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21 Mär

2025

Energeks

Notstromversorgung für Kraftwerke und Umspannwerke

Wie funktioniert Energiesicherheit hinter den Kulissen?

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: ein riesiges Kraftwerk, Millionen von Verbrauchern sind an seine Leistung angeschlossen, und plötzlich... ein Stromausfall. Was schützt uns vor einem vollständigen Blackout? Hier kommt die Notstromversorgung ins Spiel – unscheinbar, aber absolut unverzichtbar für die Energiesicherheit.

Und die Umspannwerke? Auch sie haben ihre eigenen „Plan B“-Lösungen, die jederzeit einsatzbereit sind.

Bei Energeks liefern wir tagtäglich Lösungen, die kritische Punkte im Netz absichern – von Transformatoren bis hin zu Energiespeichersystemen, immer mit Blick auf die Unterstützung der Notstromversorgung. Unser Know-how ist das Ergebnis jahrelanger Zusammenarbeit mit Verteilnetzbetreibern, Kraftwerken und industriellen Investoren.

Möchten Sie wissen, wie Kraftwerke und Umspannwerke auch ohne Netzstrom funktionieren? Nach der Lektüre dieses Artikels werden Sie die Mechanismen hinter der Notstromversorgung verstehen und erfahren, welche Lösungen dafür sorgen, dass der Strom unter allen Umständen ununterbrochen fließt.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Welche Verbrauchergruppen in Kraftwerken eine Notstromversorgung benötigen

  • Auf welchen Technologien die Backup-Systeme in Umspannwerken basieren

  • Welche Lösungen für unterschiedliche Spannungsniveaus und Leistungsanforderungen eingesetzt werden

  • Welche Rolle Generatoren spielen und warum sie für die Energieinfrastruktur unverzichtbar sind

Lesezeit: 6 Minuten


Notstromversorgung für Kraftwerke – wie behält man auch in der Krise die volle Kontrolle?

Ein Kraftwerk ist ein komplexes Ökosystem, in dem hunderte unterschiedliche Geräte koexistieren. Hier finden wir sowohl präzise IT-Systeme als auch riesige Maschinen mit einer Leistung von mehreren Megawatt. So verschieden ihre Funktionen und Energiebedarfe auch sind, eines haben sie gemeinsam: sie müssen ununterbrochen mit Strom versorgt werden. Jeder Spannungsausfall birgt die Gefahr erheblicher Störungen im technologischen Ablauf und kann im Extremfall sogar die gesamte Energieproduktion lahmlegen. Deshalb wird die Notstromversorgung eines Kraftwerks mit chirurgischer Präzision geplant – abgestimmt auf die Besonderheiten jeder Verbrauchergruppe.

Verbraucher mit Gleichstromversorgung – das Fundament stabiler Automatisierung

Das Herzstück jeder Steuerung im Kraftwerk bilden die Verbraucher, die mit Gleichstrom betrieben werden. Auf ihnen basieren Automatisierungssysteme, Schutztechnik, Fernwirktechnik sowie Signalisierungseinrichtungen. Typische Gleichspannungspegel in solchen Anlagen sind 24V, 48V, 60V, 110V und 220V DC – flexibel anpassbar an die Anforderungen der jeweiligen Geräte.

Im täglichen Betrieb werden diese Verbraucher hauptsächlich von zentralen Batteriesystemen gespeist. Die Akkumulatoren arbeiten dabei mit Pufferladegeräten und DC/DC-Wandlern zusammen, die eine stabile Spannung gewährleisten – unabhängig von Lastschwankungen. Dadurch funktionieren essentielle Komponenten wie Schutzrelais, SPS-Steuerungen oder SCADA-Kommunikationssysteme zuverlässig und ohne Unterbrechung.

In kleineren Kraftwerken oder für bestimmte Verbraucher werden auch dezentrale Systeme eingesetzt, bei denen jedes Gerät eine eigene Energiequelle in Form einer individuellen Batterie besitzt. Diese Lösung erhöht die Flexibilität und reduziert das Risiko eines Versorgungsausfalls bei Störungen der zentralen Quelle.

Bemerkenswert ist auch, dass in vielen Kraftwerken die Notbeleuchtung mit Gleichstrom betrieben wird. Dies vereinfacht die Energieinfrastruktur und gewährleistet Unabhängigkeit vom Niederspannungsnetz.

Verbraucher mit Wechselstromversorgung – Stabilität im großen Maßstab

Die zweite Gruppe bilden die Verbraucher, die mit Wechselstrom betrieben werden. Hierzu zählen sowohl kleine IT-Geräte und Kommunikationssysteme als auch große technische Maschinen mit Leistungen im Megawattbereich. Für jede dieser Verbrauchergruppen werden dedizierte Notstromlösungen entwickelt, angepasst an die jeweiligen Betriebscharakteristiken.

Niedrig- und mittelspannungsfähige Verbraucher wie IT-Systeme, Überwachungseinrichtungen oder Arbeitsbeleuchtung werden meist durch USV-Systeme versorgt. Dabei kommen sowohl Einzelgeräte als auch zentrale Systeme zum Einsatz, die mit den stationären Batteriesystemen verbunden sind. Alternativ werden DC/AC-Wandler verwendet, die Energie aus den Batteriesystemen in die benötigte Wechselspannung umwandeln.

Bei Hochleistungsverbrauchern wie Pumpenmotoren, Ventilatoren oder Kompressoren sind fortschrittlichere Lösungen erforderlich. Hier kommen Batteriesysteme in Verbindung mit DC/AC-Wandlern oder Frequenzumrichtern zum Einsatz, die nicht nur die Notstromversorgung gewährleisten, sondern gleichzeitig auch eine präzise Steuerung der Antriebe ermöglichen. Solche Systeme minimieren das Risiko eines plötzlichen Stopps der technologischen Prozesse und ermöglichen den sicheren Übergang in den Notbetrieb.

Darüber hinaus wird zunehmend die Funktion der unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) in großen Antrieben integriert. Diese Systeme verfügen über eigene Batteriestromquellen, die unabhängig vom Hauptsystem arbeiten und so die Zuverlässigkeit des gesamten Kraftwerks weiter erhöhen.


Umspannwerke – hier zählt jede Sekunde

Umspannwerke sind kritische Knotenpunkte im Stromnetz. Je größer das Umspannwerk und je strategischer seine Funktion, desto höher sind die Anforderungen an die Notstromversorgungssysteme. Besonders bei Hochspannungsanlagen, in denen Energieflüsse in Hunderten von Megawatt gemessen werden, bleibt kein Platz für Stillstände oder Kompromisse. Selbst wenige Sekunden Verzögerung können nicht nur lokale Blackouts verursachen, sondern auch die Stabilität des gesamten Übertragungssystems gefährden.

Die Notstromversorgung in Umspannwerken beschränkt sich nicht auf das bloße Aufrechterhalten der Spannung. Vielmehr handelt es sich um ein durchdachtes System aus mehreren miteinander vernetzten Komponenten, die gewährleisten müssen, dass die Geräte sofort wieder in Betrieb genommen werden können, sobald die Netzspannung zurückkehrt.

Welche Geräte benötigen eine unterbrechungsfreie Stromversorgung?

Antriebe der Schaltgeräte:
Unverzichtbar für die sichere Steuerung des Energieflusses. Sie ermöglichen das ferngesteuerte Umschalten von Stromkreisen und die Neukonfiguration des Netzes. Ihre Zuverlässigkeit bestimmt, wie schnell der Betreiber auf veränderte Betriebsbedingungen reagieren kann.

Schutzrelais und Automatisierungssysteme:
Sie schützen die Geräte im Umspannwerk vor Kurzschlüssen, Überlastungen und anderen Störungen. Ohne ihr korrektes Funktionieren steigt das Risiko von Schäden an Transformatoren oder Schaltanlagen erheblich.

Fernwirktechnik, Steuerungs-, Verriegelungs- und Signalisierungssysteme:
Sie bieten vollständige Kontrolle über die Geräte im Umspannwerk und übertragen Informationen an die Leitstellen. Ohne kontinuierliche Versorgung dieser Systeme wären Fernwartung, Visualisierung und schnelle Reaktion auf Störungen nicht möglich.

Notbeleuchtung des Umspannwerks:
Erleichtert Betrieb und Wartung unter Notfallbedingungen und sorgt für die Sicherheit des Personals.

Hilfsgeräte der Kompensatoren:
Stabilisieren Spannung und Leistungsfaktor, was die Qualität der übertragenen Energie direkt beeinflusst.


Welche Technologien gewährleisten die unterbrechungsfreie Stromversorgung?

Batteriesysteme (Akkumulatoren)

Diese Systeme sind Standard in jedem Umspannwerk. Die Akkumulatoren versorgen Gleichstromverbraucher wie Schutzrelais, Fernwirkcontroller oder Steuerkreise der Antriebe. Typische Spannungsebenen sind 230V oder 110V DC, angepasst an die Anforderungen der jeweiligen Geräte. Die Batterien werden kontinuierlich über das Netz geladen und übernehmen im Falle eines Netzausfalls sofort die Stromversorgung.

Je nach Größe des Umspannwerks erlaubt die Kapazität des Batteriesystems eine Versorgung von mehreren Minuten bis hin zu mehreren Stunden. Während dieser Zeit können Betreiber den Betrieb sicher beenden oder das Umspannwerk für den erneuten Anschluss ans Netz vorbereiten.

Stromaggregate

In größeren Umspannwerken werden Batteriesysteme oft durch Stromaggregate ergänzt. Ihre Aufgabe ist es, Verbraucher mit hoher Leistung zu versorgen, die die Kapazität der Batterien übersteigen. Dies betrifft nicht nur die Antriebe großer Schaltgeräte, sondern auch Lüftungssysteme, Kompressoren oder Hilfsgeräte, die selbst bei längeren Netzunterbrechungen in Betrieb bleiben müssen.

Die Aggregate starten automatisch, sobald ein Spannungsverlust festgestellt wird, und können viele Stunden oder sogar Tage arbeiten – vorausgesetzt, es ist eine entsprechende Kraftstoffinfrastruktur vorhanden. So bleibt das Umspannwerk vollständig autonom und der Wiederanschluss an das Netz erfolgt ohne Risiko.

Spannungswandler

Spannungswandler sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Notstromversorgungssysteme. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Spannungsparameter an die Anforderungen der jeweiligen Verbraucher anzupassen. In der Praxis werden sowohl DC/DC-Wandler für Gleichstromverbraucher als auch DC/AC-Wandler für Wechselstromverbraucher eingesetzt. Unabhängig davon, ob die Energiequelle eine Batterie oder ein Aggregat ist – dank der Spannungswandler erhält jedes Gerät exakt die Spannung, die es für einen stabilen Betrieb benötigt.


Stromgeneratoren – das Fundament der langfristigen Notstromversorgung

Batterien und USV-Systeme erfüllen hervorragend die Rolle der ersten Verteidigungslinie, da sie im Moment des Spannungsausfalls sofort reagieren. Ihre Kapazität ist jedoch vergleichbar mit der Batterie eines Smartphones – sie ermöglicht den kurzfristigen Betrieb, reicht jedoch nicht aus, um das System über viele Stunden hinweg aufrechtzuerhalten. Wenn der Ausfall länger andauert und die Last steigt, kommen Stromgeneratoren ins Spiel. Sie übernehmen die Verantwortung für den kontinuierlichen Betrieb der Anlagen, wenn die Stromversorgung aus dem Netz für Minuten, Stunden oder sogar Tage unterbrochen ist.

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Power Generator Deutz, CC: electroquell.de

Warum sind Generatoren unverzichtbar?

Beständigkeit technologischer Prozesse:
Kraftwerke gleichen einem präzise synchronisierten Uhrwerk. Jedes Gerät arbeitet mit den anderen zusammen, und ein Stillstand, selbst für eine halbe Stunde, kann zu kostspieligen Ausfallzeiten und zur Destabilisierung des gesamten Netzes führen. In diesem System übernehmen Generatoren die Rolle einer zuverlässigen Feder – sie liefern eine stabile Leistung, die die Kontinuität der Prozesse über beliebige Zeiträume sichert.

Versorgung von Hochleistungsverbrauchern:
Pumpenmotoren, Kühlsysteme, Kompressoren, Lüftungsanlagen – all diese Geräte sind wahre Energiegiganten, die eine kontinuierliche Energieversorgung auf hohem Niveau benötigen. Batterien sind zwar effektiv für die Unterstützung der Automatisierungs- und Steuerungssysteme, können aber solchen Anforderungen nicht gerecht werden. Generatoren schließen diese Lücke und liefern Hunderte Kilowatt oder sogar Megawatt an Energie, die notwendig sind, um die volle Funktionsfähigkeit der Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

Unabhängigkeit vom Netz:
In Krisensituationen, wie Stürmen, die Übertragungsleitungen beschädigen, oder schweren Systemstörungen, müssen Energieanlagen eigenständig arbeiten können. Generatoren fungieren dann als eigenes kleines Kraftwerk – sie versorgen die Station ohne Abhängigkeit vom externen Netz. Dank sorgfältig ausgelegter Kraftstoffsysteme, einschließlich stationärer Tanks und automatischer Betankungseinrichtungen, können sie den Betrieb der Anlage über viele Tage hinweg gewährleisten, ohne dass ein Eingreifen von außen erforderlich ist

Technologien in Generatoren für den Energiesektor

Moderne Aggregate unterscheiden sich deutlich von den einfachen Einheiten vergangener Jahre. Sie sind mit fortschrittlichen Systemen ausgestattet, die für einen zuverlässigen Betrieb und die Einhaltung der Standards für kritische Infrastrukturen sorgen:

Automatische Umschaltsysteme (ATS):
Sie ermöglichen das sofortige Einschalten des Generators unmittelbar nach Erkennung eines Spannungsausfalls. Der gesamte Prozess erfolgt ohne menschliches Eingreifen und vermeidet Verzögerungen.

Spannungsregler AVR (Automatic Voltage Regulation):
Sie sorgen für eine konstante Ausgangsspannung, was insbesondere für empfindliche Automatisierungs- und Steuerungssysteme von großer Bedeutung ist.

Synchronbetrieb mit dem Netz:
In vielen Einrichtungen können Generatoren parallel mit dem Stromnetz betrieben werden, um Lasten nahtlos zu übernehmen oder abzugeben. Diese Lösung verhindert jegliche Unterbrechungen der Stromversorgung.

Fernüberwachungssysteme:
Dank Online-Technologie können Betreiber die Betriebsparameter des Generators kontinuierlich überwachen: Kraftstoffstand, Temperatur, Spannung oder Frequenz. Eine schnelle Reaktion auf Unregelmäßigkeiten ist ohne physische Anwesenheit im Umspannwerk möglich.

Generatoren in Kraftwerken und Umspannwerken

Obwohl das Funktionsprinzip der Aggregate gleich bleibt, unterscheiden sich ihre Konfiguration und Aufgaben je nach Anlagentyp.

Kraftwerke:
Hier ähneln die Anforderungen an Generatoren denen großer Industrieanlagen. Es werden Hochleistungsaggregate eingesetzt, die für den Dauerbetrieb im Prime Power-Modus ausgelegt sind. Oftmals umfasst die Konfiguration kaskadierte Systeme, in denen mehrere Generatoren parallel arbeiten und eine flexible Anpassung der Leistung an den aktuellen Bedarf ermöglichen. In vielen Fällen sind die Generatoren mit Pumpenantrieben, Lüftungssystemen und Hilfstechnologien integriert und bilden ein kohärentes und autarkes Stromversorgungssystem.

Umspannwerke:
In Umspannwerken besteht die Hauptaufgabe der Generatoren darin, den Betrieb von Steuerungssystemen, Schutzgeräten und Schaltantrieben aufrechtzuerhalten. Hier sind ein zuverlässiger Start, eine schnelle Umschaltzeit sowie ein geringer Kraftstoffverbrauch entscheidend. Generatoren in diesen Einrichtungen müssen nicht im Dauerbetrieb arbeiten, müssen jedoch jederzeit einsatzbereit sein.


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Quellen:

  1. IEEE - Emergency Power Supply Systems Overview

  2. Eaton - Guide to Industrial UPS Systems

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