung und die gegenseitige Lage der Verbindungen.

Ein Leiter mit größerem Querschnitt repariert nicht automatisch das Problem einer übermäßigen Länge. Der Querschnitt bleibt aus thermischen, mechanischen und Kurzschlussgründen wichtig, aber bei einem sehr steilen Stoß kann die Geometrie des Weges über die induzierte Spannung entscheiden.

Genau an dieser Stelle trifft die Theorie auf das Ausführungsdetail. Ein zusätzlicher Meter Leiter mag harmlos aussehen. Für einen in Mikrosekunden gemessenen Impuls ist er ein vollwertiges Schaltungselement.


Erdung: Wohin soll die Energie wirklich fließen?

Der Überspannungsableiter entfernt die Energie nicht aus dem System. Er bietet ihr einen kontrollierten Weg. Wenn dieser Weg eine hohe Stoßimpedanz hat oder so geführt ist, dass er erhebliche Potenzialunterschiede erzeugt, kann die Spannung am geschützten Betriebsmittel immer noch ein gefährliches Niveau erreichen.

Ein wirksames System erfordert die Kontinuität der Verbindungen, die korrekte Verbindung des Transformator-Kessels, der Konstruktion, der Kabelschirme und der übrigen vom Erdungsprojekt erfassten Elemente. Wichtig ist auch der Potenzialausgleich. Während eines Einschlags kann das Potenzial der lokalen Erdungsanlage stark ansteigen. Ziel ist es nicht, die gesamte Station magisch auf dem Potenzial der idealen Null zu halten, sondern gefährliche Potenzialunterschiede zu begrenzen und einen vorhersehbaren Stromweg sicherzustellen.

Der bloße Wert des Erdungswiderstands erzählt nicht die ganze Geschichte. Erforderlich sind auch die richtige Geometrie, Verbindungen mit ausreichender Haltbarkeit, die Kontrolle der Korrosion und die Übereinstimmung mit dem Blitzschutzkonzept sowie den Netzbetreiberanforderungen.

Die Erdung ist ein bisschen wie ein Fluchtweg. Die Information, dass er existiert, ist nicht genug.

Er muss dorthin führen, wo er soll, frei sein und genau dann funktionieren, wenn es voll wird.


Beseitigt ein Erdkabel das Risiko atmosphärischer Überspannungen?

Nein. Es verändert das Risikoprofil, aber es hebt es nicht auf.

Das Kabel ist weniger anfällig für einen direkten Einschlag als eine Freileitung. Die Welle kann jedoch am Übergang von der Leitung einkoppeln, durch einen Anstieg des Erdpotenzials entstehen oder aus einem anderen Teil des Netzes kommen. Reflexionen an den Grenzen unterschiedlicher Impedanzen verändern ebenfalls die Spannung. Daher werden die Endverschlüsse, die Kabellänge, die Schirme, die Erdung und die Orte der Überspannungsbegrenzung analysiert. Ein Kabel unter der Erde erhält keinen Freibrief vom Sturm.


Reicht es, die MS-Seite zu schützen?

Der Ableiter auf der MS-Seite schützt den Transformator vor der von diesem Netz kommenden Welle, aber der Impuls kann zwischen den Wicklungen übertragen werden. Auf der Niederspannungsseite arbeiten heute Steuerungen, Wechselrichter, Messungen, Kommunikation und Automatisierung. Daher sollte der Schutz mehrstufig sein: MS, koordinierte SPDs auf der NS-Seite, Hilfs- und Signalstromkreise sowie der Potenzialausgleich. Der Schutz des Transformators und der Elektronik sind verwandte, aber nicht identische Aufgaben.


7 Fehler im Blitzschutz von Transformatoren

Ein falsch gewählter Ableiter ist ein bisschen wie eine solide Tür, die neben dem Eingang montiert wurde.

Sie sieht professionell aus, nur hat der Blitz keine Verpflichtung, sie zu benutzen.

Erster Fehler: Auswahl allein nach der Nennspannung des Netzes.
Das Außerachtlassen der Sternpunkterdung, der Erdschlussdauer und der TOV kann zu einem falschen Uc-Wert führen. Eine zu niedrige Spannung gefährdet den Ableiter durch Überlastung, eine zu hohe kann das Schutzniveau verschlechtern.

Zweiter Fehler: Montage weit entfernt von der Durchführung.
Im Stoßfall gibt es kein "nur ein Stück Leitung". Jeder Abschnitt trägt Induktivität bei.

Dritter Fehler: Lange, verschlungene Verbindungen zur Erdung.
Ein ordentlich verlegter Leiter bedeutet nicht immer einen guten Stoßweg.

Vierter Fehler: Den Erdungswiderstand als einziges Maß für die Schutzqualität zu behandeln.
Das Messergebnis ist wichtig, ersetzt aber nicht die Bewertung der Kontinuität, der Geometrie und der Impedanz für schnelle Vorgänge.

Fünfter Fehler: Fehlende Koordination mit dem Isolationspegel des Transformators.
Der Ableiter kann nicht losgelöst vom LI, den Durchführungen, Kabeln und Schaltanlagen ausgewählt werden.

Sechster Fehler: Vernachlässigung der Niederspannungsseite und der Hilfsstromkreise. Der Stoß liest normalerweise nicht den Lieferumfang.

Siebter Fehler: Die Annahme, der Ableiter sei ewig haltbar.
Mehrere Stöße, Durchfeuchtung, Beschädigungen und eine Verschlechterung der Verbindungen können seinen Zustand verändern.

Das bedeutet nicht einen Austausch nach jedem Sturm, sondern eine regelmäßige Kontrolle anstelle des Wunschdenkens "er sieht doch noch gut aus".


Blitz gegen Budget: Warum sich Schutz einfach rechnet

Der Preis für den Ableiter und die korrekte Montage ist im Kostenvoranschlag leicht zu erkennen. Der Preis für einen Transformatorausfall hat weit mehr Positionen, von denen einige erst dann sichtbar werden, wenn das Gerät nicht mehr arbeitet.

In die Rechnung können eingehen: Diagnostik, Transport des schweren Geräts, Servicearbeit, Gerätemiete, Reparatur oder Austausch des Transformators, Notfallmaßnahmen und der Verlust der Versorgungskontinuität. In einem Produktionsbetrieb kommen die Kosten für den stillstehenden Prozess hinzu. In einem Infrastrukturobjekt ist die Verfügbarkeit der Dienstleistung entscheidend. Auf einem Photovoltaikpark kann jede Stillstandsstunde Energie bedeuten, die später nicht mehr nachproduziert werden kann.

Je nach Transformatorleistung und den Folgen des Stillstands kann der Gesamtschaden schnell mehrere zehntausend oder hunderttausend Euro erreichen, bei großen Einheiten deutlich mehr. Es wäre jedoch nicht fair zu versprechen, dass ein beliebiger Ableiter dieses Problem löst. Die Einsparung entsteht erst dann, wenn das Gerät Teil eines korrekt koordinierten Systems ist.

Die Investition umfasst also nicht nur den Kauf des Geräts. Sie umfasst die Auswahl, die richtige Platzierung, kurze Verbindungen, eine wirksame Erdung, den Schutz der weiteren Ebenen und die spätere Kontrolle. Das ist weniger effektvoll als ein Zeitlupen-Blitzfilm. Dafür sieht es im Bericht über die Anlagenverfügbarkeit deutlich besser aus.


Wie wird der Schutz nach der Inbetriebnahme der Station kontrolliert?

Der Überspannungsschutz erfordert Inspektionen, die auf den Gerätetyp, die Herstellerempfehlungen und die Bedeutung der Anlage abgestimmt sind.

Bei der Kontrolle sollte man berücksichtigen:

  • den Zustand des Ableitergehäuses, Verschmutzung, Spuren von Entladungen und mechanische Beschädigungen

  • die Qualität der Klemmen, Phasen- und Erdungsverbindungen

  • die Kontinuität der Potenzialausgleichsverbindungen und den Zustand der Erdung

  • die Anzeigen von Zählwerken, falls vorhanden

  • den Trend des Ableitstroms oder seiner ohmschen Komponente in mit Monitoring ausgerüsteten Anlagen

  • die Übereinstimmung der Stationskonfiguration mit dem Projekt nach Modernisierungen

Ein Stoßzähler informiert über Ereignisse, diagnostiziert aber nicht den Ableiter. Auch das Monitoring des Ableitstroms erfordert Interpretation. Den größten Wert liefern der Trend und der Vergleich mit den Herstellerkriterien. Nach einem schweren Sturm oder dem Ansprechen von Schutzsystemen sollte eine gezielte, auf den Gerätezustand und die Expositionshistorie gestützte Kontrolle durchgeführt werden.


Ein guter Schutz kämpft nicht gegen den Sturm. Er verwaltet seine Auswirkungen.

Wir können Blitzeinschläge nicht aufhalten und werden den Juli wohl kaum überreden, die Temperatur aus Respekt vor der Infrastruktur zu senken. Wir können jedoch entscheiden, wie die Stoßenergie durch die Station fließt und welche Spannung die Transformatorisolierung sieht.

Ein wirksamer Schutz entsteht, wenn Transformator, Ableiter, Verbindungen, Erdung und die übrigen Schutzebenen als ein System betrachtet werden. Der Ableiter muss die für das Netz richtigen Parameter haben. Er sollte nahe an der zu schützenden Klemme platziert sein. Der Stromweg muss kurz und bewusst geplant sein. Das Schutzniveau sollte einen angemessenen Sicherheitsabstand zur Isolationsfestigkeit einhalten.

Das sind viele Abhängigkeiten für ein Ereignis, das nur einige Dutzend Mikrosekunden dauert.

Genau deshalb lohnt es sich, diese Fragen ruhig in der Planungsphase zu klären, bevor der erste Sommersturm über der Station aufzieht. Wenn Sie einen Transformator, eine Transformatorstation oder ein Überspannungsschutzsystem auswählen, lassen Sie uns die Geräteparameter und die Netzkonfiguration als Ganzes betrachten. Gute Fragen, die heute gestellt werden, können beim nächsten Blitz sehr konkrete Arbeit leisten.


Energie verdient einen guten Weg

Wir werden den Sturm nicht aufhalten. Wir werden den Blitz nicht bitten, auf das Ende einer Inspektion zu warten, und wir werden den August wohl kaum überreden, die Temperatur aus Respekt vor der Infrastruktur zu senken. Wir können jedoch entscheiden, was in dem Moment geschieht, in dem die Überspannungswelle die Station erreicht.

Wir können ihr einen kurzen, vorhersehbaren Weg zur Erde geben. Wir können das Schutzniveau an die tatsächliche Isolationsfestigkeit anpassen. Wir können auf den Transformator, den Ableiter, die Durchführungen, die Leitungen, die Kabel und die Erdung als ein System blicken und nicht als sieben separate Positionen in der Bestellung.

Und das ist eine gute Nachricht. In der Energietechnik haben wir nicht auf alles Einfluss, aber auf die Qualität der Planungsentscheidungen haben wir großen Einfluss.

Wir danken Ihnen, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mit uns in die Welt der Mikrosekunden einzutauchen. Wir wissen, dass der Überspannungsschutz nicht so spektakulär klingt wie der Blitz selbst. In der Praxis ist es genau das, was dafür sorgt, dass der Transformator nach dem Blitz weiterhin seine Arbeit verrichtet: ohne Drama, ohne Stillstand und ohne kostspielige Improvisation.

Wenn Sie einen Transformator für eine neue Station auswählen, eine bestehende Anlage modernisieren oder die Parameter vor einer Angebotsanfrage überprüfen möchten, sehen Sie sich die Öl- und Trockentransformatoren im Energeks-Angebot an. Es lohnt sich, das Gespräch nicht nur mit der Leistung in kVA zu beginnen, sondern auch mit den Spannungen, dem LI-Niveau, der Art des Netzbetriebs, den Umgebungsbedingungen und dem gesamten Schutzkonzept.

Haben Sie ein Projekt, in dem Ableiter, Kabel und Transformator endlich miteinander sprechen müssen? Kontaktieren Sie das Energeks-Team. Wir sehen uns die Daten an, ordnen die technischen Fragen und suchen nach einer Lösung, die zur tatsächlichen Anlage passt.

Und wenn Sie die Energietechnik konkret, mit Technik, Erfahrung und einer Prise Humor erzählt mögen, folgen Sie Energeks auf LinkedIn. Dort teilen wir Wissen über Transformatoren, Stationen, erneuerbare Energien und all das, was dafür sorgt, dass die Energie genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen, Ihre Fragen und jedes technische Gespräch. Sie helfen, bessere Projekte zu schaffen.

Der Sturm mag den letzten Blitz haben.

Aber er muss nicht das letzte Wort haben.


Quellen:

  1. IEC 60071-1:2019, Insulation co-ordination, definitions, principles and rules

  2. IEC 60099-4:2014, Metal-oxide surge arresters without gaps for AC systems

  3. IEC 60076-3:2013 with Amendment 1:2018, Power transformers, insulation levels and dielectric tests

  4. IEC 62305-1:2024, Protection against lightning, general principles

  5. Siemens Energy, High voltage surge arresters product guide

  6. Hubbell Power Systems, The Importance of Lead Length for Arrester Applications

  7. Hitachi Energy, Medium voltage surge arrester MWK

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